10.05.2012
In zwei Leserbriefen in der Heilbronner Stimme vom 10.05.2012 wird dem Heilbronner OB Himmelsbach vorgeworfen in Sachen Energie einseitige Interessen zu vertreten. Die Leserbriefe finden sie hier.
09.05.2012
Leserbrief zum Artikel der Heilbronner Stimme: Taylor verurteilt 28.4.20012
Es ist gut, dass Staatspräsidenten vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen verurteilt werden und Charles Taylor wurde sicher zurecht verurteilt. Man zieht einem Despoten eines schwachen Landes mal so richtig die Hammelbeine lang. Wer aber traut sich an Länder wie USA, England oder Frankreich, die fortgesetzt die Souveränität kleinerer und schwächerer Länder missachten? Wer zieht Obama zur Rechenschaft der duldet, dass Menschen ohne gerichtliche Grundlage Menschen jahrelang gefangen gehalten werden? Die USA lassen durch ihre Soldaten und Geheimagenten Menschen ermorden oder ihrer Freiheit berauben und unterwerfen sie Folterungen die sogar durch George Bush gerechtfertigt wurden. Hier muss man wieder einmal feststellen: die Kleinen hängt man auf und die Großen lässt man laufen.
Volker Bohn Brackenheim
07.05.2012
DIE LINKE hat sich von Anfang an als demokratische Erneuerungsbewegung verstanden. Demokratie bedeutet nicht, dass man alle vier Jahre ein Kreuz machen darf. Demokratie bedeutet, dass sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen. Wir erleben gerade, dass die Demokratie in ganz Europa auf dramatische Weise abgebaut wird. Es braucht eine linke Bewegung um diese Rückschritte zu stoppen. Die Rede auf Youtube
26.04.2012
Leserbrief zu „Alle stehen unter Strom“ (HN-Stimme vom 19.4.2012) von Stadtrat Hasso Ehinger.

Nach der Berichterstattung über die „hitzige Debatte im Gemeinderat um Bürgergenossenschaft“ bekam ich viele Anfragen welche Äußerungen von mir denn Herrn OB Himmelsbach veranlasst hatten diese Beiträge beleidigend mit „Unsinn“ bzw. „Unsinn hoch 3“ abzuqualifizieren. Davon stand in dem Bericht leider nichts, weshalb ich über diesen Weg die Ausgangslage darstellen möchte. Bisher hat der Gemeinderat nicht entschieden, ob die Stadtwerke Heilbronn und die HVG, die sich beide um den Konzessionsvertrag für das Stromnetz bewerben, eventuell in die Stromerzeugung und Vermarktung einsteigen sollen. Deshalb ist es aus meiner Sicht zeitlich völlig falsch jetzt eine gemeinsame Stromerzeugung mit der ZEAG zu beschließen bei der die ZEAG den Strom erhält, obwohl es sein könnte, dass wir u. U. später als Stadt mit der ZEAG auf dem Strommarkt konkurrieren. Nachdem der OB dann ohne inhaltliche Begründung das Ganze als Unsinn abqualifizierte, wies ich darauf hin, dass Heilbronn über den Konzessionsvertrag auch die 2 Wasserkraftwerke von der ZEAG zurückerhalten würde und sich so über den Konzessionsvertrag hinaus auch die Frage der eigenen Stromerzeugung stellt. Der OB qualifizierte auch dies ohne weiteres Argument als Unsinn oder Unsinn hoch 3 ab.
Ich trat bei der Diskussion nicht einseitig zugunsten der EnerGeno auf, obwohl ich diese Energiegenossenschaft sehr schätze. Ich forderte lediglich die Gleichbehandlung aller die auf städtischen Dächern Photovoltaikanlagen installieren wollen und verwies auf den Gemeinderatsbeschluss vom 18.11.2010, der dies vorsah. Zusätzlich forderte ich, dass die Stadt selbst Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern installieren soll, „das lohnt sich für Heilbronn genauso wie für die ZEAG. Wir müssen Politik für Heilbronn nicht für ZEAG machen“, war meine eindeutige Aussage.
Es ist keine Verteufelung der ZEAG, wenn viele Gemeinderäte in Heilbronn ebenso wie in anderen Städten, die Chancen der Energiewende nutzen wollen, um die Energieversorgung mit zu gestalten und für zusätzliche Einnahmen der Stadt zu sorgen. Beim Gas erfolgt dies erfolgreich über die HVG. Warum sollen wir den lukrativen Strommarkt nicht für die Stadt nutzen wie dies in Schwäbisch Hall, Bietigheim, Fellbach, Tübingen…. geschieht und auch in Stuttgart geprüft wird? Was bitte ist daran unsinnig?
Auf die Frage des OB, er wüsste ger
n wie viele Aufsichtsratsmitglieder der EnerGeno im Gemeinderat sitzen, durfte ich dann nicht mehr antworten. Klar war, kein Gemeinderat sitzt bei der EnerGeno im Aufsichtsrat, aber OB Himmelsbach sitzt im Aufsichtsrat der ZEAG. Da ist es peinlich andere möglicherweise als befangen zu verdächtigen.
Den Artikel finden Sie hier
23.04.2012
Hans Oette schrieb einen Leserbrief zur inhaltlosen, sensationsgesteuerten Berichterstattung über den Massenmörder Breivik, während andere wichtige Themen kaum Erwähnung finden. Teilweise in der Heilbronner Stimme und in der TAZ veröffentlicht.
Warum wird dem Massenmörder so viel Aufmerksamkeit geschenkt, während über die Aktionen von andern „Bösen“ kaum berichtet wird? Etwa über die der LINKEN im Bundestag. Deren Anträge müssen ja regelmäßig als „nicht finanzierbar“ abgelehnt werden. Und Horst Seehofer (CSU) sagte denn auch, man könne den Armen nicht dadurch helfen, dass man den Reichen etwas wegnimmt. Indessen gehören heute in Deutschland mehr als 60 Prozent des Vermögens den oberen 10 Prozent der Bevölkerung. Etwa 23 Prozent des Vermögens gehört den oberen 1 Prozent. Und die Konzentration im oberen Bereich nimmt ständig zu. Daneben steht die Zunahme der Altersarmut, der Armut von Kindern, von Hartz 4- Empfängern und Leiharbeitern und die fatale Finanznot der meisten Kommunen. Der Fiskalpakt, der europaweit Haushaltsdisziplin per Gesetz vorschreibt, wird zur Katastrophe, wenn weiterhin an den Sozialausgaben gespart wird, anstatt den Reichtum zu besteuern. Soziales Gewissen, erwache!
18.04.2012
Einschätzung von Michael Schlecht, ehemaliges Mitgied im Bundesvorstand von Verdi, heute MdB der Linken
Die Krise ist zurück. Mit einer Billion Euro wurden die Banken zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 von der Europäischen Zentralbank (EZB) vollgepumpt. Das hat die Situation für zwei Monate beruhigt. Jetzt steigt die Zinsfieberkurve für Italien und Spanien wieder deutlich an. Dreijährige Kredite sind für den italienischen Staat im Vergleich zum Januar um 40 Prozent teurer geworden.
Geht das so weiter, muss Italien unter den Rettungsschirm. Der ist aber für die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone zu klein. Um Italien und Spanien abzudecken, müsste er auf 1,5 Billionen Euro aufgeblasen werden. Das deutsche Haftungsrisiko erreicht dann den Wert von zwei kompletten Bundeshaushalten. Das ist politisch nicht mehr durchsetzbar. Italien wird deshalb zum Schicksal des Euros.
Inzwischen befindet sich ganz Europa durch die diktierte Kürzungspolitik der deutschen Kanzlerin in der Rezession. Dadurch werden die Prognosen der Europäischen Kommission für das italienische Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren deutlich unterschritten. Die offiziellen Konsolidierungspläne können - wie im griechischen Fall – nicht eingehalten werden.
Durch die Ratifizierung des unkündbaren ESM- und Fiskalvertrags droht diese verheerende Politik auch noch in Stein gemeißelt zu werden. DIE LINKE hält die Verträge für verfassungswidrig.
Die italienischen Staatsschulden haben sich im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erst mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 erhöht. Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Italien über seine Verhältnisse gelebt hat. Mit einer Ausnahme: Die hohen Einkommen und Vermögen wurden zu gering besteuert.
Prekär wurde die Situation für Italien erst, als es ab 2004 durch den Export weniger Geld einnahm als es für die Importe bezahlen musste. Ab da verschuldete sich das Land mit immer größeren Beträgen im Ausland. Erst dieses Doppeldefizit – hohe Staatsverschuldung und steigende Verschuldung gegenüber dem Ausland – hat Italien gegenüber den Finanzmärkten verwundbar gemacht.
Maßgeblich verantwortlich für die negativ gewordene italienische Handelsbilanz ist der Warenaustausch mit Deutschland. Ohne die Handelsbilanzdefizite gegenüber Deutschland und China hätte Italien 2010 sogar einen Überschuss erwirtschaftet. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss gegenüber Italien hat sich zwischen 2000 und 2010 fast verdreifacht.
Prozentual nahmen die deutschen Exporte nach Italien aus dem Nahrungs- und Genussmittelsektor am stärksten zu. Durch das deutsche Lohndumping stieg der jährliche Wert in diesem Zeitraum um 61 Prozent. Der jährliche Bruttolohn fiel in dieser Branche zwischen 2000 und 2008 von 23,2 auf 17,9 Euro je Arbeitsstunde.
Deutschland schadete Italien aber auch bei dessen Handel mit den Ländern außerhalb der Eurozone. Dieser wird in Dollar abgerechnet. Italien und andere Euroländer hatten steigende Handelsdefizite mit dem Dollarraum. Durch die deutschen Überschüsse war die Handelsbilanz der gesamten Eurozone aber ausgeglichen und so dessen Wirkung auf den Euro-Dollar-Wechselkurs neutral. Das verhinderte, dass sich der Euro gegenüber dem Dollar verbilligen konnte. Dadurch wären die italienischen Waren außerhalb der Eurozone preislich attraktiver geworden.
Auch das italienische Beispiel zeigt: Ohne Beendigung des deutschen Lohn- und Sozialdumpings gibt es kein Ende der sogenannten Eurokrise. Wären die Löhne seit dem Jahr 2000 wenigstens in der Höhe der Produktivität gestiegen, hätten die Arbeitnehmer hierzulande eine Billion Euro mehr in der Tasche. Davon wären auch viele Milliarden durch den Konsum ausländischer Produkte und Dienstleistungen in die Krisenländer geflossen. Nur bei einer solchen Politik können die Ungleichgewichte zukünftig verringert werden.
11.04.2012
Leserbrief zu den erschienen Artikeln vom 2.4.2012 von Volker Bohn.
Mit der Idee nicht nur in Stuttgart eine Citymaut einzuführen, zeigt Winfried Hermann das gelbe Gesicht der angeblich grünen Partei. Dieser verkappte Versuch den Autofahrern noch mehr getarnte Steuern aus dem Beutel zu schneiden, steht in der Tradition der Partei die, die Hartz IV Gesetze zu verantworten hat. Es wird zukünftig zwei Kategorien von Menschen geben. Diejenigen die es sich leisten können in die Innenstädte der Ballungsräume zu fahren und diejenigen die Angebote eben jener nicht wahrnehmen können. Sie werden von einem reichhaltigen Warenangebot und dem Kulturbetrieb abgeschnitten. In den kleinen Städten auf dem flachen Land gibt es kein Theater und die großen Rockgruppen kommen auch nicht dort hin. Überhaupt fragt man sich, ist das nicht der Anfang vom Ende sich ohne Maut auf Autobahnen und vom Steuerzahler finanzierten Straßen und Brücken mit einem Fahrzeug bewegen zu können? Die Maut ist ohnehin ein mittelalterliches Relikt das von feudalen Despoten genutzt wurde um ihre Untertanen auszuplündern.
11.04.2012
Leserbrief von Hans Oette, teilweise veröffentlicht.
Herr Reinhard meint, Nils Schmid (SPD) hätte sich bei seinem Einsatz für die Schlecker-Frauen verzockt. Will er damit die FDP aus der Schusslinie nehmen? Sie sparte den von ihr mitregierten Bundesländern einige Millionen. Warum ist aber die FDP munter bei den Euro-Rettungsschirmen dabei, wo die Staaten hunderte von Milliarden in den Ring werfen? Nun ja, dabei wird nicht den kleinen Leuten in Spanien oder Griechenland geholfen, denn die leiden unsäglich unter den auferlegten Sparmaßnahmen. Gerettet werden dort Staaten, die von korrupten Eliten in die Überschuldung manövriert wurden, weil sie ihre Gewinne steuerfrei auf Schweizer Konten bunkern. Und es werden Banken gerettet, die sich verzockten, weil sie diesen Staaten Kredite ohne Ende gaben. (Ende in der HSt)
Die FDP ist allein der Anwalt der Reichen, der Aktionäre der Banken und Konzerne, die nun weiterhin z. B. Waffen nach Griechenland liefern können. Sie ist zugleich der Feind der Marktwirtschaft, die nur funktioniert, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Denn vereinfacht gilt die Regel: Kleine Leute geben ihr Geld wieder aus, während die hohen Einkommen der Reichen zu Billionen auf die Finanzmärkte abwandern. Und die Steuersenkungspartei bedroht den Rechtsstaat, der im Sumpf der Überschuldung zu ersticken droht.
03.04.2012
Eine Zeitlang schienen die beiden großen Tarifbewegungen dieses Frühjahres von ver.di und der IG Metall zusammenzulaufen. Wären die Verhandlungen im öffentlichen Dienst Ende März gescheitert, dann hätte ab Ende April ein großer Arbeitskampf angestanden. Parallel dazu kommt die Tarifbewegung der IG Metall nach dem Auslaufen der Friedenspflicht am 28. April auf Touren.
Aus einer derartigen gemeinsamen Bewegung – unter Einbeziehung weiterer kleinerer Tarifrunden – hätte eine machtvolle gesellschaftliche Bewegung werden können, parallel zu den Wahlkämpfen in Schleswig-Holstein und NRW. Wichtige gesellschaftliche Konflikte waren in den Forderungen bei ver.di und IG Metall aufgenommen: Bei ver.di ging es neben der Lohnforderung von 6,5 Prozent um die Anhebung der unteren Einkommen; der sogenannten „sozialen Komponente“. Ebenso wurde die Steuerpolitik, mit der Reiche und Vermögende viel zu sehr geschont werden, thematisiert. Die strangulierten öffentlichen Kassen sind nicht Resultat zu hoher Ausgaben, sondern der Steuergeschenke an die Besitzenden. Bei der IG Metall hat der Kampf gegen die Leiharbeit, damit gegen die Prekarisierung, neben der ebenfalls geforderten Erhöhung der Löhne um 6,5 Prozent, einen besonderen Stellenwert und wird so verstärkt zu einem öffentlichen Thema gemacht.
Aus all dem Würde und Hätte wurde nichts: Am 31. März gab es bei ver.di einen Abschluss. Rückwirkend zum 1. März ist eine Erhöhung um 3,5 Prozent, ab dem 1. Januar 2013 um weitere 1,4 Prozent und dann noch einmal 1,4 Prozent ab 1. August 2013 vereinbart worden. Für 2012 ist damit maximal ein Prozentpunkt mehr als der verteilungsneutrale Spielraum – Preissteigerung plus Produktivität – erreicht worden. Die Verluste, die Umverteilung von unten nach oben liegen seit 2000 bei acht Prozentpunkten.
Das eigentliche Problem ist die fehlende soziale Komponente. Ver.di forderte eine Mindestanhebung von 200 Euro. Dann wäre der Stundenlohn in der untersten Entgeltgruppe von 8,57 Euro auf 9,76 Euro angestiegen. Die prozentuale Erhöhung um 3,5 Prozent bringt jetzt 30 Cent mehr, also 8,87 Euro. Am Ende der Laufzeit im Februar 2014 wird der Stundenlohn dann bei 9,12 Euro liegen.
Sicher, die unterste Entgeltgruppe ist ein Extrembeispiel, aber auch dort sind Kolleginnen – vor allem wohl sie – eingruppiert. In der Entgeltgruppe 2 – zum Beispiel Innenreinigung mit besonderen Anforderungen – wird es am Ende der Laufzeit zumindest 10,24 Euro geben.
Angeführt vom CSU-Innenminister Friedrich haben die Arbeitgeber gerade bei der Anhebung der Entgeltgruppen absolut blockiert. Damit haben sie letztlich die Verantwortung, dass der Niedriglohnbereich weiter zementiert wird. Pervers ist, dass die öffentliche Hand zwar nicht in Gestalt höherer Löhne, jedoch durch Aufstockungszahlungen höhere Einkommen finanziert. Mit der Blockade bei den unteren Entgeltgruppen lassen sich die öffentlichen Arbeitgeber ihre Knauserigkeit zum Teil durch das Arbeitslosengeld II-System subventionieren.
Und in den Reihen von ver.di ist dieses Ergebnis, gerade wegen der fehlenden sozialen Komponente, aber auch der Kürzung der Urlaubstage für Neueingestellte hochgradig umstritten. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass die Tarifkommission in der Nacht von Freitag auf Samstag sieben Stunden benötigte um letztlich in einer Kampfabstimmung mit einem knappen Votum das Verhandlungsergebnis zu beschließen.
Ob ein Ergebnis angenommen wird oder nicht hängt in zugespitzen Situationen immer mit der Einschätzung der Kampffähigkeit zusammen. Diese war in den beiden vorangegangen Warnstreikwellen hoch. Anfang März waren 130.000 Kolleginnen und Kollegen beteiligt, vor der letzten Verhandlung rund 200.000. Gerade mit der Einbeziehung der Flughäfen wurde massiver Druck aufgebaut. Ohne diese beiden beeindruckenden Warnstreikwellen wäre das jetzige Ergebnis nie zustande gekommen.
Jedoch zeigten sich auch Brüche. In der letzten Warnstreikwoche waren in den neuen Bundesländern weniger als 20.000 beteiligt, in NRW allein rund 80.000. Die Mobilisierungsfähigkeit, natürlich auch der Organisationsgrad war und ist sehr unterschiedlich. In ostdeutschen Familien haben diejenigen, die im öffentlichen Dienst arbeiten häufig das höchste Einkommen gegenüber Familienmitgliedern aus der Privatwirtschaft. Im Westen ist es meistens umgekehrt. Kein Wunder, dass vor allem die ostdeutschen Kolleginnen und Kollegen in der Tarifkommission keine Kampffähigkeit für ein besseres Ergebnis sahen.
Ver.di ist nach diesem Abschluss im öffentlichen Dienst eine innerlich angespannte Organisation. Sind mit diesem Abschluss Chancen verschenkt worden? Wäre es möglich gewesen die soziale Komponente und ein besseres Gesamtergebnis in einer großen Streikauseinandersetzung zu erreichen? Oder ist mit diesem Abschluss das maximal mögliche in Anbetracht der gewerkschaftlichen Kampfkraft und der politisch strangulierten öffentlichen Kassen erreicht worden? Diese Fragen stellen sich im Kern in der innergewerkschaftlichen Debatte.
Um Tarifabschluss finden Sie einen Offener Brief von Mitgliedern der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zur Tarifrunde 2012 im öffentlichen Dienst hier
Leserbrief zu einem Kommentar in der Heilbronner Stimme
Im Kommentar "Galgenfrist" wird der Nutzen einer Transfergesellschaft für 11.000 Schlecker-Beschäftigte in Zweifel gezogen. Dabei ist der Vorschlag von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Verdi eine Auffanggesellschaft zu gründen eine wichtige Bedingung, um für das insolvente Unternehmen einen Investor zu finden. Ohne Transfergesellschaft drohen massenhafte Kündigungsklagen und das würde die Suche nach einem geeigneten Investoren erheblich erschweren und somit weitere Arbeitsplätze gefährden. Die Beschäftigten, welche in eine Transfergesellschaft wechseln müssen, hätten die Möglichkeit in einem geschützten Rahmen nach Arbeit zu suchen und sich fortbilden zu lassen. Finanzieren muss die Gesellschaft das Unternehmen Schlecker, der mögliche Kredit der KfW-Bank muss zurückbezahlt werden. Allerdings verlangt die KfW dafür Sicherheiten und deshalb müssten die Länder bürgen, d.h. normalerweise fließt überhaupt kein Geld der Länder. Der Poker um diese Bürgschaft und somit um die Arbeitsplätze und Zukunft zehntausender Arbeitnehmerinnen ist unwürdig. Florian Vollert (Mitglied im Kreisvorstand der Linken in Heilbronn)
Zur DGB-Veranstaltung am 12.4. in HN

Ich bin etwas enttäuscht, dass zwar die Parteien auf dem Podium vertreten sind, die SPD und die Grünen, die die Gesetze geschaffen haben, die diese Arbeitsverhältnisse in großem Stil erst zuließen. Durch die Begleitung durch Hartz IV haben SPD und Grüne den Interessen der Arbeitgeber massiv in die Hände gespielt. Flächentarifverträge stehen auf der Kippe, die Gewerkschaften wurden durch die Hartz – Parteien in ihrer Effizienz Vorteile für die abhängig Beschäftigten zu erringen, deutlich eingeschränkt. Die CDU und vor allem die FDP sind traditionelle Gegner von den Zielen die der DGB und seine Gewerkschaften verfolgen. Außerdem haben sie die perfiden Gesetze der beiden Hartz-Parteien noch perfektioniert.
Die Experten die Wege aus den prekären Beschäftigungsverhältnissen weisen könnten, von der Partei DIE LINKE sind auf dem Podium nicht vertreten. Wir haben hier in Baden-Württemberg sechs Bundestagsabgeordnete. Mit Michael Schlecht haben wir einen erfahrenen Ver.di Aktivisten im Bundestag der sich in dieser Materie bestens auskennt.
Ich bin schon erstaunt darüber, dass denjenigen, die die jetzige Situation zu verantworten haben, Gelegenheit eingeräumt wird ihre Politik bei den Gewerkschaften zu erläutern und diejenigen, die diese Entwicklung von Anbeginn an bekämpft haben zum Schweigen verurteilt sind.
Offensichtlich sind die Kollegen die in der Partei DIE LINKE sind nur nütze um euch bei der Mobilisierung von Demos zu unterstützen und die Gewerkschaftsarbeit im Betrieb voran zu bringen, aber von der politischen Auseinandersetzungen mit den im Bundestag vertretenen Parteien, wie es eigentlich guter demokratischer Usus sein sollte, bleiben wir ausgeschlossen.
Mit kollegialen Grüßen Volker Bohn Mitglied im Kreisvorstand der Partei DIE LINKE
15.03.2012
„Nils Schmids Kritik an Bundeswirtschaftsminister Rösler ist berechtigt, nützt den Schlecker-Beschäftigten aber gar nichts“, kritisiert Michael Schlecht, baden-württembergischer Abgeordneter der Fraktion DIE LINKE.
Schlecht weiter: „Die Schlecker-Angestellten brauchen sofort eine Transfergesellschaft, sonst stehen sie auf der Straße. Ob für den baden-württembergischen Schlecker-Konzern die Landes- oder die Bundesregierung zuständig ist, bleibt dabei zweitrangig.
Wenn Schwarz-Gelb und Grün-Rot sich weiter den Schwarzen Peter zuschieben, werden die betroffenen Schlecker-Frauen nächsten Monat arbeitslos. Gestritten wird um einen staatlichen 70-Millionen-Euro-Kredit für die Transfergesellschaft. Das sind Peanuts, verglichen mit Milliardengeschenken für die Banken.
Rösler hat deutlich gesagt, dass ihm die Schlecker-Frauen keinen Cent wert sind. Die Landesregierung muss jetzt zeigen, dass sie eine andere Politik macht und über das landeseigene Förder-Institut L-Bank den Kredit so schnell wie möglich gewähren.“
05.03.2012
In der Ausgabe vom 02.03.2012 der HN-Stimme wurde ausführlich über den angeblich seit Jahren gut ausgebauten ÖPNV im Zabergäu berichtet. Tatsächlich, man musste sich die Augen reiben, hat der Landrat Piepenburg mit Gefolgschaft doch in Heilbronn einen Bus bestiegen um damit nach Brackenheim zu fahren und dabei festgestellt, dass er mit Dienstfahrzeug ( gehobene Klasse ) und Fahrer doch auch nicht viel schneller sei als mit Bus. Auf jeden Fall machen die Herren zumindest auf dem Bild einen entspannten Eindruck. Dazu muss man als Pendler der im oberen Zabergäu wohnt folgendes anmerken:
Es ist schon ein Unterschied ob man von Heilbronn oder Lauffen ins Zabergäu fährt, oder ob man morgens im Berufsverkehr den Versuch unternimmt mit dem Bus im Stau vom Zabergäu nach Heilbronn oder nach Lauffen zu kommen, um dort noch eine gute Bahnverbindung nach Stuttgart oder anderswo zu bekommen. Frühmorgens fahren tausende von Pendlern mit ihren PKW ebenfalls in diese Richtung und spätestens in Brackenheim an der ersten Kreuzung ist schon Schluss, bzw. da steht man schon 1km vor Brackenheim im Stau, der Bus übrigens dann auch. Möchte man gar nach
Karlsruhe ist schon im oberen Zabergäu Endstation mit dem Bus. An die Bahnanbindung von Eppingen nach Karlsruhe kommt man erst gar nicht ohne PKW. Leider arbeiten nicht alle Bürger in Heilbronn oder Ludwigsburg, es gibt sehr viele die sich jeden Morgen in Richtung Karlsruhe bewegen müssen. Dazu sollte man einmal die Herren fragen, was ist mit den Menschen die Behindert sind, junge Mütter oder Väter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Pendler die ihr Fahrrad mitbenutzen, dann kommen noch hunderte von Schülern morgens und nachmittags, Leute mit Koffern usw., wie stellen die sich dies denn eigentlich vor? Oder am Wochenende würden die Menschen gerne mit dem Fahrrad ins Zabergäu und dann die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen, man denke da mal z.B. an eine Radtour mit 15 Teilnehmern, wie sollen die in einem Bus mit ihren Fahrrädern transportiert werden, das müssten die gewählten Entscheidungsträger mal vormachen.
Es führt deshalb kein Weg daran vorbei endlich die längst notwendige Bahnlinie ins Zabergäu zügig zu planen und in die Tat umzusetzen. Bürgermeister und Landräte müssten jetzt die hierfür nötige Schritte angehen und nicht durch Parteitaktischen Gründen die die Zukunft und vor allem den damit verbundenen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt und Naturschutz mit ihrer Weigerung zur Zabergäubahn ausbremsen.
Im Übrigen werden damit die Busverbindungen zu den Bahnstationen aus den anderen Gemeinden sehr wichtig sein, damit haben deren (-!-) Freunde bei den Busunternehmern immer noch genügend zu tun.
Peter Kochert
01.03.2012

DIE LINKE Baden-Württemberg kritisiert den Vorstoß von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel im öffentlichen Dienst bis zu 15 000 Stellen abzubauen. „Das ist der falsche Weg zur Sanierung des Landeshaushaltes“, sagt Landessprecher Bernd Riexinger. DIE LINKE stehe vielmehr für einen zukunfts- und handlungsfähigen öffentlichen Dienst. Insbesondere im Bereich der Bildung müsse dringend auf- und nicht abgebaut werden. SPD und Grüne hätten sich mit der von ihnen mit beschlossenen Schuldenbremse in eine strukturelle Handlungsunfähigkeit manövriert, so die LINKE.
Bernd Riexinger: „Nach wie vor haben wir im öffentlichen Bereich kein Ausgabe- sondern ein Einnahmeproblem. Allein die Einführung der längst fälligen Vermögenssteuer würde den Landeshaushalt auf einen Schlag sanieren.“
23.02.2012
Wieder einmal werden wir wie so oft von einem Pfaffen repräsentiert. Der Prediger soll Bundespräsident werden. Joachim Gauck wird von den Medien zum Präsidenten der Herzen hochstilisiert. Statt dessen werden aber die Benachteiligten unseres Wirtschaftssystems keine große Freude an dem Kirchenmann haben, wenn er seiner bisherigen Linie treu bleibt.
Er gratuliert schon mal dem Genossen der Bosse Gerhard Schröder dazu, dass er HARTZ IV eingeführt hat. Dies legt den Verdacht nahe, dass er beim Studium der Bergpredigt nicht im Hörsaal war. Er hält die Einführung der Rente mit 67 für unbedingt notwendig. Ich kann mir gut vorstellen, dass der künftige Präsident sich von seinem Schreibtisch aus nicht vorstellen kann wie es um einen Kollegen vom Bau mit fünfundsechzig Jahren bestellt ist.
Gauck ist durchaus ein Hardliner, der auch den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan befürwortet. Er attestiert Sarrazin Mut für sein Machwerk „Deutschland schafft sich ab“ und „Die politische Klasse könne aus dem Bucherfolg Sarrazins lernen, dass ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, das die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“.
Als strammer Antisozialist steht für ihn die Bespitzelung der Partei DIE LINKE außer Frage und findet die Occupy Wall Street Bewegung „unsäglich albern“.
Wir brauchen keinen selbsternannten Demokratielehrer der dem Osten und dem Westen Demokratie beibringen muss. Wir können Demokratie! Die Demokratieverhinderer sitzen in der Regierung, Banken und den Führungsetagen der Wirtschaft.
Es ist sowieso nicht einzusehen, dass sich Deutschland einen Ersatzkaiser leistet der mit deutlich mehr als 200.000 € im Jahr und einem Schloss alimentiert wird. Die vom Bundestag beschlossenen Gesetze könnte genauso gut der Parlamentspräsident unterschreiben Da jener jede Menge Vertreter hat könnte er auch ein Bisschen repräsentieren. Würden man auf ihn und andere Ehrensöldner künftig verzichten, hätte vielleicht mancher HARTZ IV Empfänger auch am einunddreißigsten eines jeden Monats noch was zu essen im Topf.
Volker Bohn
21.02.2012
Die Grüne-SPD-Regierung in Stuttgart vollzieht größte Wohnungsprivatisierung in der Geschichte des Bundeslandes. Gespräch in der Zeitung Junge Welt mit Bernd Riexinger, dem Vorsitzenden der Südwest-Linken und Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Stuttgart hier
19.02.2012
Gedanken von Hans Oette zur Eurokrise
Die momentan herrschende Logik bietet Griechenland nur entweder die Erfüllung der Sparpläne mit massiven Rentenkürzungen, Entlassung von kleinen Beamten und Absenkung der Mindestlöhne, oder die Staatspleite, mit ähnlichen, aber noch schlimmeren Folgen für die kleinen Leute. Beides führt infolge des Verlusts an Nachfrage zu weiteren Unternehmenspleiten und noch mehr Arbeitslosen. Heute ist es notwendig, neben den Staatsfinanzen auch die Volkswirtschaft, also die Finanzen aller Unternehmen und Verbraucher eines Landes, in die Betrachtung einzubeziehen. In der Regel speist der Staat nicht nur das durch Steuern eingenommene Geld wieder in die Volkswirtschaft ein, sondern auch das durch Verschuldung von den Finanzmärkten erhaltene Geld, etwa durch Staatsaufträge und Sozialleistungen. (Auch die Einstellung von Beamten ist eine Sozialleistung, wenn damit Arbeitslose von der Straße geholt werden.)
Aus der nationalen Volkswirtschaft fließt Geld ab, erstens durch Importüberschuss und zweitens, wenn Überschüsse von reichen Bürgern auf die Finanzmärkte abwandern. Also muss sich ein Staat so viel Geld von den Finanzmärkten leihen und in die Volkswirtschaft einspeisen, wie durch diese Abflüsse verloren geht. Aus dieser Sicht ist der deutsche Staat um keinen Deut besser, denn auch wir sind mit über 2 Billionen Euro verschuldet, obwohl durch Exportüberschüsse Jahr für Jahr über 100 Milliarden Euro ins Land kommen und einen Teil der Abflüsse auf die Finanzmärkte ausgleichen. Daher heißt die richtige Politik nicht Sparen bei den Armen, sondern stärkere Besteuerung der Reichen, deren Überschüsse die Finanzmärkte mästen, und Erschwerung des Exports in Länder wie Griechenland, etwa durch Importzölle.
Die griechische Wirtschaft so konkurrenzfähig zu machen wie die deutsche, wird nie gelingen, auch wenn man dort die Mindestlöhne noch so sehr absenkt. Das Geld der kleinen Leute verlässt ja nicht das Land, sondern das der Reichen. Doch deren Einfluss verhindert leider eine gerechtere Politik (System Wulff). Und der Egoismus starker Exportländer wie Deutschland verabscheut Exporthemmnisse. Doch wir brauchen dringend eine neue Richtschnur der Politik, eine Makroökonomik der Staatengemeinschaft. Ohne sie steuern wir auf den Bankrott aller Staaten zu, auch des deutschen. Denn über die Rettungsschirme bezahlt ja unser Staat nachträglich unseren Exportüberschuss. Die bisherige Politik hat privaten Reichtum und öffentliche Armut geschaffen. Und bereits die nächste Krise kann zur Superkrise werden, wenn selbst der deutsche Staat nicht mehr durch Rettungsschirme, Rettung von Banken, Abwrackprämien, Kurzarbeitergeld u. ä. helfen kann.
13.02.2012
Leserbrief von Hans Oette
Die Mängel des Projekts Stuttgart 21 müssen weiterhin benannt werden. Die Volksabstimmung ergab zwar eine Mehrheit gegen den Ausstieg zum „Preis“ von 1,5 Milliarden. Aber nur, weil wir Amateure gegen mit viel Geld ausgestattete Profis nicht genügend klar machen konnten, dass die vielen Milliarden für den Weiterbau erst recht zum Fenster hinausgeworfen wären. Laut Stresstest soll S21 etwa ein Drittel mehr Züge bewältigen, als der Kopfbahnhof heute bewältigt. Aber bevor die S-Bahnen unter die Erde verlegt wurden, hat der Kopfbahnhof schon weit mehr geleistet, ganz zu schweigen von dem, was ein modernisierter Kopfbahnhof leisten könnte. Zudem ergab der Stresstest auch, dass bei S21 bei Verspätungen das Chaos einträte, weil sich zwei Züge einen Bahnsteig teilen müssen. Beim Stresstest testete die Bahn sich selbst und schloss die Gegner entgegen der Vereinbarung aus. Lange vor der Präsentation ließ sie überall verkünden, der Strasstest sei bestanden. Als Heiner Geißler und das Gutachterbüro SMA nach der Präsentation vorschlugen, den Kopfbahnhof zu erhalten und den Tiefbahnhof mit nur 4 Gleisen zu bauen, wurde das einfach nicht ernst genommen.
An vorderster Stelle der angeblichen Ausstiegskosten von 1,5 Milliarden stand der durch S21 erzielbare Landgewinn. Tatsächlich kann man aber auch das Gleisfeld auf Stelzen überbauen. S21 wäre ein Stromfresser (und würde den Atomausstieg schwieriger machen), nicht zuletzt wegen des für alle Zeiten notwendigen Grundwasser- Managements. (Ständig müsste Grundwasser hoch gepumpt, geklärt und wieder in die Tiefe gepresst werden). Der Kraftstoffverbrauch beim Wegtrabsport der ungeheuren Erdmassen würde die Klimaerwärmung verhängnisvoll vorantreiben. Es wurden Zeitgewinne für ausgesuchte Verbindungen (etwa zum Flughafen) hervorgehoben. Doch für die meisten Verbindungen brächte S21 Zeitverluste, vor allem, weil Vorortzüge nicht vor den Fernzügen einfahren und nach ihnen wieder ausfahren könnten (integraler Taktfahrplan). Zudem wäre S21 mit den ultra- kurzen Haltezeiten, der Enge auf den Bahnsteigen, der fehlenden Barrierefreiheit und der fast aussichtslosen Lage bei einem Brand alles andere als kundenfreundlich. Eine zukünftige Erweiterung im Untergrund ist unmöglich.
Manches „unverzichtbare“ Großprojekt scheiterte schon. Die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf wurde zwar gegen große Widerstände gebaut, aber danach nie in Betrieb genommen. Die Politik hatte wieder einmal Milliarden in den Sand gesetzt. Die technischen Probleme beim Bau des Dükers für den Nesenbach (unter dem Tiefbahnhof hindurch) scheinen momentan unlösbar zu sein. Und es gibt für S21 eine Obergrenze der Summe, die die grün- rote Landesregierung der Bahn für S21 zuschießen wird. Wer trägt darüber hinaus gehende Kosten? Kann man die Milliarden nicht bessere verwenden als für dieses Prestigeobjekt?
06.02.2012
Als "völlig durchgeknallt" bezeichnet der Landessprecher der Baden-Württembergischen Linkspartei den Fraktionsvorsitzenden der CDU Baden-Württembergs, Peter Hauk.
Riexinger: "Hauk hat jegliches demokratische Gespür verloren, wenn er einen Verbotsantrag der Linkspartei für denkbar hält. Wer demokratische Parteien verbieten will, muss sein eigenes Verhältnis zur Demokratie überprüfen.“
Es sei lächerlich, DIE LINKE mit rechtsextremen Parteien gleich zu setzen. „DIE LINKE ist eine demokratische Partei, sowohl programmatisch als auch nach Innen“, so Riexinger. Die CDU habe vom Grundgesetz nichts begriffen, wenn sie Kapitalismus und freie Marktwirtschaft als Bestandteile der Verfassung ausgebe. „Wer eine soziale und solidarische Wirtschaftsordnung will, der tritt für mehr Demokratie ein“, sagt Riexinger. Dass das Diktat der Finanzmärkte demokratiegefährdend sei, würde durch die aktuelle Entwicklung überdeutlich.
01.02.2012
Die Warnung von Bertold Brecht ist leider höchst aktuell: Der Schoss ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!
Es ist unbegreiflich, aber doch wahr. Jahrelang wütete eine Nazibande quer durch das Land und richtete regelrecht 9 Immigranten kaltblütig hin, die sich eine neue Existenz in unserem Land aufbauten, Die Nazibande überfiel 14 Banken, verübte zahlreiche Sprengstoffanschläge in NRW und erschoss hier in Heilbronn eine junge Polizistin.
Wir wissen heute, dass die Geheimdienste versagt haben. Ob sie den sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund gedeckt, unterstützt oder finanziert haben, wird der Gegenstand eines Untersuchungsausschusses sein, den alle fünf Fraktionen des Bundestags diese Woche beschlossen haben.
„Auch 2010 waren in Deutschland keine rechtsterroristischen Strukturen feststellbar“, hieß es noch wörtlich im Verfassungsschutzbericht 2010, den Innenminister Friedrich Anfang dieses Jahres der Presse vorstellte.
Seit meinem 15 Lebensjahr bin ich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten und kann Ihnen mit meiner Lebenserfahrung sagen: Im Kampf gegen die Nazis darf man sich nicht auf Geheimdienste verlassen. Der beste Verfassungsschutz ist die kritische Öffentlichkeit, sind Medien, die nicht die verharmlosenden Beschwichtigungen der Politik übernehmen, sondern über die Nazis und ihre Hintermänner berichten.
Verharmlosung der Nazis ist auch, wenn Protestierende junge Menschen mit den mordenden Neonazis auf einer Stufe gestellt werden, in dem sie alle zu Extremisten erklärt werden.
Wer die menschenverachtenden NPD-Politiker mit Abgeordneten der Linken gleichsetzt, hat nicht alle Tassen im Schrank. Wer seine Beamten damit beschäftigt, Artikel über die Reden von Oppositionspolitikern auszuschneiden, braucht sich nicht zu wundern, dass der nationalsozialistische Untergrund unentdeckt bleibt.
Die NPD hat sich erneut als Durchlauferhitzer für den rechten Terror erwiesen. Es ist ein Skandal, dass diese Partei, die in der Bevölkerung Unfrieden sät, i n dem sie Teile der Bevölkerung gegen andere Teile hetzt, nicht verboten ist. Ihr Kampf gegen unsere Demokratie, wird auch noch aus den Steuermitteln bezahlt, die auch die Immigranten aufbringen, gegen die sich diese richtet.
Wir wissen auch, dass ein neues Verbotsverfahren in Karlsruhe nur dann einen Sinn hat, wenn die V-Leute endlich abgeschaltet werden. Ich fordere die Bundesregierung, aber auch die Landesregierung auf, endlich diese Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu erfüllen.
Alt-Bundeskanzler Schröder hatte früher einmal von der Notwendigkeit des „Aufstands der Anständigen“ gesprochen. Ich finde es wichtig, wenn die Zivilgesellschaft sich das Treiben der Nazis nicht gefallen lässt. Es muss überall durch breite Bündnisse zum Ausdruck kommen: Wir sind und wollen eine bunte Gesellschaft, die auch Minderheiten ertragen kann, in der Platz ist für Menschen
unterschiedlicher Farbe, Herkunft, Religion, verschiedener sexueller Orientierung. Nur eine Farbe hat in diese Buntheit kein Platz: Die Farbe Braun.
Mir ist es persönlich wichtig zum letzten 1.Mai in Heilbronn etwas zu sagen:
Die NPD hat den Tag der Arbeit missbraucht und in Heilbronn demonstriert.
Als Rechtsanwalt habe ich Verständnis für die Situation einer Gemeindeverwaltung, die durch Gerichte verpflichtet wird, einen geplanten Aufmarsch der NPD zu dulden. Auch habe ich Verständnis dafür, dass die Polizei verhindern möchte, dass die fanatisierten NPD-Anhänger und Gegendemonstranten aufeinander stoßen. Aber warum muss man Proteste durch Allgemeinverfügungen unterbinden und durch großräumige Absperrungen dafür sorgen, dass den Nazis der Protest erspart bleibt? Warum hatte ich als parlamentarische Beobachter das Gefühl, dass die jungen Menschen, die angereist sind, um gegen die Nazis zu demonstrieren von der Polizei als die
größere Bedrohung angesehen und behandelt worden sind?
Dazu kann ich nur sagen. So erzieht man nicht die Jugend zu Zivilcourage.
Ich bin um jeden Jugendlichen froh der sich fantasievoll und friedlich den Nazis in den Weg stellt.
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen !
Das heutige Treffen ist deswegen so wichtig, weil wir die Auseinandersetzung mit Nazismus, Anti-Islamismus und Rassismus nicht allein der Politik und den Behörden überlassen können.
Da ist jede und jeder gefragt. Und daher danke ich Ihnen allen für Ihre Anwesenheit heute.
Genau an diesem Ort wurde 2007 die Polizistin Michele Kieselwetter erschossen, ihr Kollege wurde lebensgefährlich verletzt.
Wir gedenken und trauern heute um :
Enver Şimşek,
Abdurrahim Özüdoğru
Süleyman Taşköprü
Habil Kılıç,
Mehmet Turgut ,
İsmail Yaşar,
Theodoros Boulgarides,
Mehmet Kubaşık,
Halit Yozgat
und um Michele Kieselwetter.
Wir werden eine Schweigeminute einlegen und dann eine Blumenschale an der Stelle der ermordeten Polizisten niederlegen.
20.01.2012
19.01.2012 - In der Aktuellen Stunde auf Verlangen der Fraktionen der CDU/CSU und FDP unter dem Titel »Solidarität von LINKEN-Abgeordneten mit dem syrischen Präsidenten Assad« stellt Ulrich Maurer klar: Union und FDP lügen, heucheln und haben eine lange Tradition der Kollaboration mit dem Regime Assad. CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne haben den Antrag abgelehnt, in dem DIE LINKE 2011 forderte: »Solidarität mit den Demokratiebewegungen in den arabischen Ländern. Beendigung der deutschen Unterstützung von Diktatoren« und in dem ausdrücklich Syrien genannt wurde.
16.01.2012
Auszug aus einem Leserbrief des MdB Richard Pitterle zur Finanztransaktionssteuer.

Beschäftigte, Hartz IV-Betroffene, Rentnerinnen und Rentner zahlen in Europa die Zeche für die Finanzmarkt- und Euro-Krise, die sie aber nicht verschuldet haben. Es ist erforderlich, die Finanzmärkte zu regulieren und die Gewinne der Spekulanten abzuschöpfen. Dafür ist die Finanztransaktionssteuer eine sehr geeignete Maßnahme unter mehreren.
Wenn man das aber nicht will, dann sagt man, es klappt nur, wenn man es weltweit macht:
Mit diesem Totschlag-Argument garantiert man, dass dann gar nichts passiert.
Die Finanztransaktionssteuer bringt in Europa ungefähr 70 Milliarden Euro. Und sie hat eine gewisse Stabilisierungswirkung bei extrem kurzfristigen Spekulationen mit Finanzderivaten, weil sie diese stark verteuert. Sie ist also ganz bewusst dafür gedacht, die kurzfristigen Spekulationen zu verteuern, die ökonomisch rein gar nichts mit der Finanzierung von realer Ökonomie zu tun haben.
So, wie das die EU-Kommission vorschlägt, wird keine Firma nach London abwandern. Denn demnach ist es egal, wo die Transaktion vorgenommen wird. Die Steuerpflicht entsteht am Wohnort des Bürgers beziehungsweise am Sitz der Gesellschaft. Ein Hedgefond aus Stuttgart hat nichts davon, die Geschäfte nach London zu verlagern. Denn bezahlt wird hier.
Die Finanztransaktionssteuer macht nur einen Bruchteil der Depotgebühren aus, die an die Bank zu zahlen sind. Deshalb ist auch die Behauptung, die Riester-Rente verteuere sich, eine bewusste Irreführung von Riester-Sparern. Darauf haben auch der österreichische Finanzminister und andere Experten hingewiesen.
Die Spekulanten müssen zur Kasse gebeten werden. Davon soll jetzt nicht weiter geredet werden, das soll jetzt endlich geschehen.
Richard Pitterle , Bundestagsabgeordneter (Die Linke), Sindelfingen
Der Kreisverband Heilbronn-Unterland der Partei DIE LINKE hat im Jahr 2011 viel politische Arbeit geleistet. Wir führten Wahlkämpfe zur Landtagswahl im März und im Bündnis zum Volksentsscheid im November. In Stadt- und Landkreis referierten die Bundestagsabgeordneten Klaus Ernst, Uli Maurer, Sahra Wagenknecht, Richard Pitterle und Michael Schlecht auf Veranstaltungen, daneben waren bei uns Gäste wie Hannes Rockenbauch und Gangolf Stocker aus der Bewegung gegen Stuttgart 21. Wir hatten Infostände vor den Arbeitsämtern und zu vielen Themen in den Fußgängerzonen. Wir haben am 1. Mai beide Bündnisse gegen den Nazi-Aufmarsch unterstützt und im Heilbronner Stadtrat und Kreistag mit unseren Abgeordneten wichtige Impulse liefern können. Wir haben von hier aus unser Parteiprogramm mitgestaltet und freuen uns deshalb auf die Aufgaben in der Zukunft.
Werden auch Sie politisch aktiv und unterstützen Sie im neuen Jahr DIE LINKE im Kampf für soziale Gerechtigkeit und Frieden! Kontakt
08.12.2011

„Einen gesetzlichen Mindestlohn mit 8,50 Euro will die Landesregierung in den Bundesrat einbringen. Damit wären nach wie vor Niedriglöhne möglich, deshalb muss die unterste Marke 10 Euro betragen,“ so Michael Schlecht, Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE und baden-württembergischer Bundestagsabgeordneter.
Schlecht weiter: „Alle Beschäftige, die weniger als 9,50 Euro in den alten Bundesländern verdienen, müssen für Niedriglöhne arbeiten. Deshalb ist für DIE LINKE die unterste Marke 10 Euro.
Mit dem Antrag der Landesregierung sollen 8,50 gesetzlich als verbindlicher Mindestlohn politisch gesetzt werden. Dies geht über die jüngst auf dem Parteitag der Grünen beschlossenen Position sowie Anträgen im Bundestag hinaus. Die Bundesgrünen wollen die 8,50 nur als allgemeine Orientierung, die jedoch nicht vom Gesetzgeber festgelegt wird. Vielmehr sollen die Tarifvertragsparteien sich auf eine Empfehlung einigen, die dann der Gesetzgeber übernimmt. Diese Position ist der der CDU sehr ähnlich.
Den schwarzen Peter den Tarifvertragsparteien zuzuschieben, ist so, als würde man einem Menschen die Beine brechen und dann von ihm verlangen, hundert Meter zu laufen. Wie sollte der DGB mit dem BDA als Verhandlungspartner eine „Lohnuntergrenze“ von 8,50 durchsetzen? Ohne jeglichen Druck aus den Betrieben? Mit kollektivem Betteln?
Zum gesetzlichen Mindestlohn gehört zwingend die Festlegung durch den Gesetzgeber. Und dann nicht mit 8,50, sondern mit zehn Euro wie von der Linken gefordert!“
30.11.2011
Ein fiktives Interview mit dem Betriebsratsvorsitzenden von Porsche und ehemaliger Wahlkämpfer für Gerhard Schröder, Uwe Hück. Interviewpartner ist der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft in Baden-Württemberg, Stefan Dreher. Es geht um ausgeschüttete Prämien beim Autobauer Porsche:
- Hallo, Uwe, wenn man das hochrechnet, sind das im Jahr 6.000 Euro.
Uwe: Richtig. Deshalb lieben mich meine Kollegen.
- Aber aus Sicht der IG Metall ist das eine Ohrfeige!
Uwe: Naja, wenn ich 500 Euro im Monat mit der IG Metall in die Tabelle erkämpfe, dann ist das schön für die IG Metall. Aber lieben mich dann noch meine Kollegen? Und vor allem: Liebt mich dann noch der Vorstand? Wir müssten streiken! Ich regiere die IG Metall ja nicht umsonst!
- Mal eine andere Frage: Pensionskassen besorgt - was heißt das für die Metall-Rente? Ich bin ja einer, der die Gesetzliche verteidigt.
Uwe: Die Gesetzliche zahlt aber keine Prämien für Abschlüsse. Ich hab' ja nicht umsonst mit Walter Riester an der Zerschlagung der Gesetzlichen gearbeitet!
- Okay, aber für die Kollegen ist das nicht gut: Gesetzliche schwach und die Metall-Rente abhängig vom Finanzmarkt . . .
Uwe: Tja, dafür regiere ich ja auch die SPD. Soll sich doch Udo Lutz drum kümmern, der hängt sich doch dauernd für die Riester-Rente rein, macht er übrigens gut: Je schwächer die Gesetzliche umso notwendiger die Metall-Rente. Und Udo freut sich auch immer, wenn sein Betriebsrat an der IG Metall vorbei saftige Prämien beim Bosch raushandelt.
- Ja und die, die nicht privat können, weil sie zu wenig verdienen?
Uwe: Mir egal, die sind weder bei Porsche noch in der IGM. Und die gehen auch nicht wählen, sonst würden sie ja Euch wählen. Aber das musst du zugeben, dass wir das gut hingekriegt haben: Die haben wir gleich so fertig gemacht, dass sie so sehr mit ihrer Elendsverwaltung beschäftigt sind, dass sie nicht mehr wählen gehen. Pech für Euch!
- Ach, Uwe noch was: Für Deine gewerblichen Kollegen hast Du ja im Leiharbeitsbereich Equal Pay. Aber die tausende Leih-Ingenieure in Weissach, die als "Kaufleute" rangieren, die kriegen bloß die Hälfte.
Uwe: Ja Sakra! Kannst du Dich mal entscheiden, auf was Du raus willst! Wenn die auch 7.000 im Monat kriegen würden, dann würden die sich doch alle privat Renten-versichern! Was willst du eigentlich? Dass die Ings in Weissach gut verdienen - oder die Gesetzliche verteidigen?
- Kollege Hueck, Danke für's Gespräch, da fällt mir nix mehr ein:
Uwe: Ja eben: Einfallslos! Einer von den Linken halt! Aus Dir wird nie was!
29.11.2011
Bei der letzten Kundgebung des regionalen Bündnisses HN-JA zum Ausstieg am 23.11. wurden nochmal die wichtigsten Argumente ausgetauscht. Auch nach der Volksabstimmung, die Zugunsten der S21-Befürworter ausgegangen ist, bleibt, dass Stuttgart 21 ein Milliardengrab wird und deshalb kein Geld für sinnvolle Projekte und Infrastruktur im regionalen Bahnverkehr vorhanden sein wird. Fotos der letzten Veranstaltung mit Gangolf Stocker, Silke Ortwein (HN_JA zum Ausstieg) und Gottfried May-Stürmer (BUND), Hasso Ehinger (LINKE), Alle, Susanne Bay (Grüne) und Hans-Martin Sauter (VCD):
22.11.2011
Leserbrief in der Heilbronner Stimme vom 22.11.
Was von einigen Bürgern schon lange vermutet wurde, dass nämlich nicht der Verfassungsschutz die Neonazis überwacht, sondern die Neonazis den Verfassungsschutz benützt und unterwandert hat, bewahrheitet sich immer mehr. Hierbei fallen insbesondere diejenigen Bundesländer auf, die immer noch Parteien wie die LINKE überwachen. Ein weiteres Indiz hierfür ist auch der Versuch Anti-Nazi Symbole rechtswidrig zu verbieten. Die angegebenen Gründen dafür waren nicht nur scheinheilig, sondern in der Logik überhaupt nicht nachvollziehbar! Wo blieb da eigentlich der massive mediale Aufschrei? Deshalb muss in Bundesländer wie Hessen und Baden-Württemberg der gesamte interne Verfassungsschutz auf Unterwanderung von Neonazis überprüft werden. Es ist also noch sehr viel aufzuklären! Wilhelm Hötzl
21.11.2011
Resolution des Parteivorstandes vom 19. November 2011
Wir trauern um Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kiliç, Yunus Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halit Yozgat und Michéle Kiesewetter.
Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer der neofaschistischen Morde, und wir bedauern es zutiefst, dass sie erst jetzt Gewissheit bekommen, wer ihre Angehörigen ermordet hat.
Die Mordserie durch die neofaschistische Terrorzelle NSU hat zu einem großen Polizei- und Geheimdienstskandal geführt. Nach dem, was jetzt öffentlich bekannt ist, hat es schon zu Beginn der Morde eindeutige Hinweise ins rechtsextreme Milieu und auf die Tätergruppe gegeben. Führende Polizei- und Verfassungsschutzbeamte haben jedoch angewiesen, diese Spuren nicht weiter zu verfolgen. Sie gingen von der rassistischen Hypothese aus, dass die Morde an den Händlern mafiöse, in migrantischen Milieus wurzelnde Hintergründe haben müssten.
Wir verlangen eine lückenlose Aufklärung, welche Beamten wann an welcher Stelle vorhandene Spuren der NSU ignoriert und für Desinformation der Öffentlichkeit, vor allem der Angehörigen der Opfer gesorgt haben. Wir verlangen lückenlose Aufklärung, was die Sicherheits- und Justizbehörden wussten und was sie ignorierten. DIE LINKE fordert die Abschaffung von Geheimdiensten.
Wir lehnen alle Forderungen nach mehr Befugnissen für Polizei und Geheimdienste – wie die Einführung einer Zentraldatei für neofaschistische Terroristen und die Vorratsdatenspeicherung – ab. Wir haben keinen Mangel an technischen Möglichkeiten, sondern offenkundig einen Mangel an demokratischem Bewusstsein in den Sicherheitsbehörden.
Wir fordern den Abzug aller V-Leute der Verfassungsschutzbehörden aus der NPD, den Kameradschaften und dem gesamten rechtsextremen Milieu. Die V-Leute sorgen nicht für mehr Information der Sicherheitsbehörden. Im Gegenteil: Vor allem die Verfassungsschutzbehörden finanzieren über die V-Leute zumindest indirekt den Aufbau neofaschistischer Strukturen mit, weil sie die V-Leute bezahlen.
Die Verfassungsschutzbehörden dienen nicht der Aufklärung rechtsextremer Aktivitäten, ihre V-Leute sind oftmals Beteiligte. Wir bekräftigen unsere Forderung, die verfassungsfeindliche NPD zu verbieten.
Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Antifaschistische Pressearchive, Opferberatungsstellen, mobile Beratungsteams tragen weit mehr zur öffentlichen Aufklärung rechtsextremer Umtriebe und Gewalt bei als irgendeine Verfassungsschutzbehörde.
Wir fordern die Stärkung zivilgesellschaftlicher Projekte und Organisationen gegen Neofaschismus und rechtsextreme Gewalt. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Ansatz für die Projektfinanzierung zu erhöhen und vor allem die sogenannte Extremismusklausel zu streichen. Diese hindert viele Projekte daran, Mittel des Bundes für ihre zwingend notwendige Arbeit zu beantragen.
Wer die Demokratie gegen neofaschistische Gewalt stärken will, muss die demokratische Zivilgesellschaft stärken und nicht unter Verdacht stellen. Wir sehen uns in der Verantwortung, jeder Form von Rassismus und Neofaschismus entgegenzutreten und uns aktiv an Protestaktionen dagegen zu beteiligen.

Der linke Bundestagsabgeordnete Richard Pitterle eröffnete eine Veranstaltung seiner Bundestagsfraktion in Brackenheim zum Thema Stuttgart 21 aus aktuellem Anlass mit der Forderung die rechtsradikale Partei NPD zu verbieten.
"Die NPD ist Stichwortgeber für Gewalttäter wie die Rechtsterroristen aus Jena. Deren Blutspur durch ganz Deutschland muss die Verantwortlichen in der Politik endlich zu einem Verbotsverfahren bringen." eröffnet der Bundestagsabgeordnete die Brackenheimer Veranstaltung.
Er erinnert an den Nazi-Aufmarsch in Heilbronn am 1. Mai diesen Jahres, bei dem über 700 Neonazis aus dem süddeutschen Raum Hetzparolen gegen Ausländer und Andersdenkende skandierten. Pitterle war an diesem Tag als parlamentarischer Beobachter vor Ort. "Anstatt die Demonstranten, die sich den Nazis entgegenstellen wollten zu unterstützen und ihr Engagement zu würdigen wurde vom Ordnungsbürgermeister Harry Mergel ein ganzes Stadtviertel für die Neonazis zur demokratiefreien Zone gemacht. Hunderte Menschen wurden stundenlang in mehreren Polizeikesseln festgehalten." Das Vorgehen in anderen Städten, beispielweise in Mannheim, zeigt, das dies auch anders geht.
Im Gegensatz zu unserer Regierung und großen Teilen der Opposition, bin ich nicht der Meinung, dass der Euro noch zu retten ist! Er war von Anfang an eine Totgeburt und hatte nie eine echte Überlebenschance.
Die unterschiedlichen Volkswirtschaften in der Eurozone entwickeln sich unterschiedlich gut und unterschiedlich schnell. Der Ausdruck dessen sind die Lohnstückkosten. Die Veränderung der Lohnstückkosten in Deutschland vom Jahr 2000 bis 2011, wobei 2011 eine Prognose ist, ist 0,6% pro Jahr, die von Griechenland +2,9%. Das heißt, dass die gleichen griechischen Waren und Dienstleistungen zur Zeit um 25,3% teurer angeboten werden müssen als die deutschen. Estland hat mit +48,4% ein geradezu desaströses Missverhältnis zur deutschen Lohnstückkostenentwicklung. Aber auch große Volkswirtschaften wie Italien mit +23,1% oder die nach Deutschland stärkste Volkswirtschaft in Europa, Frankreich mit +14,3% weisen erhebliche Entwicklungsdefizite gegenüber Deutschland aus. Die Tendenzen verstärken sich zunehmend. Im Umkehrschluss heißt das auch dass Deutschland seine Waren zu Konditionen anbietet, die der Realität nicht entsprechen. Der Euro wird gegen über Drittwährungen durch die wirtschaftlich relativ schwachen Länder für deutsche Produkte niedrig bewertet und für die relativ wirtschaftlich schwachen Länder durch Deutschland zu hoch bewertet.
Was man daraus ableiten kann ist, falls Griechenland diese Krise übersteht es in einem überschaubaren Zeitraum wieder vor den gleichen Problemen steht. Vielleicht ist Estland schon vorher der nächste Kandidat der gerettet werden muss.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Die wichtigste Komponente ist sicher die starke Kapitalausstattung der Arbeitsplätze, sprich Einsatz von modernen Maschinen und der hohe Ausbildungsstand der vielen Fachkräfte.
Wenn es nicht gelingt die Volkswirtschaften in einer Förderation konvergent zusammen zu führen, wie etwa die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Länderfinanzausgleich sehe ich für den Euro und Europa schwarz. Die Mittel aus dem Finanzausgleich müssten für den Wirtschaftsaufbau der schwächern Staaten verwendet werden. Andere Rezepte wie sparen entziehen den Wirtschaftskreisläufen die notwendigen liquiden Mittel. Schrumpfende Volkswirtschaften mit Abwärtsspiralen wären die Folgen. Auch der jetzt vorgenommene Haircut ändert nichts am grundsätzlichen Problem der auseinander driftenden Wirtschaften. Wenn am System nichts geändert wird gilt nach wie vor:
Nach der €uro – Rettung ist vor der €uro – Rettung.
Volker Bohn Landessprecher Linke Unternehmer
18.10.2011

"Was ist wichtiger? Dass wir Geld in Lehrer, Bildung, Kinderbetreuung oder die Versorgung unserer Kranken, für den Ausbau des
Regionalverkehrs und andere wichtige Dinge ausgeben, oder dass wir Milliarden sinnlos in der Erde vergraben." Die ganze Rede
Vor zehn Jahren beschloss der Bundestag mit den Stimmen von SPD und Grünen, die Bundeswehr in den »Krieg gegen den Terror« zu schicken. Einzig DIE LINKE hat den Krieg immer abgelehnt und will die Bundeswehr sofort zurückholen. Der Krieg am Hindukusch ist politisch falsch, moralisch verwerflich und kostet viele Menschenleben und Gesundheit.
Von SPD und Grünen wurde der Afghanistankrieg beschlossen. Heute führen CDU und FDP den Krieg, von dem alle wissen, dass er militärisch nicht zu gewinnen ist. Die Friedensbewegung und DIE LINKE haben immer vor Kriegseinsätzen gewarnt und deutlich gemacht, dass Einsatz gegen Terror nur erfolgreich sein kann, wenn er mit sozialer Gerechtigkeit und kultureller Toleranz geführt wird. Ein Krieg gegen den Terror bringt jeden Tag neue Gewalt hervor. Bush und Obama, Schröder und Merkel haben mit ihrer Politik dem Terror neue Kämpfer zugeführt. Es wurde der Bevölkerung vorgelogen, dass der Afghanistankrieg mehr Demokratie bringt.
Nach zehn Jahren ist klar: Krieg und Demokratie schließen sich aus und Menschenrechte können nicht herbeigebombt werden. Es wurde behauptet, man müsse den Krieg führen, um den Terror zu schwächen. Ein Blick in die Welt zeigt: Das Gegenteil ist der Fall. Es wurde gelogen, der Krieg sei notwendig für Abrüstung. In Wirklichkeit aber rüsten immer mehr Staaten auf. Es bestätigt sich: Krieg kann und darf kein Mittel der Politik sein.
24.09.2011

Sahra Wagenknecht hielt in der Aktuellen Stunde des Bundestags am 21.09.2011 zur Frage der Insolvenz Griechenlands eine beachtenswerte Rede. Das Video dazu finden sie hier.
07.09.2011
Gregors Gysi - Haushaltsrede im Bundestag
Gregor Gysi in seiner Antwort auf die Rede der Bundeskanzlerin in der so genannten Elefantenrunde: "Die Demokratie ist nicht nur gefährdet. Wir haben es wirklich mit Zerstörung zu tun. Wir haben es mit einer Systemkrise zu tun. Wir haben es mit einer Diktatur der Finanzmärkte zu tun..."
Das Video der Rede findet sich auf Youtube.
05.09.2011
Dieser Text von Hans Oette erschien als Leserbrief in der HSt
Mit dem Gewicht des Exportweltmeisters Deutschland hätte eine stabile EU gezimmert werden können. Doch heute wackeln hier alle Wände. In Paketen mit wechselndem Etikett versenden wir ständig Milliarden oder übernehmen Bürgschaften für die Schulden anderer Länder. Es regieren die Finanzmärkte, die Regierungen reagieren nur noch. Das Übergewicht der Billionen auf den Finanzmärkten basiert auf dem Blackout der sozialen Komponente in der Politik. In einer historischen Verirrung erklärte sich die SPD zur „neuen Mitte“, von der sie die CDU verdrängen wollte. Die SPD-Basis war irritiert, viele gingen von Bord, Wähler wandten sich ab, die „Sozialdemokraten in der SPD“ formierten sich, aber die SPD- Spitze blieb stur.
Beim Projekt Stuttgart 21 hätte die SPD als Opposition monieren müssen, dass der Gleiskörper gar nicht umgewidmet und an Finanzinvestoren verkauft werden darf, solange ihn regionale Bahnbetreiber beanspruchen. Die SPD hätte merken müssen, dass die Mischfinanzierung Bund / Land verfassungswidrig ist. Und dass die Bahn AG über die wahren Kosten des Projekts getäuscht hat. Und dass es weniger Leistung und Verspätungsabbau bringt als der Kopfbahnhof. Wochen vor Bekanntgabe ließ die Bahn verbreiten, der Stresstest sei bestanden. Dann die Offenbarung: Die Prüfer von sma versteckten zwar Pferdefüße in Fußnoten, empfahlen dann aber zusammen mit Geißler eine andere Lösung, sehr zum Ärger der SPD. Hier versagt sie nicht nur, sie stellt sich aktiv gegen das Wohl der Bürger. Und gegen unsere Umwelt, der durch das Mammutprojekt S21 ein weiterer schweren Schlag versetzt werden soll.
02.09.2011

Nach den Zahlen der Bundesregierung sinkt das Rentenniveau bis 2025 um weitere 10 Prozent auf 45,2 Prozent. Klaus Ernst sieht sich durch diese Ergebnisse in seiner Forderung für eine gesetzliche Mindestrente bestätigt: "Die Renten sind im freien Fall. Es muss eine verbindliche Untergrenze geben, die Altersarmut verhindert. Niemand darf im Alter weniger als 850 Euro im Monat haben.“ Diese Rentenkürzung beinhaltet nicht die Kürzungen durch die Rente ab 67, die Streichung des ALG-II-Beitrags und andere Kürzungsmaßnahmen, die die Bundesregierung ebenfalls beschlossen hat. Diese kommen noch zusätzlich auf die Menschen zu und werden noch weiter sinkende Renten sorgen. Ebenfalls zusätzlich rentenmindernd wirken sich die sinkenden Löhne der Beschäftigten in Deutschland aus.
Die Ergebnisse rot-grüner Rentenpolitik sind schon heute erschreckend. Bis zu den Reformen von SPD und Grünen konnte wer sein Leben lang in die Rente einzahlte, mit einer Rente deutlich oberhalb der Grundsicherung rechnen. Die Gesetzliche Rentenversicherung nahm ihre Aufgabe war und sicherte den Lebensstandard der Betroffenen ab. SPD und Grüne haben diese Funktion zerstört. 1995 war die Rente für langjährig Versicherte noch fast doppelt so hoch wie die Sozialhilfe. Bis 2010 ist dieser Abstand auf ein Drittel geschrumpft. In heutigen Preisen sank der Abstand zur Sozialhilfe damit von rund 500 auf gut 200 €. Gemessen an der Preisentwicklung blieb die Sozialhilfe seit 1995 weitgehend konstant. Die Renten haben jedoch seit Beginn der rot-grünen Kürzungspolitik im Jahr 2000 dramatisch an Wert verloren. Die schwarz-gelbe Bundesregierung setzt diese unverantwortliche Politik fort.
Mehr zu Klaus Ernst gibt es hier
26.08.2011

Der Blogger Jacob Jung analysiert regelmäßig die politische Landschaft in Deutschland aus einer linke Sichtweise. Zur aktuellen Diskussion um DIE LINKE hat er einen interessanten Text geschrieben, mit einem von Erich Kästner zitierten Ratschlag: „Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!“
15.08.2011
Text von Hans Oette
Sensation: Der Schlichter (oder Vermittler) im Streit um Stuttgart 21, Dr. Heiner Geißler, hat offenbar dazu gelernt. In 2010 schlug er noch die Aufstockung des Projekts zu S21 Plus vor. Jetzt befürwortet er zusammen mit den Prüfern des Stresstests, dem Schweizer Ingenieurbüro SMA, einen Tiefbahnhof mit nur noch 4 statt 8 Gleisen und die Erhaltung von 8 der 16 Gleise des Kopfbahnhofs. Was sind die Gründe dafür? S21 Plus hätte die absurden Kosten noch mehr in die Höhe getrieben, ohne seine entscheidenden Mängel zu beseitigen. Diese entscheidenden Mängel muss die Öffentlichkeit jetzt kennen lernen, wie sehr auch eine Allianz aus Betonköpfen in der Politik, der Presse und der Bahn das zu verhindern versucht.
Stuttgart 21 ist nicht konstruktiv, sondern destruktiv, denn es soll ein bestens funktionierender Bahnhof demontiert werden. S21 verschlingt Milliarden, die nicht vorhanden sind und daher die bedrohlichen Staatsschulden weiter in die Höhe treiben. Beim Stresstest hat S21 eine Note bekommen, die noch vor kurzem „mangelhaft“ hieß, aber zwischenzeitlich von der Grube-Bahn in „wirtschaftlich optimal“ umgetauft wurde. Der Kopfbahnhof hat vor Jahren (bevor die S-Bahn unter die Erde gelegt wurde) schon mehr Züge pro Stunde bewältigt, als dem Tiefbahnhof im Stresstest zugemutet wurden. Beim Bau von S21 wird im Schlosspark gewütet. Es würden über viele Jahre gewaltige Mengen an Kraftstoff, Strom und andere Ressourcen verbraucht und so der Klimakatastrophe Vorschub geleistet. Züge verbrauchen in den eingleisig vorgesehenen Tunneln durch den Luftwiderstand doppelt so viel Energie wie oben. Beim Betrieb von S21 wäre der Stromverbrauch 2½ mal so hoch wie beim Kopfbahnhof. Beim Grundwassermanagement müsste für alle Zeiten pausenlos Grundwasser gefördert, geklärt und wieder in die Erde gepresst werden. Die Cannstatter Quellen wären gefährdet, Gebäude könnten in der Erde verschwinden. Deshalb ist der Mitplaner von S21, der Stararchitekt Frei Otto, nachträglich aus dem Projekt ausgestiegen und hat eindringlich vor ihm gewarnt. Eine Chimäre ist der Landgewinn, denn der vorhandene Bahnkörper könnte überbaut werden, wie schon in vielen Großstädten geschehen. Zudem braucht Stuttgart eine Frischluftschneise. Fast ständig kommen neue bestürzende Fakten ans Licht, z. B. über die Höhe der Kosten, bei denen die Betreiber systematisch getäuscht haben. Von Anfang an haben die Nutznießer S21 mit Tricks und Lügen vorangetrieben. Die Nutznießer sind ein Filz aus steinreichen Immobilienhaien, Großunternehmern und Spitzenpolitikern, die sich von ihnen einwickeln ließen. Der politische Unterbau wurde durch Parteiräson und Fraktionszwang zu Mitläufern gemacht.
Es werden auch Zeitgewinne angegeben, die vornehmlich im Vergleich mit den heutigen Fahrzeiten entstehen, die durch herunter gekommene Gleisanlagen erhöht worden sind. Verschwiegen wird, dass sich die Wartezeiten beim Umsteigen erhöhen würden, weil ein Taktfahrplan (erst recht ein integrierter) bei S21 nicht möglich ist. Die hinter S21 stehende Philosophie lautet „die Großfirmen brauchen Aufträge, die Wirtschaft muss wachsen, sonst drohen Arbeitslosigkeit, Pleiten und die Wirtschaftskrise. Auf die Umwelt und die Staatsschulden kann da keine Rücksicht genommen werden.“ Ist aber die Staatsverschuldung auch der „gesündesten“ Staaten an der Obergrenze, droht die Super-Krise. Wir können technische Abläufe beherrschen und steuern, doch bei den Problemen der Wirtschaft sind wir die Getriebenen und zerstören dabei die Zukunft unserer Kinder.

Die stellvertretende Vorsitzende der LINKEN, Sahra Wagenknecht, fordert angesichts des neuen Krisenschubs an den Finanzmärkten die europaweite Einführung einer Vermögensabgabe und einen "echten Schuldenschnitt". Sahra Wagenknecht erklärt:
Die Anleihekäufe der EZB sind in der aktuellen Situation zwar notwendig. Ohne einen Schuldenschnitt sind sie aber nur ein weiteres Rettungsprogramm für die privaten Gläubiger. Wer die Schuldenkrise überwinden will, muss die Vermögensbesitzer und Großkonzerne zur Kasse bitten. Dies gilt für Europa und die USA gleichermaßen. Ein Drittel des US-amerikanischen Haushaltsdefizites ist auf Steuersenkungen für Reiche zurückzuführen. Auch in Europa findet ein Dumpingwettlauf um die niedrigsten Steuersätze für Reiche und Konzerne statt, während der Anteil des Steueraufkommens, den Verbraucher und Beschäftigte zu zahlen haben, seit vielen Jahren steigt. Diese Umverteilung von unten nach oben ist eine zentrale Ursache der Krise. Statt die Vermögen der Reichen durch immer neue "Rettungsschirme" abzusichern müssen öffentliche Schulden und private Vermögen auf ein vertretbares Niveau zurückgeführt werden.
DIE LINKE fordert zur Krisenbewältigung eine europaweite Vermögensabgabe und einen Schuldenschnitt, mit dem die öffentliche Verschuldung auf ein nachhaltiges Niveau reduziert wird. Unsoziale Kürzungsprogramme lehnen wir ebenso ab wie die Schaffung einer Transferunion zugunsten der Banken und Vermögensbesitzer in Europa. Stattdessen müssen die öffentlichen Haushalte vom Diktat der Kapitalmärkte und Ratingagenturen befreit werden. Dazu müssen die Staaten die Möglichkeit bekommen, über eine Europäische Bank für öffentliche Anleihen zinsgünstige Kredite bei der EZB aufzunehmen. Statt EU-weitem Steuerdumping brauchen wir eine europäische Mindestbesteuerung von Unternehmen und Vermögen sowie eine effektivere Bekämpfung von Steuerflucht.
29.07.2011
Der Protest gegen Stuttgart 21 wird auch trotz Stresstest weitergeführt werden. Gründe dafür finden sich in der Rede des Landessprecher der Südwest-LINKEN, Bernd Riexinger, im Stuttgarter Schlossgarten bei der internationalen Veranstaltung "Alle Staatsgewalt, Demokratie, Kultur und Frieden geht vom Volke aus".
28.07.2011

Jean Ziegler, Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrates, wurde als Festredner der heute beginnenden Salzburger Festspiele ausgeladen, weil man seine deutlichen Worte zu dem Hunger in der Welt fürchtet.
Ziegler verurteilt den kapitalistisch verursachten Hunger in Afrika und anderswo auf der Welt als »tägliches Massaker, das in eisiger Normalität vor sich geht«. Seine Rede hielt er trotzdem, vor Vertretern von NGOs.
25.07.2011

"Die europäischen Regierungschefs haben sich eine Verschnaufpause im Wettlauf mit den Finanzmärkten erkauft, mehr nicht. Das zentrale Problem, die Entmachtung der Banken und Finanzhaie, wurde nicht angegangen", kommentiert Klaus Ernst, Parteivorsitzender der LINKEN den Ausgang des gestrigen EU-Krisengipfels in Brüssel. Ernst weiter:
Erneut hat die Bundeskanzlerin wichtige Forderungen blockiert. Eine Bankenabgabe und Euro-Bonds wird es nicht geben. Statt Banken und Finanzhaien endlich das Handwerk zu legen, werden die Steuerzahler weiter bluten müssen. Denn sie müssen für die Garantien des europäischen Rettungsschirms und für neue Anleihen haften, während die Banken attraktive Zinsen kassieren. Den Griechen und anderen Schuldenstaaten hilft das wenig: Sie werden weiter von EU und IWF mit Spar- und Privatisierungsprogrammen überzogen und müssen gleichzeitig bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ihre Schuldenberge abtragen.
Die Spekulanten müssen endlich über Euro-Bonds sowie direkte Kredite einer öffentlichen Bank aus dem Geschäft genommen werden.Gleichzeitig fordert DIE LINKE eine Finanztransaktionssteuer. Sonst entstehen neue Finanzblasen und Europa hat politisch keine Zukunft. Wir brauchen eineabgestimmte europäische Wirtschaftspolitik mit Sanktionen für Exportüberschüsse und ein Ende des deutschen Lohndumpings, sonst ist das wirtschaftliche Ungleichgewicht in der EU nicht in den Griff zu bekommen. In jedem Fall muss der Bundestag in einer Sondersitzung über die EU-Beschlüsse beraten.
11.07.2011
27.06.2011
Ralf Ritter, linker Kandidat der vergangenen Landtagswahl im Wahlkreis Neckarsulm, zur Diskussion über den Fachkräftemangel in Deutschland.
Die Gespensterdiskussion um den so genannten Fachkräftemangel wird seit Jahren geführt. Angesichts von ca. 5 Millionen Arbeitslosen und vielen unbezahlten Praktikantenstellen, fragt man sich schon: Was soll das? Auch das Handwerk beteiligt sich an dieser Debatte. Der Bundesweite Kampagnenjournalismus, getragen von Bild und weiteren Blättern, bläst in dasselbe Horn wie unsere Wirtschaftsvertreter. Wie passt dies in das Bild von Massenarbeitslosigkeit, Lohndumping und Generation Praktikum? Mehr
Ein interessantes Interview im Morgenmagazin zu dem Thema Fachkräftemangel - eine Drohkulisse?
15.06.2011

Die ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen, Jutta Ditfurth, hat ein Buch über ihre Ex-Partei geschrieben, in dem das System regierungsfähige Protestpartei erklärt wird. In einem Interview mit Spiegel online nimmt Ditfurth Stellung.
08.06.2011
Das schlechte Wahlergebnis der Landtagswahl fordert von der LINKEN in BaWü eine Reflexion ihrer Ziele und Handlungsweisen. Auf einer Klausurtagung in Stuttgart trafen sich Vertreter aus allen Kreisverbänden, um über die Zukunft der LINKEN in BaWü zu diskutieren. Prof. Dr. Heinz Bierbaum, Stellvertretender Vorsitzender der Partei DIE LINKE und Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im saarländischen Landtag, eröffnete die Konferenz mit einem Referat zu LINKE Politik heute - Selbstverständnis einer sozialistischen Partei
06.06.2011

Anlässlich der aktuellen Debatte zum Atomausstieg und der Ankündigungen von Klagen der Stromkonzerne gegen die Ausstiegspläne der Bundesregierung erklärt die Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Gesine Lötzsch:
Ich freue mich, dass SPD-Fraktionsgeschäftsführer, Thomas Oppermann, mit seinen jüngsten Äußerungen einem Gesetzesentwurf (DRUCKSACHE NR. 17/5474) meiner Fraktion im Grunde zustimmt und den Atomausstieg „wasserdicht“ im Grundgesetz verankern will. Nur so wird den Stromkonzernen der Boden für Klagen entzogen und der Ausstieg aus der Kernenergie unumkehrbar. Unser Gesetzentwurf schließt zudem das Verbot zur Produktion und Nutzung von Kernwaffen ein. Das Atomgesetz ist für heutige und künftige Generationen von so entscheidender Bedeutung, dass ihm Verfassungsrang gebührt. Die Stromproduktion und deren Nutzung darf nicht durch die Einflussnahme von Lobbyisten und deren Profitinteressen bestimmt werden. Deshalb gehört die Stromproduktion in die öffentliche Hand und unter öffentliche Kontrolle. Atomenergie muss für zivile und militärische Nutzung für immer verbannt werden.
Zum Hören: MP3 - Pressestatement der Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch zu diesem Thema vom 1.6.2011
In diesen Tagen wird den Menschen wieder erzählt, dass Griechenland erneut Milliarden brauche, um gerettet zu werden. Es wird den Menschen erzählt, dass das Geld für die Armen und schlecht wirtschaftenden Griechen ausgegeben werden müsse. Das ist eine Lüge. Dieses Geld wird ausgegeben, um die deutschen Banken und Finanzinvestoren zu retten, die ihr Geld in Griechenland mit hohen Zinsen verliehen haben. Wir sagen: Diejenigen, die uns in die Krise getrieben haben, sollen jetzt zahlen für Griechenland. Den ausführlichen Text gibt es als Youtube-Video.
09.05.2011

Der Chefökonom der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand von Verdi hat für den Parteivorstand der LINKEN ein Strategiepapier verfasst, in dem er sich mit der weiteren Ausrichtung der Partei, im Schatten der Landtagswahl in BaWü, auseinandersetzt. Hier
06.05.2011
Schlussfolgerungen aus dem Landtagswahlergebnis von Bernd Riexinger, Sprecher der Partei DIE LINKE in Baden-Württemberg, in der Monatszeitschrift "Sozialismus". Hier
27.04.2011
„Wahlversprechen und konkretes Regierungshandeln sind bei SPD und Grünen
zweierlei,“ so Michael Schlecht, baden-württembergischer
Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE.
Die Gebührenfreiheit im Kindergarten oder in der Kindertagesstätte wurde
versprochen, jetzt müssen die Eltern weiterhin bezahlen. An
Ganztageskrippen mehr als 500 Euro. Vielen Kindern von finanziell nicht gut
betuchten Eltern wird so der Weg in die Kita verbaut.
Schulen, vor allem die Ganztagesschulen erfordern deutlich mehr Lehrer und
Lehrerinnen. Durch sinkende Schülerzahlen sollen 1500 Lehrstellen für die
Ganztagesschulen zur Verfügung stehen. Das ist jedoch eindeutig zu wenig.
Notwendig wären mindestens 3000 neue, zusätzliche Lehrerstellen.
Der ökologische Umbau erfordert vor allem viel Geld. Gerade der schnelle
Aufbau erneuerbarer Energieerzeugung. Der EnBW fehlen hierfür acht
Milliarden Euro. Hilfen vom Eigentümer? Fehlanzeige.
Die Verhinderung des Wahnsinnsprojektes „Stuttgart 21“ hängt einzig am
Stresstest. Nur wenn in diesem die Baukosten mehr als 4,5 Milliarden Euro
betragen, soll Stuttgart 21 beerdigt weden. Die Gefahr, dass die passenden
Ergebnisse hingemauschelt werden ist riesengroß. Übersteht „Stuttgart
21“ den Stresstest, dann soll die Volksabstimmung kommen. Diese wird
wegen ihrer hohen Hürden letztlich nur ein scheindemokratisches
Legitimationsverfahren sein. Mit der Volksabstimmung lässt sich Stuttgart
21 kaum verhindern.
Grün-Rot stellt sich in Baden-Württemberg unter das Diktat der
Haushaltskonsolidierung und der Schuldenbremse. Diese erzwingt eigentlich
in den nächsten Jahren noch kein Handeln. Mindestens für diese
Legislaturperiode bestünde noch Zeit sich voll auf den versprochenen
sozial-ökologischen Umbau des Landes zu konzentrieren: Kostenfreie
Kindererziehung, mehr pädagogisches Personal und einen entschiedenen
Ausbau regenerativer Energieerzeugung. Dies alles findet nicht oder höchst
ungenügend statt, weil sich Grün-Rot dem Diktat neoliberaler
Finanzpolitik unterordnet.
Michael Schlecht, Chefökonom der Linksfraktion im Bundestag
05.04.2011
"Weltweit weht ein frischer Wind. Alte Machtpositionen stürzen ein. Mappus, der Panzerkreuzer der Atomlobby, muss weichen, und bei Stuttgart 21 gibt es einen Baustopp. Japan zeigt, dass bei der Atomkraft das Volk das Risiko trägt, während eine Minderheit große Gewinne macht. Stuttgart 21 bringt wenigen enorme Aufträge und Gewinne. Doch die Allgemeinheit zahlt die Zeche in Form höherer Fahrpreise und eines kräftigen Anstiegs der Staatsverschuldung. Die Regierung Kretschmann wird vor dem Dilemma stehen, dem großen Geld weiterhin zu Diensten zu sein, oder von ihm abgestraft zu werden. Denn bekanntlich ist das Kapital wie ein scheues Reh: Es flieht, wenn ihm in einem Land die Anlagemöglichkeiten nicht profitabel genug oder die Steuern zu hoch sind. Wohnsitze, Firmensitze und Produktionsstätten wandern aus. So kommt es, dass die Gewinne der wenigen nur so sprudeln und das überschüssige Geld auf die Finanzmärkte fließt. Dort betteln die Staaten um immer neue Kredite, denn sie sind nötig, damit Geld in die Volkswirtschaften zurückfließt. Diesen Zwängen sollte sich Grün- Rot wie ein David dem Goliath entgegenstellen. Vor allem aber müssen alle Staaten gemeinsam daran arbeiten, die Herrschaft der Finanzmärkte abzuschütteln. Schon vor 15 Jahren sagte der damalige Chef der Deutschen Bundesbank, Hans Tietmeyer: Die meisten Politiker sind sich noch immer nicht im Klaren darüber, wie sehr sie unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von ihnen beherrscht werden (1996 vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos)."
„Der 27. März hat zwar der LINKEN nicht den erhofften Einzug in den Landtag gebracht. Wir werden aber die Entwicklung kritisch verfolgen und uns auf Bundesebene und auf der kommunalen Ebene weiterhin für die Rechte und Interessen aller einsetzen.“ Hans Oette
26.03.2011
Atomkraft: In Japan „brennen“ die Meiler, wegen des Erdbebens und des Tsunamis. Wir werden eine solche Naturkastasrophe wohl nicht bekommen. Aber es gibt daneben noch andere tödliche Gefahrenquellen wie menschliches Versagen, Flugzeugabstürze, Sabotage und Terroranschläge. Wir brauchen die AKWs nicht mehr, da wir Strom exportieren. Wir können auch die Stromverschwendung drosseln und noch viel mehr Strom alternativ erzeugen. Also ist es verantwortungslos, Anlagen weiter zu betreiben, die bei einem GAU unser Land für Jahrhunderte verseuchen und unbewohnbar machen können.
Wirtschaftsminister Brüderle: Wie man den Zeitungen und dem Fernsehen entnehmen kann, hat er ausgeplaudert, was viele schon befürchtet hatten: Die derzeitige Regierung täuscht einen Kurswechsel in de Atompolitik nur vor, wegen der bevorstehenden Wahlen.
Überwindung der Wirtschaftskrise: Für den gegenwärtigen Aufschwung wird die schwarz-gelbe Regierung oft gelobt. Er beruht aber vor allem auf unserem Exportüberschuss. Er bringt Deutschland viele Einnahmen und Arbeitsplätze, andere Länder treibt er in Arbeitslosigkeit und Verschuldung. Die Finanzmärkte, auf denen Billionen hin und her geschoben werden, leihen den extrem verschuldeten Ländern entweder gar kein Geld mehr oder nur noch gegen Wucherzinsen. Daher muss Deutschland immer wieder Bürgschaften übernehmen oder Milliarden hinblättern, um diese Länder vor der Pleite zu retten. (Meldung z. B. vom 25. März „Gemeinschaft bereitet Milliardenhilfe für Portugal vor.“) Der deutsche Staat ist aber auch schon beängstigend hoch verschuldet. Das Geld- und Sachvermögen sitzt bei reichen Privatpersonen und Konzernen (die ja auch Privatpersonen gehören). Sie legen ihre hohen Einnahmen (Geld fließt bevorzugt „nach oben“) auf den Finanzmärkten an. Von dort leihen es sich die Staaten, um nicht zahlungsunfähig zu werden. Ein hübscher Kreislauf.
Nähe der Politik zur Wirtschaft: Die Bundesregierung hat den AKW- Ausstieg abgeblasen, weil die Wirtschaft (die Energiekonzerne) noch viel Geld mit den Meilern verdienen können. Und sie betreibt eine Politik auf einer Seite mit Steuersenkungen für Reiche und Konzerne, auf der andern Seite mit den Hartz 4- Gesetzen („der Sozialstaat ist nicht mehr bezahlbar“), Niedriglöhnen und Leiharbeit, weil die Konzerne auf dem Weltmarkt immer noch konkurrenzfähiger werden sollen. In Deutschland gingen, im Gegensatz zu den übrigen europäischen Staaten, die durchschnittlichen Reallöhne nach unten. (Hierbei sind die Geldentwertung und z. B. die Ein-Euro-Jobs berücksichtigt.) Zugleich machen die Konzerne riesige Gewinne, die auf den Finanzmärkten landen.
Verschuldungs- Politik. Das Ergebnis ist, dass wir, also jeder Einzelne, über die Staatsschulden an die Finanzmärkte verschuldet sind. Viele Verbraucher sind auch noch privat verschuldet. So hat die Verschuldung von Kreditkarteninhabern und Häuslebauern in den USA zur jüngsten Wirtschaftskrise geführt. (Papiere wurden zu Schrottpapieren, weil die Schuldner ihren Schuldendienst nicht mehr leisten konnten.) Die dadurch erforderliche Bankenrettung geschah wiederum auf Staatskosten, also indem die Verschuldung der Bürger in die Höhe getrieben wurde. Das alles treibt auf den Punkt zu, an dem die gesamte EU zahlungsunfähig wird und die Staaten die Ordnung nicht mehr aufrecht erhalten können. In vielen armen Ländern herrschen heute schon Chaos, Bürgerkriege, Warlords oder Diktaturen.
Weitere Politik- Mängel. Um seine Finanznot zu lindern, verkauft (privatisiert) der Staat immer mehr von seinem Tafelsilber (VW-Werk, Post, Telekom, Bahn, Stadtwerke u. a.). Was die Gemeinschaft aufgebaut hat, gehört dann einer Minderheit und dient dazu, deren eingesetztes Kapital zu vermehren.- Die Banken dürfen weiter spekulieren. Die Gentechnik und die Umweltzerstörung schreiten voran. Vieles wird getan, was eine große Mehrheit der Bürge ablehnt. Baden- Württemberg ist wegen der hohen Hürden für Bürgerentscheide Mitbestimmungs- Schlusslicht unter den Bundesländern. Dagegen liegt es bei der Verschuldung an dritter Stelle hinter Nordrhein- Westfalen und Berlin. Nicht zuletzt wegen der Milliardengrabs Stuttgart 21. Die AKWs hinterlassen uns selbst im Normalbetrieb strahlende Zeitbomben wegen der ungelösten Entsorgungsfrage. Trotzdem hat sich Herr Mappus bei der Bundeskanzlerin am meisten für die Verlängerung der Laufzeiten stark gemacht.
Politik für die Menschen! Alles das soll uns „zukunftsfähig“ machen und alternativlos sein. Es ist aber die Politik der Lobby der Wirtschaft und des großen Geldes. Statt mit der Exportwalze andere Länder tot zu konkurrieren (um dann für deren Pleite gerade stehen zu müssen, damit der Export weiter gehen kann), muss genügend Produktion auf den Binnenmarkt gehen. Dazu erforderlich ist eine Erhöhung der Binnenkaufkraft, also eine höhere Besteuerung des großen Geldes und (dadurch möglich) wieder verbesserte Sozialleistungen und höhere Löhne (auch z. B. ein Mindestlohn). Wie schön wäre es, wenn schon mal die Kinderarmut beseitigt würde! Hätten wir dann trotzdem noch Überproduktion, wäre die Arbeitszeit zu verkürzen. Die Maschinen sind schließlich dazu da, den Menschen die Arbeit abzunehmen (und nicht den Arbeitplatz).
Wahlempfehlung. Es muss vor allem wieder mehr Geld in die Staatskassen kommen. Nicht durch Sparen bei den kleinen Leuten, sondern durch Stopp der Geldabflüsse auf die Finanzmärkte, die die Volkswirtschaften zu erdrosseln drohen. Also ausreichende Besteuerung der hohen Arbeitseinkommen und Kapitalerträge! Geht dabei noch zu viel durch die Lappen, kann die Vermögensteuer eingreifen. Geht auch dabei noch zu viel durch die Lappen, steht noch die Erbschaftssteuer zur Verfügung. Daher Ende der Politik für (und durch) das große Geld! Schwarz- Gelb muss weg. Rot- Grün ist besser. Am besten ist aber die LINKE, denn sie tritt am entschiedensten für mehr soziale Gerechtigkeit ein.
Viele Grüße, euer
Hans Oette
Tobias Bertenbeiter, Vorsitzender der Jungen Union Ostalb und sein
Beisitzer Chistian Hoffmann sind dabei ewischt worden, wie sie Plakate
der LINKEN abgehängt und in ihrem PKW mitgenommen haben.
"Die beiden CDU-Funktionäre haben sich damit des Diebstahls schuldig gemacht",
kommentiert Bernhard Strasdeit, Landesgeschäftsführer der LINKEN, den Vorgang.
Das man sich bei der CDU auf das Niveau von Straßenräubern begibt, zeige die
Nervosität der Regierungsparteien."
Strasdeit weiter: "Es ist keine Besonderheit, dass die CDU sich nicht
an die Regeln eines demokratischen Wahlkampfes hält. So konnte erst mittels
Urteil des Verwaltungsgerichtshofes erreicht werden, daß Kultusministerin
Marion Schick (CDU) ihre Anweisung an die Schulen Baden-Württembergs zurücknehmen
musste, wonach Einladungen der LINKEN zu Podien untersagt ist. Die CDU braucht
mindestens ein fünfjähiges Moratorium als Oppositionspartei um Demokratie neu zu
lernen."
15.03.2011

Ein Artikel aus der Internet-Zeitung Scharf-Links zu den aktuellen Ereignissen in Japan vom 14.03.11. Autor ist Matthias Nomayo.
Nein, das ist nicht der hundertundsoundsovielste Artikel, der darüber schimpft,
dass die Unterrichtung der Öffentlichkeit durch die offiziellen japanischen
Quellen keinen Deut wahrheitsliebender ist als die der Sowjetunion vor 25
Jahren. - Was die Japaner betrifft, möchte ich darüber kein Urteil fällen. Was
sollen sie denn tun? Ihrer Bevölkerung sagen: "Leute, Ihr habt alle die A-Karte
gezogen und wir können Euch nicht helfen"? So versuchen sie dort wenigstens
soweit zu beschwichtigen, dass nicht durch eine Massenpanik die ohnehin schon
aussichtslose Situation noch weiter verschärft wird, während vor Ort verzweifelt
improvisiert wird, um zu retten, was im Wesentlichen nicht mehr zu retten ist.
Hierzulande sollte allerdings aus der Erfahrung von vor 25 Jahren bekannt sein,
wie viel Vertrauen solchen hochoffiziellen Verlautbarungen beizumessen ist:
Allein die Tatsache, dass es im Reaktorblock 1 des Kernkraftwerks Fukushima I zu
einer derart heftigen Knallgasexplosion gekommen ist, zeigt deutlich, das dort
mindestens bereits Brennelementhüllentemperaturen erreicht worden waren, bei der
eine massive Zirkaloy-Wasserreaktion stattgefunden haben muss, wenn nicht schon bereits zu diesem Zeitpunkt die Kernschmelze die entsprechenden Mengen Knallgas erzueugt hatte. Wenn die Explosion ausserhalb des stählernen
Sicherheitsbehälters stattgefunden hat - einzig mögliche Voraussetzung dafür,
dass er selbst standgehalten haben kann - so muss die Knallgaswolke die
Möglichkeit gehabt haben, den Ort ihres Entstehens, also den Reaktorkern,
ungehindert zu verlassen, somit aber auch die bis dahin dort in den
Reaktordruckbehälter freigesetzte Radioaktivität. Ich gehe davon aus, dass
einfach aufgemacht werden musste, um einen weiteren Druckanstieg im Inneren zu verhindern. (Damit ist die von Kritikern schon seit jeher aufgestellte These bestätigt, dass bei einem Unfall der "Sicherheitsbehälter" nur noch eine
symbolische Barriere darstellt.) Ausgehend von den zum Zeitpunkt der Explosion offensichtlich schon erreichten Brennelementtemperaturen und der Problematik, dass auch Stunden danach eine effektive Kühlung nicht stattgefunden hat, ist schlicht davon auszugehen, dass die Kernschmelze schon lange Realität ist und es jetzt nur noch darum geht, zu verhindern, dass sie sich durch ihren Boden frisst, gefolgt von einer weiteren heftigen Dampf- / Knallgasexplosion, die die ganze Sch.... zerreisst ...
Kann da was zu uns herüberkommen? - Ja, kann, und zwar, wenn radioaktive Gase (Iod) und Aerosole infolge hoher Austrittstemperatur in solche Höhen getragen werden, dass sie in den Bereich der "Jetstreams" gelangen, durch die sie innerhalb eines Tages um die gesamte Welt verteilt werden. Sollte sich die
gesamte Katastrophe auf ein Niveau bis hin zu dem des Tschernobyl-Unfalls
"begrenzen", so werden die Auswirkungen hierzulande sicher nicht die
Größenordnungen erreichen wie vor 25 Jahren - wenn es vor Ort nicht doch noch schlimmer kommt: In Tschernobyl sind geschätzt etwa 1-2% des gesamten radioaktiven Inventars freigesetzt worden. In nächster Zukunft werden auf jeden Fall bestimmte Nahrungsmittelimporte mit Argusaugen zu beobachten sein.
Befassen wir uns an dieser Stelle mit der "Übersetzung" bestimmter
Standardformulierungen offizieller Verlautbarungen:
Gerne wird angegeben, dass die gemessenen Dosiswerte (gemeint sind immer
Dosisleistungen) ein soundsovielfaches der natürlichen Strahlenbelastung
betrage. Aufpassen: Hierbei handelt es sich um die direkt messbare Bestrahlung
von außen, nicht um die Strahlendosis, die durch das Einatmen radioaktiver
Teilchen verursacht wird. Einige Tage nach der Schnellabschaltung des Reaktors
kommt die erhöhte direkt messbare Strahlung fast ausschließlich aus dem
radioaktiven Iodisotop I 131. Legt man eine normale Atemrate zugrunde, so ist
die zusätzliche effektive Strahlendosis durch eingeatmetes Iod bis zu 140 mal so
hoch wie die zusätzliche direkt gemessene Strahlenbelastung. Dabei meint
"effektive" Strahlenbelastung den mit einem "Wichtungsfaktor" auf eine fiktive
Ganzkörperdosis umgerechneten Wert. Tatsächlich konzentriert sich das
radioaktive Iod in der Schilddrüse, wo es das bis zu 2800-fache der direkt
gemessenen zusätzlichen Strahlenbelastung bewirkt. Wenn also z.B. bereits
zugegeben wird, dass in der Region Miyagi das 400-fache der natürlichen
Dosisleistung gemessen wurde, so bedeutet das, dass die in die Schilddrüse
gelangende Menge an radioaktivem Iod das bis zu 399 x 2800 =,1-Mio.-fache
bewirkt, bzw. auf den Gesamtkörper das bis zu 56000-fache der in diesem Zeitraum
aufgenommenen natürlichen Strahlung.
Auch der Vergleich gemessener (Direkt-)Strahlungswerte mit "den zulässigen
Grenzwerten" ist mit äußerster Vorsicht zu genießen. Zunächst ist zu
hinterfragen, von welchen Grenzwerten für welche Bestrahlungsart die Rede ist.
Für den "Normalbetrieb" kerntechnischer Anlagen gilt in Deutschland für die
"Normalbevölkerung" ein Jahresgrenzwert Direktstrahlung von 1 mSv effektive
Ganzkörperdosis pro Jahr. Durch die Inkorporation (Atmung / Nahrung)
radioaktiver Teilchen dürfen 0,3 mSv pro Jahr nicht überschritten werden. Für
den sogenannten "Auslegungsstörfall" gelten andere Grenzwerte: Hier darf eine
jährliche effektive Ganzkörperdosis von 50 mSv nicht überschritten werden. Dabei
gibt es keine weiteren Einschränkungen für den Bestrahlungszeitraum. Der
Betroffene darf auch alles auf einmal abbekommen. (Die Grenzwerte der deutschen
Strahlenschutzverordnung gelten übrigens nur für Einwirkungen aus deutschen
Anlagen. Speziell für den Tschernobyl-Unfall wurden vor 25 Jahren adhoc deutlich
höhere Grenzwerte für die Kontamination von Nahrungsmitteln festgelegt.)
Für so genannte "beruflich strahlenexponierte" Personen gelten wieder andere
Grenzwerte: Diese dürfen pro Jahr 20 mSv abbekommen, in "Einzelfällen" kann die
zuständige Behörde bis zu 50 mSv pro Jahr zulassen und "bei Maßnahmen zur Abwehr
von Gefahren für Personen ist anzustreben, dass eine effektive Dosis von mehr
als 100 mSv nur einmal im Kalenderjahr und eine effektive Dosis von mehr als 250
mSv nur einmal im Leben auftritt." - Dieses "Anstreben" war in Tschernobyl auch
nicht anders geregelt.
Nix für ungut!
Matthias Nomayo
Quelle: scharf-links, 14.3.11
http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews[tt_news]138&tx_ttnews[backPid]V&cHashxf407cee8
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16.02.2011
Erstaunt erfahren wir von immer mehr kriminellen Staaten in Afrika. Wahlen wurden manipuliert oder ignoriert, Demonstranten niedergeknüppelt, eingesperrt und gefoltert. Brauchen die Menschen in Afrika eine harte Hand, damit Chaos vermieden und der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer gebremst wird? Wir wünschen zwar den Ägyptern und andern Völkern von Herzen die Freiheit. Aber geht das, trotz zunehmender Verarmung? Jahrzehnte lang stiegen in Ägypten nur die Preise, nicht aber die Löhne. Und weiter südlich nimmt das Elend noch kontinuierlich zu. Ist Misswirtschaft die Ursache für den wirtschaftlichen Niedergang? Nein, diese Länder wurden durch das wirtschaftliche Nord- Süd- Machtgefälle von den Industriestaaten finanziell ausgesaugt. Sie hatten keine Chance, so wie eine Antilope im Tauziehen gegen einen Elefanten keine Chance hat. Die Bundesrepublik kann durch ihren riesigen Exportüberschuss die Arbeitslosigkeit einigermaßen niedrig halten. Den aufnehmenden Ländern dagegen bescheren die Importe hohe Arbeitslosigkeit- oder Arbeit zu Hungerlöhnen- und ausufernde Verschuldung. Dieses Ungleichgewicht wurde auch durch die Entwicklungshilfe und den Fremdenverkehr kaum gemildert. <//span><//font>
Selbst EU- Staaten drohen durch ihre Staatsverschuldung handlungsunfähig zu werden. Diesem Schicksal kann auch, wenn alles so weiter läuft, die Bundesrepublik nicht entgehen, besonders, da sie, „um den Euro zu retten“, für andere EU-Staaten Bürgschaften übernimmt. Was gerettet wird, ist aber zum einen, dass wir weiter in diese Länder exportieren können, und zum andern, dass Großbanken und Versicherungen, die diesen Ländern Geld geliehen haben, ihr Geld nicht verlieren. Dass selbst in unserem reichen Land die Gemeinden in hoher Finanznot sind, ist ein Warnsignal. In nicht zu ferner Zukunft könnten auch wir vor der Alternative „Chaos oder Diktatur“ stehen. Eines der gegenwärtigen Grundübel heißt „privater Reichtum und öffentliche Armut“. Die Vermögen und Vermögenseinkommen einer kleine Elite wachsen ins Astronomische, und ihre Besteuerung ist unzulänglich. Da sie zu wenig Steuern vom große Geld einnehmen, müssen sich die Staaten immer mehr Geld von den Finanzmärkten leihen. Man spricht zwar viel vom Sparen. Und tatsächlich scheint es nicht möglich, dem Hartz 4- Empfänger einige Euro mehr zu geben. Aber dieses Sparen schadet der Wirtschaft, denn sie lebt ja von der Massenkaufkraft und auch von den Staatsaufträgen. Und wenn dann die Krise da ist, wirft der Staat doch wieder mit Milliarden um sich, z. B. mit Kurzarbeitergeld und zur Rettung von Banken. <//span><//font>
Statt nun durch den Exportüberschuss andere Länder finanziell auszusaugen und damit den eigenen Untergang hinauszuzögern, sollten wir das Grundübel angehen, dass immer mehr Überschüsse der Reichen auf die Finanzmärkte abwandern. Der Staat muss sich dieses Geld nicht durch Verschuldung zurückholen, sondern durch angemessene Besteuerung der hohen Einkommen und der großen Vermögen. Wir brauchen eine Revolution des Durchblicks, besonders hier, wo die Mehrheit mit der herrschenden Politik zufrieden ist, weil es ihr noch gut geht. Nur durch eine echte Lösung der globalen sozialen und ökologischen Probleme hat das Volk in Ägypten, Tunesien und letztlich auch wir noch eine Chance auf Zukunft. Ein Filz aus Geld und „konservativer“ Politik, der auch großen Einfluss auf die Medien ausübt, hat daran allerdings wenig Interesse. Doch zum Glück scheint 2011 ein Jahr des Aufbruchs zu werden. Lasst euch davon anstecken!
Hans Oette<//span><//font>
02.02.2011
Die Sprecherin des Stadtverbandes Heilbronn wehrt sich in einem Brief an die S21-Werbefirma gegen die Vereinnahmung von Schülern

Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich möchte Ihnen hiermit meinen deutlichen Unmut über die Einladung Heilbronner Schüler zum neuen Infomobil auf dem Heilbronner Kiliansplatz in dieser Woche aussprechen.
Als entschiedene Gegnerin Ihres Projekts "Stuttgart 21" und Heilbronner Bürgerin, teile ich Ihnen mit, dass MEIN Sohn Ihr sinnloses, geldverschwendendes, unnötiges Prestige-Mobil nicht besuchen wird , noch dass ich zulassen werde, dass er in der Schule mit Ihrem Informationsmaterial belästigt wird!
Vielleicht sollten Sie sich Gedanken machen, ob eine derartige Instrumentalisierung von Kindern, die Sie noch vor wenigen Monaten zur Durchsetzung der Fortführung Ihres Projektes, mit Wasserwerfern beschießen und mit Schlagstöcken traktiert haben lassen, noch in irgendeiner Form den Grenzen des "guten Geschmacks" entspricht!
Hochachtungsvoll!
--
Ulrike Schumacher
Sprecherin DIE LINKE Stadtverband Heilbronn
www.heilbronn.die-linke-bw.de
Kein Stuttgart 21 - OBEN BLEIBEN!
www.s21-stoppen.de
www.parkschuetzer.de
www.kopfbahnhof-21.de
www.bei-abriss-aufstand.de
28.01.2011
Die Polizei filmt bei Demonstrationen was das Zeug hält. Fast jede/r von uns hat das schon bemerkt und sich gefragt, wozu.
Einschüchtern heißt die Devise. Und das funktioniert so: Im Anschluss an Demos oder unter der Woche werden, beispielsweise auf der Königstraße, ganz gezielt Personen (beispielsweise beim Einkaufsbummel) kontrolliert und die Personalien festgehalten und Fragen gestellt. So bekommt die Polizei die Namen zu den Gesichtern.
Ein anderer Fall: Ein K21-Befürworter wurde auf dem Polizeirevier vernommen. Ihm wurde folgender Deal angeboten: Sie sagen uns die Namen von zwei, drei Mitdemonstranten, dann fällt Ihre Strafe milder aus.
Keine Angst, es kommt noch dicker: Ein Ehepaar (richtig, es handelt sich auch hier umK21-Befürworter) kommt aus dem Urlaub zurück und findet die Wohnung versiegelt vor. Die Wohnung war von der Polizei aufgebrochen und durchsucht, das Türschloss ausgewechselt worden; den Schlüssel dazu mussten sich die beiden auf dem Polizeirevier holen. Grund für diese Durchsuchungsaktion: Der Wohnungsinhaber hatte Firmen, die für S21 tätig sind, geschrieben, er werde dafür sorgen, dass ihnen aus seinem Bekanntenkreis niemand eine Auftrag erteilen werde. Das sei, so die Polizei, Nötigung und rechtfertige so die Hausdurchsuchung.
Potenzielle Rechtsverstöße der Polizei sind in Stuttgart an der Tagesordnung. Insbesondere wird das Versammlungsrecht vermutlich mehr als gebeugt. Mehr darüber sowie aktuelle Termine, wie beispielsweise die Großdemo am kommenden Samstag, 29.1., finden Sie auf www.bei-abriss-aufstand.de
walli
Sie hat ein Essay geschrieben, das eigentlich nur zur Diskussion anregen soll, die Mainstream macht daraus ein "Kommunismus-Bekenntnis".
Es gibt keinen fehlerlosen Menschen, bei jedem Politker lassen sich Fehler und Verfehlungen finden.
Es ist nur eine Frage, wie man diese in die Öffentlichkeit bringt.
Wäre unsere Bundeskanzlerin zu Beginn und der Mitte der neunziger unter ähnlichem Beschuss durch ihre DDR-Vergangenheit gestanden, wäre sie nie Kanzlerin geworden.
13.12.2010
Die CDU schenkte den Bürgern Schnaps aus, um ihren Info Stand in Böckingen attraktiv zu machen. In Anwesendheit von vielen Kindern, wurde Hochprozentiges verschenkt. Eingedenk, dass sich viele Jugendliche ins Koma saufen, kann man über diese Art von Bildungspolitik nur den Kopf schütteln. Nun ja, anders ist die Politik der CDU auch nicht mehr zu ertragen. Dazu paßt das Banner, das am neuen Bauzaun am Nordflügel des Stuttgarter Bahnhofs hängt. Volker Bohn
07.12.2010
Stuttgart (dapd) - Mehrere Tausend Menschen haben am Montagabend in Stuttgart erneut gegen das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" demonstriert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich trotz eisiger Temperaturen rund 3000 Menschen an der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof. Den Behörden zufolge gab es keine Zwischenfälle. Nach der 55. sogenannten Montagsdemonstration zogen den Polizeiangaben zufolge einige hundert Demonstranten in einer nicht angemeldeten Aktion zum Schlossgarten, eine andere Gruppe von bis zu 100 Aktivisten zog zum Landtag. Es kam zu Verkehrsbehinderungen. Es war die erste "Monatgsdemonstration" nach dem Schlichterspruch Geißlers vergangene Woche.
09.11.2010

Die Proteste gegen den Castortransport waren so stark wie noch nie. Der Transport dauerte länger als alle seine Vorgänger. In Dannenberg gab es eine Großdemonstration mit 50.000 Menschen. Auch aus der Region Heilbronn-Franken waren Menschen in Dannenberg. Tausende sind trotz kälter Nächte bis zum Schluss an der Strecke des Cators geblieben, um gegen die Atompolitik der Bundesregierung zu protestieren.
Diese enorme Mobilisierung und die Empörung der Menschen hat einen aktuellen Grund, trotz ungelöster Endlagerung des Atommülls wurde von der Regierung eine Laufzeitverlängerung durch den Bundestag gejagt. Selbst Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) kritisierte die Regierung scharf. Seiner Meinung nach, hätte der Bundesrat in die Entscheidung miteinbezogen werden müssen, da auch Länderinteressen vom neuen Gesetz betroffen sind.
Auch im Umweltausschuss des Bundestags wurde das Gesetz in höchster Eile durchgezogen, so dass praktisch Informationen vorenthalten wurden. Laut Lammert haben sich darüber auch Fraktionsmitglieder der schwarz-gelben Koalition beklagt. "Das entspricht nicht meinen Anforderungen an ordentliche Gesetzgebungsarbeit." so Lammert.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung setzte die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke gegen breiten Widerstand im Bundestag und in der Bevölkerung durch. Damit bediente sie die Interessen der Atomindustrie, die sich in den Händen der vier Energieriesen E.on, RWE, Vattenfall und EnBW befindet. Tägliche Millionengewinne sind nun der Löhn für erfolgreiche Lobbyarbeit - gegen die Mehrheit und Interessen der Bevölkerung.
Florian Vollert
28.10.2010
Leserbrief zu "Stadtansichten" von Iris Braas-Werner vom 16.Okt.2010 in der Heilbronner Stimme.
Abgehängt?
Liebe Iris Braas-Werner,was haben Sie denn da für einen „Kuddelmuddel“ als Text produziert? Wenn Sie sich auch ein klein wenig mit S21 näher befasst hätten, wüssten Sie, daß Sie mit S21 und der NBS Wendlingen-Ulm vielleicht eine halbe Stunde schneller nach München kommen, und daß S21 dazu gerade mal 2Minuten beiträgt.
Zu recht bemängeln Sie die Fahrzeit von Heilbronn nach Würzburg, aber diese wird durch S21 nicht besser sondern bleibt zumindest gleich bescheiden, und damit auch die Anbindung nach Hannover oder Berlin, denn das notwendige Geld dieses zu verbessern wird im Stuttgarter Keuper versenkt. Auch die Gäubahn in die Schweiz wird keine Sekunde schneller, weil das Geld für den Ausbau fehlt.
Die Schweizer verbuddeln gerade 20 Milliarden Franken ins Gotthardmassiv, aber die haben sich dabei wenigstens was gedacht: den Frachtverkehr runter von der Strasse. Die Deutschen sparen dafür an der Rheintalbahn um ein reines Prestigeobjekt zu verwirklichen. Daß Bahnchef Grube das Projekt mit Klauen und Zähnen verteidgt ist verständlich, kostete ihn doch S21 so gut wie nichts, denn den Anteil der Bahn zahlt die Stadt Stuttgart mit den angeblich frei werdenen Flächen. Alles andere trägt der Steuerzahler, in Stuttgart, in Baden-Württemberg und über den Bund.
S21 ist verkehrstechnisch gesehen ein Murks mit dutzenden von Risisken und meine Befürchtung ist, daß wir im Jahre 2025 immer noch über ein riesiges Bauloch in Stuttgart schreiben und dann über Kosten im weit zweistelligen Milliardenbereich diskutieren werden. Geld das zum Ausbau aller anderen Bahnprojekte fehlt.
Klaus Hanselmann
28.10.2010
Berlin (dapd) - Die Berliner Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen Linke-Chef Ernst wegen Betrugs- und Untreueverdachts im Zusammenhang mit Reisekostenabrechnungen beim Bundestag eingestellt. Die Überprüfung habe ergeben, dass die abgerechneten Flüge überwiegend mandatsbezogen gewesen seien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zwar seien in wenigen Einzelfällen Zweifel an einem "eindeutigen Mandatsbezug" verblieben, sagte der Sprecher. Der Chef der Linksfraktion im Bundestag, Gysi, reagierte erleichtert auf Ernsts Entlastung. "Ich hoffe, dass die Jagd auf ihn nun beendet ist", sagte er dem "Tagesspiegel" (heute). Die Ko-Vorsitzende Lötzsch sagte der dapd: "Die Kampagne gegen Klaus Ernst ist wie eine Seifenblase zerplatzt." Ernsts Rechtsanwalt Venedey resümierte gegenüber dem "Kurier" (heute), die Vorwürfe seien nun "vom Tisch". Der Linksfraktionschef in Thüringen, Ramelow, hielt der Staatsanwaltschaft unterdessen mangelnde Fairness vor. Das Ermittlungsverfahren gegen Ernst zeuge von "politischer Instrumentalisierung", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" (heute). Ramelow mahnte nun, der Vorsitzende müsse sich "sein Vertrauen in der Partei durch eigenes Agieren erarbeiten".
13.10.2010
Infolge der Privatisierung können die Bahn, die Strom- und Gasversorger und andere mächtige Einrichtungen die Allgemeinheit fast nach Belieben schröpfen, um ihre Gewinne zu steigern. So bringt z. B. die Gestaltung der Gaspreise den Erzeugern Gewinne ohne Ende. Wie aus dem Fernsehen bekannt wurde, hat die Bahn nicht etwa Interesse daran, bei ihren Bauvorhaben zu sparen. Denn das Geld dafür kommt aus der Staatskasse. Und je teurer die Projekte werden, desto mehr verdient die Bahn daran für die Planung. Erschreckend auch: Die Macht im Staat geht zunehmend von den Großkonzernen und ihrer Lobby aus, nicht mehr vom Volk. Das merken immer mehr Leute.
An dem Milliardenprojekt Stuttgart 21 hat sich ganz besonders der Unmut der Bürger entzündet. Um ihre Parkbäume zu schützen, leisteten Tausende passiven Widerstand und nahmen dadurch Geldbußen und Misshandlungen durch die Polizei in Kauf. Es gab viele Verletzte, auch unter den Teilnehmern der Schülerdemo, einige tragen möglicherweise bleibende Schäden davon. Aber es war trotzdem keine Niederlage für den Widersand. Denn der Konflikt erhält jetzt immer mehr Aufmerksamkeit in den Medien und im Internet, und die Fragwürdigkeit des Projekts wird so immer deutlicher.
Ein Beispiel: Die Zeitung hier schreibt in einem großen Artikel (unter „Regionalversammlung steht zu Stuttgart 21“) die Behauptung eines Sprechers des Stuttgarter Umweltministeriums, die Züge von Heilbronn nach Ulm benötigten statt 2 Stunden und 22 Minuten nur noch 1 Stunde und 22 Minuten. Doch bei der längeren Fahrzeit wird ab Stuttgart der Regionalzug zugrunde gelegt, bei der kürzeren (mit S21 und der Neubaustrecke) der ICE. Man kann aber auch heute schon ab Stuttgart den ICE nehmen. Die Differenz reduziert sich damit um etwa 30 Minuten (um 25 bis 39 Minuten, je nach Verbindung). Zudem hat die Bahn die Strecke Stuttgart – Ulm stark vernachlässigt, sodass heute dort langsamer gefahren werden muss als noch 1995. Das reduziert die Differenz um weitere 15 Minuten. Würde die alte, etwas kurvenreichere Strecke mit der modernen Neigetechnik durchfahren, würde die Differenz noch mal um etwa 10 Minuten reduziert. Man will also etwa 5 Minuten mit Milliarden erkaufen (ganz zu schweigen von den Risiken) und behauptet frech, es wäre eine Stunde. Die einfachen Leute müssen sich erst kundig machen (in den Fahrplan schauen usw.) und können dann wenigstens in Leserbriefen die Lügen richtig stellen.
Demonstrationen und gewaltfreier Widerstand können keinen Abriss und keine Baumfällungen verhindern. Sie können aber das Gewissen der Nation wachrütteln und ihre Gegner vor der nächsten Wahl zittern lassen. Und noch stehen die meisten der 288 Parkbäume. Denn zunächst soll im Schlosspark nur eine Halle mit den Maschinen zum Grundwassermanagement gebaut werden. Auch das ist bereits abartig. Nicht nur während der Bauzeit, sondern für alle Zeiten soll dort Grundwasser abgepumpt, geklärt und an anderen Stellen wieder in die Tiefe gepresst werden. (Damit die Tausende Eichenpfähle, auf denen das Bahnhofsgebäude gebaut wurde, nicht trocken werden, damit Erdmassen nicht aufquellen und den Tiefbahnhof anheben, und damit keine Hohlräume entstehen, was zu Rissen in Gebäuden und sogar zum Verschwinden von Gebäuden in Kratern führen kann.) Welche Risiken, wenn sich da jemand verrechnet hat, oder wenn es Betriebsstörungen gibt. Sodann sollen über Jahre täglich tausende LkWs Erdaushub Richtung Schwarzwald abtransportieren. Energieverschwendung, Emissionen, Umweltschutz, Spar- Beteuerungen der Regierenden? Unfälle z. B. durch Halbierung der Wandstärken der Tunnels u. a. (um nicht noch höhere Kosten zu haben)? Alles egal. CDU- Bürgermeister Schuster rät den Demonstranten „bleibt friedlich“! Das kommt mir so vor, wie wenn man einem hungrigen Kind die Nahrung verweigert und ihm sagt, bleib aber schön freundlich! Er brach sein Versprechen, einen Volksentscheid durchzuführen, und brachte dann sogar einen Antrag auf Volksentscheid zu Fall, den 68 000 Stuttgarter unterschrieben hatten (mit juristischen Kniffen). Hans Oette
07.10.2010
Frankfurt/Main (dapd). Gregor Gysi wirft seiner Partei Versäumnisse vor. "Wir sind seit der Bundestagswahl in Selbstbeschäftigung und Passivität verfallen", kritisierte er in der "Frankfurter Rundschau" (heute). Dass die Linke in Umfragen auf der Stelle trete, sei vor allem ihr eigenes Verschulden. Gysi sagte, der Protest gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" zeige, dass gerade ein rebellisches Bürgertum entstehe. "Das können wir nicht den Grünen überlassen, die vor allem das vornehme Bürgertum vertreten", sagte Gysi. "Wir haben uns zu lange ausgeruht auf der Basis, die wir hatten." Gysi sagte, seit dem Abgang des früheren Parteichefs Lafontaine fehle der Partei ein bekanntes Gesicht aus dem Westen. Der neue Vorsitzende Ernst sei zwar bekannt, aber nicht so wie Lafontaine. Auch habe die Kontroverse um die üppigen Bezüge Ernsts der Linken geschadet. "Die Sache mit den drei Gehältern sah doof aus, da kann man sagen, was man will", sagte der Fraktionschef.
01.10.2010
Dass die Landesregierung die Demokratie niederknüppelt ist man inzwischen in Stuttgart gewohnt! Dass man achtjährigen Kindern den Arm bricht und Menschen mit Wasserwerfern die Augenäpfel aus dem Kopf drückt ist neu in diesem Land. Unser Innenminister Heribert Rech rechtfertigt das mit frechen Lügen. Die Schüler die von den Polizisten verprügelt wurden hätten Polizisten mit Pflastersteinen beworfen. Man stelle sich vor wie berechnend die Schüler waren. Achtjährige brechen irgendwo am Vorabend der Demo Pflastersteine aus einem Platz und schleppen sie im Rucksackt in den Schlosspark um sie am nächsten Morgen auf die Polizisten zu werfen. Nun ja so war´s nicht, musste Rech inzwischen eingestehen, aber in der Tagesschau wurde das so verbreitet. Ungewöhnliche Brutalität der Polizei und unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray kennzeichnenden die Räumung einer Parkstraße die offensichtlich zu Abraum Abtransport benötigt wird. Die Polizei räumte Anketterinnen und warf sie uns im ureigensten Sinn des Wortes vor die Füße, so dass manche Frauen verletzt liegen blieben. Oft wurden Angriffe auf die Bevölkerung gestartet deren Sinn nicht nachvollziehbar war. Man preschte auf die Demonstranten los, bespritzte sie mit Pfefferspray und zog sich anschließend wieder hinter die Absperrungen zurück. Mütchen kühlen? Oder Provokation? Es gibt nicht genügend Polizisten im Land um die Bevölkerung nieder halten zu können. Man braucht Verstärkung aus Bayern und Hessen und vom Bund (Die Schläger). Über 400 Verletzte, darunter ca. einhundert gebrochene Nasen ist die Bilanz der brutalen Räumungsaktion der Polizeikräfte Wasserwerfer Einsatz gab es in Stuttgart seit Jahrzenten nicht mehr.
Die Aktivisten hatten versucht, die Räumung des Parks mit Sitzblockaden zu verhindern. Die Polizei werde zur Erledigung politischer Defizite vorgeschoben, sagte Grünen-Bundestagsfraktionschefin Künast in Berlin. «Das hatten wir in Deutschland alles schon einmal.» Der Linken-Fraktionsvize Maurer forderte den Rücktritt von Landesinnenminister Rech (CDU): «Wer versucht, angemeldete Schülerdemos mit Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern aufzulösen, hat mit der Demokratie gebrochen und muss als Innenminister seinen Hut nehmen.»
Am Morgen des 1.10.2010 erfuhren wir von einem Mitarbeiter des SWR, dass die Polizei verhindert hat, dass im Rundfunk Verkehrsnachrichten über den Stadtbereich Stuttgart gesendet werden. Sicher um die Bürger über das wahre Ausmaß und die Kraft der Demonstrationen der S21 Gegner zu täuschen. Eine gezielte Desinformation des Lügenpacks aus dem Landtag. Eines Heribert Rechs würdig.
Das Problem ist nicht nur die Höhe von HartzIV, sondern daß seit Jahren in der Summe die Reallöhn sinken, ganz besonders seit 2004, der Einführung von HartzIV. Jetzt sind wir wieder bei den Reallöhnen von 1991.
Zwanzig Jahre für nichts, und zwanzig Jahre in denen das Geldvermögen von 2,02 Billionen 1991 auf 4,64 Billionen 2009 gewachsen ist. Wären die Löhne auch nur annähernd mitgewachsen, wäre auch erheblich mehr Geld in der Krankenkasse, in der Rentenversicherung und bei der Arbeitslosenversicherung.
Und einer der Gründe ist HartzIV mit seinen EinEuroJobs, die in Wirklichkeit die untere Grenze des Mindestlohns definieren, und die Freigabe der Leiharbeit, vom Prinzip gleiche Arbeit,gleicher Lohn.
Wer jetzt auch noch nach niedereren HartzIV-Sätzen schreit, schreit in Wirklichkeit nach niedrigeren Löhnen.
Aber wenn BILD ein X schreibt, ist es für das Volk ein X, obwohl es in Wirklichkeit ein U ist.
25.09.2010
(ard) - Das Mehrwertsteuersystem soll einem Gutachten für die Bundesregierung zufolge grundlegend reformiert werden. Die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes sprechen sich dafür aus, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7% nahezu komplett abzuschaffen, mit Ausnahme von Lebensmitteln. Künftig sollten alle umsatzsteuerpflichtigen Leistungen dem Regelsatz von derzeit 19% unterliegen. Das Finanzministerium will die Ergebnisse in die Beratungen der Koalition zur Mehrwertsteuer "einfließen lassen".
Anmerkung: Mehrwertseuer wird vom Verbraucher gezahlt, je mehr von seinem Gehalt für lebensnotwendige Sachen gebraucht wird, desto mehr zahlt der Bürger. Wer viel Sparen kann, zahlt wenig an Mehrwertsteuer, die Hilfe für den HartzIV-Empfänger geht fast zu 100 Prozent wieder in den Konsum. Gerade HartzIV-Empfänger und Niedriglöhner werden wieder am meisten von solchen Plänen betroffen sein.
Die Umverteilung von unten nach oben geht beschleunigt weiter, und das elende Hetzblatt mit den 4 Buchstaben stellt das auch noch als notwendig und gerecht dar, und die meisten der Leser glauben diesen Müll auch noch.
15.09.2010
FDP und CDU mahnen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu einer baldigen Reform des Mehrwertsteuersystems. FDP-Bundestagsfraktionschefin Birgit Homburger sagte der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht: "Wir wollen schnellstmöglich die im Koalitionsvertrag vereinbarte Kommission einsetzen, damit wir noch in dieser Legislaturperiode zu einem Ergebnis kommen." Es sei fest verabredet, das völlig undurchschaubare und unverständliche Mehrwertsteuersystem insgesamt auf den Prüfstand zu stellen. Der finanzpolitische Sprecher der CDU, Leo Dautzenberg, sagte dem Blatt: "Wir sollten das Projekt einer Neuregelung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes jetzt entschlossen anpacken und diese Frage schnell entscheiden." Das Steuerdickicht müsse gelichtet und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz auf Lebensmittel, öffentlichen Nahverkehr und Kultur beschränkt werden. Mit den damit verbundenen Mehreinnahmen gewinne die Koalition außerdem den nötigen Spielraum, um die unteren und mittleren Einkommen spürbar zu entlasten. Da kommt was auf uns zu !
Geht's eigentlich noch verlogener Herr Dautzenberg? Gerade die Geringverdiener und HartzIV-Empgänger zahlen doch in der Relation zu ihrem mageren Geld am meisten an MWSt.
09.09.2010
Die baden-württembergischen Grünen können laut einer aktuellen Umfrage mit einem Rekordergebnis bei der Landtagswahl im März 2011 rechnen. Wenn die Wahl bereits am kommenden Sonntag wäre, würden 27 Prozent die Grünen wählen, wie aus der am Mittwoch vorgestellten Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Südwestrundfunks und der "Stuttgarter Zeitung" hervorgeht. Bei der Wahl 2006 hatte die Partei gerade 11,7 Prozent bekommen. Die CDU im Südwesten käme der Umfrage zufolge auf 35 Prozent der Stimmen (2006: 44,2 Prozent), ihr Koalitionspartner FDP erhielte fünf Prozent (2006: 10,7 Prozent). Die SPD käme auf 21 Prozent der Stimmen (2006: 25,2 Prozent).DIE LINKE erhielte fünf Prozent. Grüne und SPD könnten damit alleine die baden-württembergische Regierung stellen. Das Großprojekt "Stuttgart 21" wird der Umfrage zufolge die Landtagswahl im kommenden Frühjahr wesentlich beeinflussen. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass "Stuttgart 21" für den Ausgang der Wahl eine wichtige oder entscheidende Rolle spielen wird. Nur 15 Prozent glauben, dass das Projekt keinen Einfluss auf die Wahl haben wird.
08.09.2010
Deutschland braucht nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik als bisher. Angesichts der Überalterung der Gesellschaft brauche Deutschland dringend Arbeitskräfte und Zuwanderer aus dem Ausland - und zwar mindestens netto 500.000 mehr Menschen pro Jahr, um seine Wirtschaftskraft dauerhaft zu sichern. "Ab 2015 verlieren wir jedes Jahr rund 250.000 Mitarbeiter. Dann fehlen aber bereits drei Millionen Arbeitskräfte am Markt - insbesondere Fachkräfte", sagte Zimmermann. Ohne Zuwanderung werde der Wohlstand sinken und die Lebensarbeitszeit müsste in Deutschland auf rund 70 Jahre verlängert werden.
Gegen Fachkräftemangel, Herr Zimmermann, wäre die Industrie in der Lage selbst etwas zu tun! Ausbilden, Ausbilden, Ausbilden! Jedes Jahr wird ein Lehrstellenmangel beklagt. Es gibt genügend Schulabgänger die gerne einenausbildungsplatz hätten!
Dieser Spruch stand auf einem Randstein des Parkplatzes vor dem Nordausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Hagen von Ortloff sprach für die S21 Gegner. Er hielt es für unsinnig ohne Baustopp an einem „Runden Tisch“ Gespräche zu führen die sowieso zu nichts führen und wenn die Abrissarbeiten weitergehen, will man eigentlich gar nicht auf die Gegenseite eingehen. Anschließend sprachen die Bauern die am Montagmorgen mit ihren Traktoren die Einfahrt blockierten kündigten öffentlich der CDU ihre Gefolgschaft.
In Stuttgart gibt’s keine Ruhe für Mappus, Drexler und Konsorten! 20.000 Menschen versammelten sich auf dem Vorplatz des Nordausgangs des Nordbahnhofs. Wieder eine deutliche Steigerung der Teilnehmerzahl gegenüber letzten Montag! Es war auf dem Parkplatz nicht genügend Platz, so dass die Menschen nicht mehr auf den Vorplatz kamen und in der Klettpassage bleiben mussten.
Nach dem Schwabenstreich zogen zahlreiche Demonstranten zur Baustellen Einfahrt. Die zornigen Menschen rüttelten heftig an den Absperrungen und die waren offensichtlich nicht besonders stabil. Um einen Durchbruch zu verhindern rannten Polizisten zum Ort des Geschehens. Dort gab es heftige Rangeleien und etliche Polizisten erhoben bereits den Gummiknüppel um die Menschen einzuschüchtern. Einer hielt sich sogar an seiner Pistole fest. Es ist sowie so zu hinterfragen warum in solchen Situationen Polizeikräfte Schusswaffen tragen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Herrn an den Schalthebeln merken, dass sie den kürzeren Hebel in der Hand haben, den irgend wann haben sie nicht mehr genügend Polizisten um die aufgebrachte Menge in Schach zu halten.
01.09.2010
BUND fordert Eisenbahn-Bundesamt wegen massiven Verstoßes gegen Naturschutzrecht zum sofortigen Stopp der Abrissarbeiten auf. Mehr
30.08.2010

Hans Oette, LINKE-Mitglied des Kreisverbandes Heilbronn-Unterland und engagierter Gegner von Stuttgart 21, hat den Parteivorstand der SPD zu Stuttgart 21 befragt. Wie kann es sein, dass von Seiten der SPD auf eine veränderte Sachlage keine veränderte Positionierung zu diesem Projekt folgt?
Die Position des SPD-Parteivorstand zu Stuttgart 21 und Hans Oettes Antwort darauf hier
22.08.2010

Der Stuttgarter Hauptbahnhof soll für 5 Milliarden Euro vergraben werden, obwohl Bund, Länder und Gemeinden hoch verschuldet sind. Oft fehlt selbst das Geld, um Schlaglöcher auszubessern. Bei den kürzlichen Überflutungen im Osten werden Schäden von 100 Millionen Euro erwartet. S21 kostet so viel wie 50 solcher Verhängnisse. Und es werden immer neue Kosten- und andere Risiken bekannt. Bei anderen Investitionen, angefangen bei der Ausbesserung von Schlaglöchern, dienen ungleich kleinere Beträge unserem Wirtschaftsstandort besser (Aufträge, Verbesserung der Infrastruktur).
Unglaublich, die SPD ist in Baden-Württemberg Oppositionspartei und hat somit die verfassungsmäßige Aufgabe, auf Nachteile der Regierungspolitik aufmerksam zu machen und Gegenvorschläge auszuarbeiten. Ebenso im Stuttgarter Gemeinderat und in Berlin. Damit sollen Fehlleistungen vermieden werden. Stattdessen ist die SPD beim Projekt S21 die Konkubine der Regierungsparteien. Sie hilft Schwarz-Gelb, von den Bürgern kommende Kritik und Gegenvorschläge abzuwürgen und einen Bürgerentscheid zu vereiteln. Der jetzige massive Bürgerprotest kommt zwar spät, aber warnende Stimmen und Wetterleuchten gab es schon von Anfang an, so z. B. die vielen Stimmen für den Grünen- Kandidaten Rezzo Schlauch (einen S21- Gegner), bei einer Stuttgarter Bürgermeister-Wahl.
Hans Oette
16.08.2010

Warum arbeitet der Staat eigentlich nicht „wirtschaftlich“? Großbanken und die Bahn machen Riesengewinne (die in die Taschen weniger fließen). Mit minimiertem Personal, das unter der Belastung stöhnt. Die Allgemeinheit schwitzt in überhitzten Zügen oder muss für Bankpleiten gerade stehen. Dagegen kann die Erzeugung von öffentlichen Gütern, z. B. von Bildung, Infrastruktur und Rechtssicherheit, kaum kostendeckend sein. Und wie wäre es, wenn uns die umweltfreundliche Bahn umsonst befördern würde? So würden unsere Kinder eher eine heile Umwelt erben. Wie die andern öffentlichen Güter wäre das dann über Steuern zu finanzieren. Die öffentliche Armut neben privatem Reichtum weniger haben wir, weil die Steuersätze in den oberen Etagen beharrlich abgesenkt wurden. Das Wirtschafsleben geht an der natürlichen Umverteilung von unten nach oben zugrunde, wenn der Staat nicht regulierend eingreift. Denn betriebwirtschaftliches Handeln orientiert sich am jeweiligen Markt. Richtiges staatliches Handeln beeinflusst die Märkte. Ungleichgewichte, die zu Wirtschaftskrisen und Bankzusammenbrüchen führen können, müssen abgebaut oder zumindest in Grenzen gehalten werden. Ein Ungleichgewicht ist z. B. das Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich. Es ist nicht nur ungerecht, es sterben auch massenhaft Unternehmen, wenn sich die Masse des Volkes nichts mehr kaufen kann.
Hans Oette
13.08.2010
Frankfurt/Main (ddp). Seit dem Start von «Hartz IV» haben die Steuerzahler weit über 50 Milliarden Euro ausgegeben, um Niedriglöhne aufzustocken. Das berichtet die «Frankfurter Rundschau» (heute) unter Berufung auf Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium. Die Ausgaben für die Aufstocker stiegen kontinuierlich von acht Milliarden Euro im Jahr 2005 auf elf Milliarden Euro 2009. Damit dient im «Hartz IV»-System derzeit fast jeder dritte Euro dazu, niedrige Löhne aufzustocken, weil diese allein den Lebensunterhalt nicht sichern. 2005 hatte dieser Anteil noch bei einem Fünftel gelegen. «Die Bundesregierung blockiert seit Jahren den gesetzlichen Mindestlohn und verschwendet das Geld der Steuerzahler», kritisierte Linkspartei-Chef Ernst, der die Daten bei der Bundesregierung abgefragt hatte.
11.08.2010
Offener Brief von Mitgliedern der Partei DIE LINKE:
Sehr geehrter Herr Angelbeck,
wir, die Unterzeichner aus der LINKEN Ba-Wü, wollen die derzeitigen Vorgänge wegen eines Antrags auf Rücktritt unseres Parteivorsitzenden Klaus Ernst sowie die offensichtlich nicht vorhandene Bereitschaft, im Wahlkreis Ravensburg und Wangen zu Nominierungsversammlungen von LandtagskandidatInnen einzuladen, so nicht mehr akzeptieren.
Der Logik Ihres Antrags entsprechend müsste eigentlich der gesamte LINKE Bundesvorstand zurücktreten, da das zusätzliche Gehalt von Klaus Ernst auf Basis eines Beschlusses dieses Gremiums beruht.
Die wiederholte Denunzierung von GenossInnen unserer Partei - jetzt Klaus Ernst - bei DIE LINKE bekämpfenden Medien (Stern, BILD, ZDF etc.) empfinden wir als abstoßend und unerträglich. Die zeitliche Abstimmung der Artikel am Samstag sowie Umfang und Zitate von Herrn Kaltofen unter anderem in der "Bild-Zeitung" lassen den Schluss zu, dass die Informationen gezielt betrieben und zum Schaden der LINKEN eingesetzt wurden.
Auch der öffentliche Massenversand von E-Mail-Nachrichten entspricht nicht einer sachlichen Auseinandersetzung und kann nur dem Zweck dienen, Menschen bloßzustellen und zu diffamieren, ohne dass sie die Möglichkeit haben sich zu wehren.
Sie schaden wissentlich und willentlich unserer Partei und gefährden ihren Einzug in den Landtag von Baden-Württemberg. Wir betonen, dass Sie nicht für uns und für die Mitglieder der LINKEN in Baden-Württemberg sprechen.
Insgesamt ist Ihr Verhalten und Ihre Vorgehensweise offensichtlich nur darauf ausgerichtet, die Arbeit von sehr vielen aktiven Mitgliedern der LINKEN im Land und der ganzen Bundesrepublik zunichte zu machen, die sich mit viel persönlichem Einsatz und Energie für eine andere Politik einsetzen.
Dies lässt den Schluss zu, dass Sie ein großes Problem mit der Politik der Partei DIE LINKE haben. Das ist natürlich Ihr gutes Recht. Wir aber haben vor allem ein großes Problem mit der Politik der anderen Parteien und sehen deshalb DIE LINKE als unsere einzige Chance daran etwas zu ändern – so wie auch viele Wähler ihre Hoffnungen in uns setzen.
Wenn wir Kritik an unserer Partei haben, würden wir jedoch nie so weit gehen, das Projekt DIE LINKE selbstsüchtig zu gefährden.
Aus den genannten Gründen sind wir nicht mehr bereit, Ihr Handeln einfach so stillschweigend hinzunehmen.
Deshalb begrüßen wir Ihre Ankündigung, aus unserer Partei auszutreten. Wir möchten Sie dazu auffordern, dies mit sofortiger Wirkung zu tun. Machen Sie den Weg frei, damit auch in Ravensburg und Wangen einen Antritt zur Landtagswahl möglich wird. Ob Kreisverbände aufzulösen sind oder nicht, wer wann welche KandidatInnen für DIE LINKE wählt – all dies fällt nicht mehr in Ihren Aufgabenbereich. Sie brauchen sich darum nicht zu kümmern.
Mitglieder der LINKEN Ba-Wü:
Markus Widera/KV Ortenau, Thomas Heidt/KV Ortenau, Sören Becker/KV Ortenau, Andrea Rummel/KV Ortenau, Dieter Hitscherich/KV Baden-Baden, Anni Böse/KV Baden-Baden, Beate Schneider/KV Baden-Baden, Nobert Masson/KV Baden-Baden, Dirk Spöri/KV Freiburg, Lukas Oßwald KV Ortenau, Kilian Flaig KV Freiburg, Hans Bloching KV ULM/Alb Donau, Eva-Maria Glathe KV ULM/Alb Donau, Ludwig Hörmann KV ULM/Alb Donau, Klaus Kölke KV ULM/Alb Donau, Gerhard Simon KV ULM/Alb Donau, Stefan Hörr KV ULM/Alb Donau, Tanja Eble KV ULM/Alb Donau, Walter Kuhbach KV Ludwigsburg, Volker Bohn/KV Heilbronn
10.08.2010

Unter stuttgarterappell.de kann jeder den Stuttgarter Appell unterstützen. Er fordert einen sofortigen Stopp aller Baumaßnahmen im Rahmen des Projekts S21 und einen Volksentscheid.
Mit dem Projekt „Stuttgart 21“ soll der Stuttgarter Hauptbahnhof für etwa 5 Milliarden Euro unter die Erde verlegt werden - Bund, Länder und Gemeinden sind hoch verschuldet, oft fehlt selbst das Geld, um Schlaglöcher auszubessern. Bei den gegenwärtigen Überflutungen in den östlichen Bundesländern werden Schäden von 100 Millionen Euro erwartet. S21 kostet aber so viel wie 50 solcher Hochwasserkatastrophen. Und zu S21 werden immer neue Kosten- und andere Risiken bekannt. Der „Stern“ vom Juli 2010 informierte über ein vernichtendes Gutachten zu S21, das 2 Jahre lang in den Schubladen der Betreiber verschwand, bis es durch eine undichte Stelle öffentlich wurde, und über eine Reihe anderer Ungeheuerlichkeiten. Die Betreiber meldeten daraufhin nur lapidar, die undichte Stelle sei inzwischen beseitigt. Wie so oft in der Politik, hat sich hier ein hässlicher Filz gebildet, der trickst, täuscht und sich die Taschen füllt. Der wachsende Bürgerprotest fand seinen vorläufigen Höhepunkt, am Samstag 7. 8. 2010, als 16 000 Bürger aus nah und fern an der Großdemo gegen S21 teilnahmen.
Hans Oette
10.08.2010
Hamburg (ddp). Der Verfassungsrechtler von Arnim hat das Bundesfamilienministerium scharf kritisiert, weil es eine Versicherungsgruppe an der Erstellung eines Konzepts für eine Arbeitnehmerversicherung zur Familienpflegezeit beteiligt hat. Dem «Hamburger Abendblatt» (heute) sagte Arnim: «Die ganze Angelegenheit hat ein ziemliches Geschmäckle. Wenn eine Gruppe oder ihre Lobby ihren eigenen Gesetzentwurf schreibt oder mitschreibt, von dem sie nachher profitiert, ist das hochproblematisch.» Offenkundig wurde das Engagement der Nürnberger Versicherungsgruppe, nachdem Linken-Vorsitzender Ernst die Bundesregierung um eine Stellungnahme gebeten hatte.
05.08.2010
Der Abriss hat begonnen!
Am 4.8.2010 haben ca. 2.000 Menschen gegen Stuttgart 21 am Nordausgang des Stuttgarter Bahnhofs gegen dessen Abriss demonstriert. Die Wut wächst und die Gegner heften ihre Gedanken an den Bauzaun. Einige ausgewählte sind in den Fotos zu sehen. Interessant ist die Firmengeschichte von Wolff + Müller. Es gibt halt Unternehmen die sich gewissenlos an allen Sauereien dieses unseres Landes beteiligen! Die Einheitsfront der Befürworter bröckelt. Hilde Mattheis stellvertretende SPD – Vorsitzende in Baden – Württemberg, hat sich öffentlich in einem SWR Interview, gegen das Projekt S21 ausgesprochen. Am kommenden Samstag ist der Hauptredner der Anti S21 Demo Herrmann Scheer (SPD). Auf die Bilder klicken um Sie zu vergrößern.
Stuttgart (ddp-bwb). Am Stuttgarter Hauptbahnhof haben am Montagabend rund 3500 Menschen gegen das Bahnprojekt «Stuttgart 21» demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, zogen nach mehreren Reden etwa 3000 Menschen ohne Demonstrationsgenehmigung lärmend durch die Straßen und behinderten den Verkehr. Nach rund einer Stunde kehrten die Demonstranten zum Bahnhof zurück. Die Gegner von «Stuttgart 21» bezweifeln unter anderem den verkehrspolitischen Nutzen der Verlegung des bislang oberirdischen Kopfbahnhofs unter die Erde
02.08.2010
Berlin/Dresden (dpa/ddp) - Nach heftiger parteiinterner Kritik wird sich der Vorstand der Linken möglicherweise im September noch einmal mit den Einkünften der Parteiführung beschäftigen. Das sagte Fraktionssprecher Thalheim der Nachrichtenagentur dpa. Anlass ist heftige Kritik aus den eigenen Reihen am Einkommen von Linken-Chef Ernst. Er bekommt neben seinen Bundestagsdiäten in Höhe von 7668 Euro auch noch 3500 Euro von der Partei und 1913 Euro von der Bundestagsfraktion. Die Vorsitzende der Partei DIE LINKE Lötzsch, nahm Ernst in Schutz. Die Zulagen seien durch den Beschluss eindeutig geregelt, sagte sie dem «Tagesspiegel» (heute). «Ich wüsste nicht, was wir dort verändern sollten.» Der Linken-Parteirat in Sachsen fordert den Vorstand in Berlin in einem Brief jedoch auf, den Beschluss zurückzunehmen, wie Sachsens Linke-Chef Gebhardt der dpa sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der «Bild am Sonntag». Es dürfe «keine Alimentierung von der Partei» geben. Aufwandsentschädigungen seien kein Problem, aber es dürfe kein Geld im Stil eines Gehalts geben.
Ernst will den Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei nicht entsprechen. Der «Bild»-Zeitung (Onlineausgabe) sagte Ernst: «Das war eine Einzelmeinung, die vom zuständigen Parteigremium deutlich zurückgewiesen wurde. Im Gegenteil: aus der Partei bekomme ich große Unterstützung.»
31.07.2010

Wer bei der Bundesagentur für Arbeit eine neue Stelle sucht wird auf Jobangebote der Leiharbeit stoßen. Seit Beginn des Jahres 2010 haben sich die Stellenangebote in der Leiharbeit mehr als verdoppelt. Jede dritte offene Stelle wird von einer Leiharbeitsfirma angeboten. Diese Zahlen nannte die Bundesregierung nach einer Anfrage der Bundestagsfraktion der LINKEN.
Die Arbeitswelt hat sich mit der Agenda 2010 massiv verändert. Die Leiharbeit wurde in einem starken Maße gefördert. Flexibilität und die Errichtung eines Niedriglohnsektors für den Weltmarkt war der Wille der rotgrünen Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder. In seine Amtszeit fiel die Verlängerung der maximal erlaubten Überlassungsdauer von 12 auf 24 Monate und später der Wegfall einer Begrenzung. Zusätzlich wurde das Synchronisationsverbot aufgehoben, d.h. die Einstellung eines Arbeitnehmers für nur eine einzelne Überlassung an einen Entleiher ist seither erlaubt. Danach kann der Arbeitnehmer entlassen werden. Die Lage der Arbeitnehmer in der Zeitarbeit hat sich ständig verschlechtert. Von einer Lösung wie sie in Frankreich praktiziert wird, dass Leiharbeiter den gleichen Lohn erhalten wie Stammarbeiter, ist Deutschland meilenweit entfernt. Hier gibt es ca. 900.000 Beschäftigte in Leiharbeit. Sie erhalten bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit bis zu 40 Prozent weniger Lohn. Die Stammbelegschaft wurde in vielen Betrieben zugunsten von Leiharbeit abgebaut, die verbleibenden Arbeitnehmer werden durch das Lohndumping der Zeitarbeit unter Druck gesetzt.
DIE LINKE fordert deshalb gleichen Lohn für gleiche Arbeit! Die Deregulierung der Leiharbeit muss zurückgenommen werden. Nähere Informationen zu den Forderungen der LINKEN im Bundestag hier.
Florian Vollert
24.07.2010
Berlin (ddp). Das Urteil des Bundesverwaltungsgericht zur weiteren Beobachtung der Linkspartei durch den Verfassungsschutz ist bei Sozialdemokraten und Grünen auf breite Kritik gestoßen. «Dieses Urteil ist ein weitreichender Eingriff in die politische Willensbildung von Parteien», sagte SPD-Generalsekretärin Nahles der «Berliner Zeitung» (heute). «Um eine ausufernde Überwachung zu vermeiden», sollte die Rechtsgrundlage für eine Bespitzelung durch den Geheimdienst schleunigst präzisiert werden, forderte sie. Berlins Innensenator Körting (SPD) erinnerte daran, dass die Linke in Berlin seit 1994 nicht mehr beobachtet werde. Damals stellte die CDU den Regierenden Bürgermeister: «Die Nichtbeobachtung der Linken hat also nichts mit der jetzigen SPD/Linkspartei-Landesregierung zu tun», sagte er. Es seien nur einzelne Gruppen ausgeforscht worden, deren Beobachtung weitestgehend schon zu Zeiten der CDU-Innensenatoren aufgegeben wurde. Auch von den Grünen kam Kritik. «Der Verfassungsschutz muss die Beobachtung der Linkspartei einstellen», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Beck, dem Blatt.
24.07.2010
(afp) - Zur finanziellen Entlastung der Kommunen drohen Hartz-IV-Empfängern nach einem Pressebericht Kürzungen bei den Wohnzuschüssen. Nach der Empfehlung einer Expertengruppe des Arbeitsministeriums sollten die Kommunen künftig selbstständig in Satzungen bestimmen, welche Mietkosten sie Hartz-IV-Empfängern bezahlen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (heute) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag. So könnte der Wohnungsanspruch für Alleinstehende auf nur noch 25 Quadratmeter beschränkt werden. Derzeit gilt demnach ein Richtwert von 45 Quadratmetern. Die Änderung könnte laut "FTD" zu einer neuen Klagewelle von Hartz-IV-Empfängern führen.
24.07.2010
Köln (ddp/ard). Die Bürgen wünschen sich mehr direkte Beteiligung durch Volksentscheide. Rund 76 Prozent der Deutschen sprachen sich dafür aus, 21 Prozent meinen, dass politische Entscheidungen weiterhin von den Abgeordneten getroffen werden sollten. Dies ergab der neuste Deutschland-Trend im ARD-Morgenmagazin, wie der WDR mitteilte. Fast jeder zweite Deutsche glaubt nicht mehr an eine Zukunft der schwarz-gelben Bundesregierung. 42 Prozent der Bundesbürger trauen Merkel (CDU) nicht zu, dass sie die schwarz-gelbe Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode zusammenhält. 52 Prozent meinen, dass die Koalition bis 2013 an der Macht bleibt.
Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, gäben laut DeutschlandTrend 33 Prozent der Befragten ihre Stimme der Union, 30 Prozent entschieden sich für die SPD. Die Grünen können mit 17 Prozent rechnen, die Linkspartei mit zehn Prozent. Für die FDP stimmten fünf Prozent der Wähler.
19.07.2010

Immer um diese Zeit im Hochsommer, so um den 20. Juli herum, wenn sich das Attentat auf Hitler und der anschließende Umsturzversuch jährt, kann man in allen Medien dieser Republik wieder erfahren wie unglaublich heroisch diese Offiziersklicke Deutschland vor dem Untergang bewahren wollte. Fast alle adlig, sehr nationalistisch und Berufsoffiziere. Als die Katastrophe noch zu verhinder gewesen wäre waren alle glühende Revanchisten!
Den Beginn des Zweiten Weltkrieges, empfand der Berufssoldat Stauffenberg als „Erlösung“. Aus dem Feldzug gegen Polen 1939 schrieb er an seine Frau:
„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam.“ Antisemitische Herrenmenschen, für die Sklavenarbeit offensichtlich nicht schändlich war. Denen wird heute gehuldigt.
Jeder dieser Herren hoffte auf den nächsten Waffengang mit dem Erbfeind (Frankreich), egal zu welchem Preis! Das Völkerrecht war ihnen dabei völlig egal. Das neutrale Belgien und Holland wurden überfallen und nicht mit der Wimper gezuckt.
Erst als die Niederlage unabwendbar war, fühlten sich diese Herren genötigt etwas für Deutschland zu tun. Nach solchen „Vorbildern“ werden heuten noch Kasernen der Bundeswehr benannt.
Die Deserteure, die den Krieg nicht länger tragen oder ertragen wollten, werden bis heute als Verbrecher behandelt und bezeichnet! Andere Attentäter, die unseren braunen Diktator ausschalten wollten, Georg Elser zum Beispiel der 1939 schon ein Attentat auf Hitler verübte, galten lange als Verbrecher. Nicht endend wollende und schwierige politische Diskussionen mussten durchlebt werden um auch ihm nach fünfundsechzig Jahren ein angemessenes Denkmal zu errichten.
Düsseldorf (ddp). Nach der Wahl von Ministerpräsidentin Kraft (SPD) laufen Gespräche zwischen der rot-grünen Minderheitskoalition und der Linksfraktion im Düsseldorfer Landtag. «Wir sind im Gespräch mit SPD und Grünen», sagte Linke-Fraktionschef Zimmermann. Themen seien beispielsweise die Abschaffung der Studiengebühren und Schritte gegen den Missbrauch der Leiharbeit in NRW. Die Gesprächsatmosphäre mit SPD und Grünen sei «sachlich und kollegial». Man rede «auf Augenhöhe». Heute und Freitag berät der Landtag erste Gesetzesvorhaben von Rot-Grün. Die Linke hat ebenfalls Anträge eingebracht, die aber weitgehender sind als die von SPD und Grünen. Die Linksfraktion will beispielsweise bereits im kommenden Wintersemester die Studiengebühren von zumeist 500 Euro abschaffen. SPD und Grüne streben einen Wegfall der Gebühren aus Finanzgründen erst zum Wintersemester 2011/2012 an. In den Gesprächen suchen Rot-Grün und Linke nun nach Kompromissmöglichkeiten.
14.07.2010
Düsseldorf (dpa) - Mehr als zwei Monate nach der Landtagswahl soll in NRW heute der Machtwechsel vollzogen werden. Die Chefin der SPD Kraft will sich zur ersten Ministerpräsidentin im bevölkerungsreichsten Bundesland wählen lassen. Die Linke macht dazu den Weg frei. Sie will sich bei der Abstimmung enthalten, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Kraft kann mit den Stimmen von SPD und Grünen sowie Enthaltung der Linken im zweiten Wahlgang Chefin einer Minderheitsregierung werden. Mit der Empfehlung an ihre elf Abgeordneten, sich bei der Wahl Krafts zu enthalten, folgt die Linksfraktion dem Votum eines Landesparteitags vom Wochenende.
Der Landtag wählte gestern den bisherigen Umweltminister Uhlenberg mit großer Mehrheit zum neuen Parlamentspräsidenten. Bei der Wahl der Vizepräsidenten musste Kraft eine Schrecksekunde überstehen. Die Kandidatin der Linken, Böth, fiel zunächst durch. Nachdem Kraft und Grünen-Fraktionsvize Priggen bei ihren Abgeordneten für die Wahl Böths geworben hatten, reichte es für die 58-Jährige im zweiten Wahlgang zur notwendigen Mehrheit.
05.07.2010

Die LINKE braucht die Diskussion und den Wettstreit zwischen den Positionen, um zu einer optimalen Synthese zu kommen. Die Auseinandersetzungen dürfen uns aber nicht spalten, vielmehr müssen Mehrheitsentscheidungen von allen mitgetragen werden. Denn es ist das historische Handicap der Linken als Bewegung, dass sie sich durch Gespaltenheit immer wieder selbst geschwächt hat.
Ein kritischer Punkt ist die Frage der Regierungsbeteiligungen der LINKEN. Ich halte sie für notwendig und sehe in ihnen auch keinen Verrat von Grundsätzen, auch wenn es zunächst so aussieht. Offensichtlich kann sichmomentan kaum ein Staat dem Diktat der knappen Kassen entziehen. Denn das große Geld ist international organisiert und damit in der Lage, Staaten finanziell auszuhungern, die ihm zu nahe treten. Selbst für die BRD mit hohen Einnahmen aus Exportüberschüssen gilt: Ohne Anleihen aus den Finanzmärkten (Staatsverschuldung) geht nichts mehr. Denn es fließen Ständig Überschüsse der Reichen auf die Finanzmärkte, die die Realwirtschaft zu strangulieren drohen. Schon 1996 sagte der damalige Chef der Deutschen Bundesbank, Hans Tietmeyer. "Die meisten Politiker sind sich noch nicht im Klaren darüber, wie sehr sie unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden" (vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos).
Auch Regierungen mit Beteiligung der LINKEN, ja selbst linke Regierungen, unterliegen diesen Zwängen. Aber sie können doch kleine Verbesserungen für Viele und kleine Verschlechterungen für das große Geld erreichen. Die entscheidende Frage ist, ob man das Diktat der Finanzmärkte lethargisch akzeptiert, oder ob man an seinen Zielen festhält und auf den Moment hinarbeitet, an dem man die Herrschaft abwerfen kann. Ohne Regierungsbeteiligungen kann die LINKE m. E. nicht als parlamentarischepolitische Kraft weiter wachsen. Und es sieht nicht so aus, als ob außerparlamentarischer Widerstand eine Alternative (und nicht nur eine Unterstützung) sein könnte.
Das Abwerfen der Herrschaft der Finanzmärkte sehe ich erst mal in der richtigen Besteuerung. Auf Bundesebene müssen als erster Schritt die vielen Entlastungen für Vermögende der letzten Jahre zurückgenommen werden. Möglichst in internationaler Zusammenarbeit muss danach erreicht werden, dass die überhand nehmenden Überschüsse der Reichen, die weder für deren Konsum noch für Investitionen in den Produktionsapparat gebraucht werden, nicht weiter auf die Finanzmärkte fließen, sondern über den Staat wieder den Konsumenten und der Realwirtschaft zugeführt werden. Man kann dabei umso mehr auf Verbündete hoffen, je unerträglicher die Abhängigkeit von den Finanzmärkten und deren monetäre Saugrüssel werden. Nicht nur ein Stopp der Zuflüsse, auch Rückflüsse von den Finanzmärkten und ein Ausgleich der Vermögensunterschiede sind durch Besteuerung, Verstaatlichung von Banken u.ä. erreichbar. Ein breiterer Konsens in der Gesellschaft ist dafür notwendig, aber auch erreichbar. Eventuelle weitere Schritte zur Wiederherstellung und Wahrung der sozialen Gerechtigkeit müssen diskutiert werden. Wir brauchen dazu eine politische Führungsschicht (oder Elite), die nachdenkt und ihre Ideen publik macht. Denn ohne den Rückhalt in der Bevölkerung geht es nicht.
Hans Oette
02.07.2010
Die Gesellschaft machte in den vergangen zwei, drei Jahrzehnten unwahrscheinliche Fortschritte. Die Technik ist auf einem Stand, wie nie zuvor. Die elektronische Kommunikation ermöglichte ungeahnte Rationalisierungen. Mit immer weniger Aufwand an menschlicher Arbeit sind immer bessere Ergebnisse zu erzielen.
Und das Ergebnis ? Die Beschäftigten in Deutschland mussten die letzten zehn Jahre Reallohnverluste, trotz boomender Geschäfte, hinnehmen. Der Niedriglohnbereich wurde massiv ausgebaut, Zeitverträge und Leiharbeit sind fester Bestandteil der deutschen Arbeitswelt. Das Renteneintrittsalter wurde auf 67 Jahre erhöht und damit faktisch unsere Renten gekürzt. Die Arbeitsstunden für die einzelnen Arbeitnehmer steigen. Das Arbeitsklima in den meisten Betrieben kann nur noch mit "krankmachend" beschrieben werden.
Und Warum ? Weil ein, auf Krediten und Zins aufgebautes "Finanzsystem" immer schneller immer mehr des real erwirtschafteten auffrisst.
Eine „Finanzindustrie“. die immer mehr nur noch um die eigenen sogenannten „Finanzprodukte“ kreist, da angeblich Investitonen in reale Werte nicht mehr genügend rentieren. Eine „Finanzindustrie“ für die nur noch Quartalsbilanzen entscheiden. Und kurzfristig wird dann derjenige die größten Gewinne erzielen, der die ökologischen und sozialen Notwendigeiten am meisten missachtet. Hier ist eigentlich die Gesellschaft, das heisst der Staat, gefordert die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Die meisten Regierungen weltweit machen aber genau das Gegenteil, in dem sie sich auf einen Wettlauf der günstigsten Bedingungen für Konzerne einlassen. Einer exorbinanten Privat- und Staatsverschuldung stehen exorbinante Geldakkumulationen gegenüber. Riesige Zinsschulden treffen auf riesige Zinsforderungen, die sich im Laufe der Jahrzehnte exponentiell aufgebaut haben, hinter denen aber KEINERLEI reale Werte mehr stehen. Die Volkswirtschaften sind immer weniger in der Lage selbst die Zinsforderungen zu erfüllen.
Schulden werden aber nicht dadurch weniger, wenn die Schulden durch Sozialabbau oder Mehrwertsteuererhöhung hauptsächlich auf die Bürger verlagert werden, die über kein Guthaben verfügen.
Schuldenabbau ist nur dadurch möglich, daß auch Geldakkumulationen abgebaut werden.Eine andere Lösung ist schon bilanztechnisch nicht möglich.
Klaus Hanselmann
30.06.2010

"Erst hü, dann hott, so wird doch keine vernünftige Politik gestaltet“, urteilt Richard Pitterle, Mitglied im Finanzausschuss für die Bundestagsfraktion DIE LINKE, über die FDP-Bundespolitik.
FPD Generalsekretär Lindner hat heute zugegeben, dass der Mehrwertsteuersatz für die Hotelbranche nicht hätte gesenkt werden dürfen. Darüber hinaus forderte er, jetzt alle ermäßigten Mehrwertsteuersätze zu überprüfen und das gesamte Steuersystem einfacher zu machen.
„Hier zeigt sich, wie konzeptionslos die FDP agiert,“ so Pitterle weiter. „ Bis dato hielt sie krampfhaft an ihrem Wahlversprechen, die Steuern zu senken, fest. Die katastrophale Haushaltslage ignoriert sie ohne ihren Kurs zu überdenken. Die Bürgerinnen und Bürger müssen der FDP erst ein vernichtendes Urteil in den Meinungsumfragen austeilen, damit sie ihren Grips ein bisschen anstrengen. Aber Klientelpolitk ist eben einfach. Da muss man nicht nachdenken, sondern nur ‚Ja und Amen‘ zu dem sagen, der bezahlt. Wer am Ende wirklich zahlt, ist nur einer: der Steuerzahler. Von wegen mehr Netto vom Brutto.“
Presseerklärung MdB Richard Pitterle

Zum Artikel in der Samstagsausgabe der Heilbronner Stimme: ”Stadt will wieder Zeag-Aktien” nimmt der Kreisrat der LINKEN Johannes Müllerschön wie folgt Stellung:
„Eine Vertiefung der Verbindung mit der EnBW“ ist also die tatsächliche Absicht des angestrebten Aktientausches. Viele Menschen und Kommunen wollen das Gegenteil. Die Politik des Energiekonzerns EnBW/EdF in Verbindung mit den konservativen und neoliberalen Strippenziehern in der baden-württembergischen Landes- und der Heilbronner Kommunalpolitik haben zur jetzigen Situation geführt. Teuere und unsoziale Strompreise, riesige private Gewinne auch aus der verkauften ZEAG, ungelöste und unverantwortbare Atommüllprobleme, statt Atomausstieg geplante Laufzeitverlängerung, statt dezentraler demokratisch kontrollierter Energiegewinnung und –verteilung, weiterhin Zentralistische und Monopolistische Konzernprofitwirtschaft – jetzt reichts. Kosmetik und verbale Unterstützung eines ökologischeren Energiekurses reichen nicht mehr aus. „Eine Vertiefung der Verbindung mit der EnBW“ ist der falsche Weg. Kommunale Betriebe dürfen nicht mißbraucht werden als Feigenblatt für die konzerngesteuerte Profitwirtschaft. Die EnBW sollte stattdessen ihre Pläne am Kraftwerksstandort Heilbronn offenlegen. Was heißt bitteschön „Stärkung des Energiestandorts Heilbronn“? Überrascht uns EnBW/EdF nach den Landtagswahlen mit den Plänen für einen zweiten Kohlekraftwerksblock in Heilbronn? Es gibt echte Alternativen: Austieg aus schwarz-gelb! Förderung dezentraler Windanlagen statt Gängelung der Erneuerbaren! Kostengünstige Daseinsvorsorge statt Konzerngrößenwahn. Baden-Württemberg und Heilbronn haben eine bessere Energiepolitik verdiehnt.
Mehr Informationen zu unserem Kreisrat erhalten Sie hier.

Unser Schuldenberg ist beängstigend. Aber nicht das Volk hat über seine Verhältnisse gelebt. Der Pferdefuß war die falsche Finanzpolitik sowohl der Merkel- als auch der Schröder-Ära. Denn am andern Ende der Schuldverhältnisse sitzt ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung, die Reichen und Superreichen. Ihr Reichtum wächst unaufhaltsam, weil viel Geld immer noch mehr Geld anzieht, nicht zuletzt durch die fälligen Zinsen auf die Staatsschulden. Die Einnahmen reicher Mitbürger wurden immer weniger in Produktionsmittel und damit in Arbeitsplätze investiert, weil die Nachfrage nach Gütern nicht so schnell wuchs wie die Überschüsse der Reichen. Dadurch flossen immer mehr Ersparnisse auf die internationalen Finanzmärkte. Von dort borgte sich der Staat Geld, um es wieder in die Realwirtschaft einzuspeisen. Sie wäre sonst durch die Geldabflüsse stranguliert worden. (Dieses „deficit spending“ wurde vom englischen Wirtschaftsnobelpreisträger Keynes wissenschaftlich begründet.) Der Kardinalfehler der Politik war aber, dass man das große Geld immer weniger besteuerte und daher immer mehr den Schuldenweg beschreiten musste.
Viele unterentwickelte Länder kamen schon durch Importe aus den Industriestaaten in die Schuldenfalle und wurden praktisch unregierbar. Dass jetzt sogar unser reiches und exportstarkes Land von seinem Schuldenberg erdrückt zu werden droht, ist schlimm. Ebenso, dass unsere Regierung die Zusammenhänge (noch) nicht begriffen hat und mit ihrem Sparpaket die Ausgleichsfunktion des Staates zwischen Arm und Reich weiter schwächt. (Die reiche Klientel der FDP lässt grüßen.) Nach dem Motto „sozial ist, was Arbeitsplätze schafft“, wird die „Wirtschaft“, genauer gesagt, es werden die Eigentümer des Produktionsapparats immer mehr von ihrer Sozialpflichtigkeit befreit. Dort stellt man aber nur in dem Maß Arbeitsplätze zur Verfügung, wie die Produkte auch verkauft werden können. Die Rechnung ging halbwegs auf, so lange Deutschland andere Länder mit seinem Exportüberschuss überschwemmen konnte. Auch jetzt setzt man auf den Wiederanstieg der Exportzahlen. Doch kein Land kann sich auf Dauer Importüberschüsse (die ja nur auf Pump möglich sind) leisten, z. B. Griechenland. Also werden die (nicht immer, aber in der Regel) reichen Unternehmer und Aktionäre die erwirtschafteten Überschüsse nicht in Arbeitsplätze investieren, sondern in die Finanzmärkte einspeisen, und der Teufelskreis geht weiter.
Hans Oette

Das unsoziale Sparprogramm der Bundesregierung sieht eine neue Brennelementesteuer für die Atomindustrie vor. Damit sollen 2,3 Milliarden Euro pro Jahr eingenommen werden. Was sich im ersten Moment gut anhört, hat gleich zwei Pferdefüße. Erstens bedeutet die Besteuerung gleichzeitig eine Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke, wie der Fraktionschef der CDU, Volker Kauder, verlauten lässt. Zweitens geben die Energieunternehmen ihre Brennelementesteuer direkt an die Verbraucher weiter. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums wäre eine Strompreiserhöhung von 1,5 Cent pro Kilowattstunde realistisch, was einer Erhöhung der Stromkosten einer Durchschnittsfamilie von etwa 60 Euro im Jahr bedeutet.
Die alternden Atomkraftwerke sollen, nach dem Willen der Atomstromproduzenten und der Bundesregierung, länger am Netz bleiben. Die Bevölkerung ist mehrheitlich gegen die Verlängerung der Restlaufzeiten. Mit der Brennelementesteuer sollen die Menschen wohl umgestimmt werden. Die Rechnung zahlen aber die Verbraucher.
Jeder Verbraucher kann sich aber diesem Spiel entziehen und zu einen atomfreien Stromlieferanten wechseln. In Heilbronn besteht die Möglichkeit zum BUND-Regionalstrom zu wechseln. Genaueres über den BUND-Regionalstrom erfahren Sie hier.
Florian Vollert

Am 31. Mai trat Horst Köhler von seinem Amt als Bundespräsident zurück. Als Grund nannte er die Kritik an seinen Äußerungen zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan und die damit einhergehende Beschädigung der Würde des Amtes. Köhler sprach aus, was bereits Realität ist. Die Bundesrepublik als exportorientiertes Land sorgt auch mit militärischen Maßnahmen für freie Handelswege und stabile Verhältnisse in ressourcenrelevanten Gebieten. Zu Recht wurde diese Meinung kritisiert, da sie nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Bei vielen Kritikern fehlt aber die Einsicht, dass sich die Bundeswehr bereits in grundgesetzwidrigen Auslandseinsätzen befindet.
Die allgemeine Verwunderung über den Rücktritt und die angeführte Begründung lassen aber Fragen nach einem Warum offen. Steckt nicht mehr hinter dem plötzlichen Rücktritt Köhlers als ein, nach seinen Aussagen, missverstandenes Interview?
In der Financial Times Deutschland (FTD) sprach Köhler am 20. März 2010 von seiner Enttäuschung über die schwarzgelbe Koalition. In dem Bericht lehnt er von der FDP geforderte Steuersenkungen ab und hält die Koalition für zögerlich und unentschlossen. Es hätten nach seiner Meinung Konsequenzen aus der Finanzkrise folgen müssen, etwa eine direkte Haftung der Verursacher. Die Finanzwirtschaft, die er bereits früher als “Monster” bezeichnete, müsse an den Kosten beteiligt werden, etwa durch eine internationale Finanztransaktionssteuer. Er forderte ein Ende des Schattenbankenwesen. Köhler ist wohl mit der Regierung, die ihn zum Bundespräsidenten machte, immer unzufriedener geworden.
Aber er hat seinen Unmut nicht mehr geäußert, wie das noch in seiner ersten Amtszeit geschah. Nach Zeitungsaussagen hat im Schloss Bellevue in den letzten Monaten ein hässlicher Machtkampf zwischen Präsidentensprecher Martin Kothé und dem Chef des Präsidialamts, Staatssekretär Hans-Jürgen Wolff, getobt. Wolff, der den Bundespräsidenten lähmte, setzte sich am Ende offenbar durch. Kothé, der Köhler in der ersten Amtsperiode zum Bürgerpräsidenten machte, will nach eigener Aussage im Mai in die Wirtschaft wechseln.
Und zum Schluss musste Köhler ein Rettungspaket in Milliardenhöhe unterschreiben, welches die Haushaltslage nachhaltig belasten wird. Wieder folgt diesen Milliardenausgaben kein Richtungswechsel im Verhältnis der Regierung zu den Finanzmärkten. Wieder folgt kein schlüssiges Konzept, wie der Krise zu begegnen ist. War Köhler vom Schnellschuss der Regierung nicht überzeugt und fühlte sich zur Unterschrift genötigt? Eventuell hat die unterschiedliche Einschätzung der Krise und wie ihr zu begegnen ist, mehr zum Rücktritt beigetragen, als ein "falschverstandenes" Interview.
Florian Vollert

Wie Blitze den Nachthimmel erleuchten, gaben die Finanzkrise und die
Eurokrise den Blick frei auf Schwärme übergroßer Finanzhaie, die uns alle
bedrohen. Es ist doch grotesk: Zur Rettung der Umwelt feilschten die
Politiker um Millionen und konnten sich nicht einigen. Jetzt wurden über
Nacht (bevor die Börsen in Tokio öffneten) viele Milliarden locker gemacht,
um die Finanzmärkte gnädig zu stimmen. Genauer gesagt, "starke" Länder geben Geld an schwache Länder, weil die Schwachen bereits keine Kredite mehr bekommen. Oder es werden Bürgschaften übernommen.
Die Akteure der Finanzmärkte, die Fonds, sind zunächst einmal
Dienstleister, die privates Vermögen verwalten und vermehren. Allerdings ist
es nicht schön, wenn sie als "Heuschrecken" über Unternehmen herfallen, um
sie zu "strukturieren" und teurer wieder zu verkaufen. Schlimm ist es auch,
wenn in Afrika (durch Monokulturen) oder im Amazonas- Regenwald (zur
Spritgewinnung) Umwelt und soziale Strukturen zerstört werden. Das größte
Unglück aber wären Staatsbankrotte, wenn also die Finanzmärkte ganze Staaten hochgehen ließen. Das hätte Folgen ähnlich der im dreißigjährigen Krieg, als Heere von Plünderern das Land beherrschten.
Doch ist es nicht das gute Recht, ja die Pflicht der Fonds, Staaten den
Kredithahn zuzudrehen, die überschuldet sind? Zu Monstern werden die
Finanzmärkte erst, wenn man sie zusammen betrachtet mit den an sie
abfließenden Geldströmen, den Ersparnissen der Reichen. Denn die
Volkswirtschaften drohen durch diese Abflüsse erdrosselt zu werden. Die
Staaten müssen sich zum Ausgleich der Abflüsse von den Finanzmärkten ständig Geld leihen und eine ständig wachsende Zinslast tragen. Schon viele Länder wurden auf diese Weise ausgesaugt und danach fallen gelassen, wonach sie in Chaos und Elend versanken.
Es ist schön, dass die europäischen Staaten einander geholfen haben. Aber
wenn ihnen nichts Zusätzliches einfällt, werden sie bald gemeinsam bis zum
Hals im Wasser stehen. Sparen hilft nicht, weil dadurch staatliche Ausgaben
wegfallen, die die Wirtschaft ankurbeln. Die Staaten müssen sich statt durch
Anleihen durch Steuern genügend Ersparnisse der Reichen zurückholen, nicht
zuletzt durch die Finanztransaktionssteuer, durch Beendigung des
Steuersenkungswettbewerbs und durch einen internationalen Damm gegen die
Steuerflucht.
Hans Oette

Die Möglichkeit in NRW nach der Landtagswahl einen Politikwechsel durchzuführen, war durch eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün gegeben. In der Bildungspolitik hätten wichtige Weichen für die Zukunft NRWs gesetzt werden können. Kita-Plätze für alle Kinder und eine Gemeinschaftsschule für längeres gemeinsames Lernen hätten als Projekte angegangen werden können. Die Studiengebühren in NRW wären gefallen. Wesentlich wäre auch die Chance gewesen, im Bundesrat die größten sozialen Ungerechtigkeiten von Schwarzgelb zu verhindern.
SPD und Bündnis 90/Die Grüne fehlte dazu aber der politische Wille. Ihre Wahlprogramme scheinen nicht maßgeblich zu sein, für das Handeln nach der Wahl. Die Sondierungsgespräche zu einer rot-rot-grünen Koalition waren eine reine Alibiveranstaltung. Man möchte wohl das linke Wählerpotenzial in der eigenen Wählerschaft nicht vergraulen und hat deshalb zu dem Gespräch geladen. Dort wurde allerdings nicht über konkrete Politik diskutiert, sondern fast ausschließlich über das „Verhältnis zur ehemaligen DDR“. Die linken Politiker wurden ständig, und trotz ihrer Kritik an der DDR, als nicht glaubwürdig eingestuft.
Für die Verbesserung der Verhältnisse der Menschen hat dieser Tag nichts gebracht. Die SPD wird nun das Gespräch mit der CDU führen. Vermutlich sind hier die inhaltlichen Übereinstimmungen, trotz gegenteiliger Verlautbarungen beider Parteien, größer. Ein Politikwechsel, wie die SPD und Grüne es vor der Wahl versprochen haben, wird so nicht möglich sein.
Florian Vollert
Mit der öffentlichen Auszählung der Stimmzettel wurde der erste Mitgliederentscheid der LINKEN am 25. April 2010 beendet.
Am Mitgliederentscheid beteiligten sich 37.693 Mitglieder der LINKEN. Das entspricht einer Beteiligung von 48,3 Prozent der Mitglieder.
Zur ersten Frage, die die Struktur der auf dem zweiten Bundesparteitag zu wählenden neuen Parteiführung betrifft, stimmten 84,5 Prozent der Abstimmenden mit "Ja", 11,3 Prozent der Abstimmenden mit "Nein", und 4,2 Prozent der Abstimmenden enthielten sich. Damit spricht sich eine deutliche Mehrheit der Abstimmenden für den von den Initiatoren des Mitgliederentscheids zur Abstimmung gestellten Vorschlag für die Struktur der neuen Parteiführung aus.
Zur zweiten Frage des Mitgliederentscheids, in der entschieden werden sollte, ob das neue Parteiprogramm der LINKEN bis Ende 2011 in einem weiteren Mitgliederentscheid zur Abstimmung gestellt wird, stimmten 94,1 Prozent der Abstimmenden mit "Ja", 3,4 Prozent der Abstimmenden mit "Nein", und 2,5 der Abstimmenden enthielten sich. Damit spricht sich eine deutliche Mehrheit für den Vorschlag aus, das neue Parteiprogramm in einem Mitgliederentscheid zur Abstimmung zu stellen.
Zu den Ergebnissen des Mitgliederentscheids erklärte der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Dietmar Bartsch: "Das ist ein klares Votum der Parteibasis. Ich gehe davon aus, dass der Parteitag die für die Umsetzung notwendigen Satzungsänderungen mit großer Mehrheit beschließen wird. Das ist der Endpunkt der Strukturdebatte in der Linken. Wir werden jetzt noch mehr als bisher unsere Kräfte auf die politische Auseinandersetzung und den Endspurt im Wahlkampf in NRW konzentrieren."
Frage 1 nach Landesverbänden - Download als PDF-Datei (45 kB)
Frage 2 nach Landesverbänden - Download als PDF-Datei (45 kB)
Der Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck will Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe einlegen, das Ermittlungsverfahren gegen Bundeswehr-Oberst Georg Klein wegen des Luftangriffs bei Kundus am 4. September 2009 einzustellen. Das sagte er der «Berliner Zeitung» (Dienstagausgabe). Kaleck vertritt für die Menschenrechtsorganisation ECCHR gemeinsam mit zwei Bremer Anwälten die Familien der Opfer des Luftangriffs. Der Anwalt kritisierte zudem, dass noch immer keiner der Anwälte Akteneinsicht erhalten habe.
Berlin (ddp). Linke-Vizechef Ernst fordert eine Regierungserklärung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Die Neubewertung der Lage in Afghanistan durch Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) stehe politisch im Widerspruch zu den vom Parlament beschlossenen Mandaten. Ernst sagte, die Strategie der Befriedung durch Abschreckung in Afghanistan sei gescheitert. «Wenn im Alltag des Einsatzes oft nur die Wahl bleibt, ob Zivilisten oder Soldaten zu Opfern werden, dann kann man das nicht einfach so weiterlaufen lassen», sagte Ernst. Die Forderung nach einem Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan sei nie richtiger gewesen als jetzt. Dieser Krieg müsse beendet werden.
Die großen deutschen Konzerne schütten offenbar in diesem Jahr rund 20 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus. Dabei seien die Gewinne vieler Unternehmen gesunken, die meisten hätten sogar Stellen gestrichen, meldete "Spiegel Online" unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den 30 Dax-Unternehmen. Am meisten Geld verteilt demnach die Deutsche Telekom. Das Unternehmen zahle seinen Anteilseignern insgesamt 3,4 Milliarden Euro aus, allerdings habe der Konzern im vergangenen Jahr nur 353 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet. Noch drastischer sei die Lage bei ThyssenKrupp, berichtete "Spiegel Online" weiter. Der Stahlgigant habe im vergangenen Jahr ein Minus von 1,8 Milliarden Euro angehäuft. Trotzdem bekämen die Anteilseigner eine Dividende von 139 Millionen Euro. Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland habe das Unternehmen um fünf Prozent reduziert.
Frankfurt/Main (dpa) - Tausende Menschen haben bei den diesjährigen Ostermärschen bundesweit gegen Atomwaffen, Rüstung und Krieg sowie für einen Truppenabzug aus Afghanistan demonstriert. Die Organisatoren gingen sogar von 40.000 Demonstranten bei den rund 70 Veranstaltungen im 50. Jahr der Ostermarschbewegung aus. Gestern gingen die Aktionen mit Kundgebungen in mehreren Städten zu Ende - darunter Berlin, Frankfurt und Hamburg. Den größten Zulauf hatte nach Angaben des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt die Demonstration in der Ruppiner Heide in Nordbrandenburg. Zentrale Themen waren auch in diesem Jahr die Abschaffung aller Atomwaffen, der Widerstand gegen deutsche Rüstungsexporte und - an diesem Wochenende mit aktuellem Anlass - ein Ende der Kämpfe in Afghanistan sowie ein Abzug der Truppen vom Hindukusch.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) protegiert einem Bericht der «Berliner Zeitung» (Donnerstagausgabe) zufolge auf seinen Auslandsreisen stärker als bislang bekannt die geschäftlichen Interessen seiner Familie. So habe zu der Wirtschaftsdelegation, die ihn Mitte Januar nach Asien begleitete, die Ludwigshafener Firma seines Bruders Kai Westerwelle gehört. Mit dabei sei auch ein Geschäftspartner seines Lebensgefährten Michael Mronz gewesen.
Es ist nicht zu fassen. Da fällt das Bundesverfassungsgericht ein Urteil über die Unzulässigkeit der Berechnung der Sozialhilfesätze und die „vereinigten kapitalhörigen Hetzmedien“ von Bertelsmann und Springer haben nichts anderes zu tun als den ungerchtfertigten und absolut dummen Neid von Geringverdienern auf die Sozialempfänger mit Phantasiezahlen zu schüren, anstatt über anständige Löhne nachzudenken.
Da werden wieder genau die Horrormärchen aus der Propagandaschublade des Sozialdarwinismus aufgetischt und als „Volkes-Meinung“ verkauft. Eine „Volkes-Meinung“ die man zuvor durch bewusste Halbwahrheiten eingebettet in „emotionale Rührstückchen“ dem Volke aufgedrängt hat.
Nicht die Banker in ihren Geldtürmen sind schuldig an der Finanz- und Wirtschaftskrise lautet die Botschaft, sondern die gierigen Sozialhilfeempfänger mit ihren „viel zu vielen“ Kindern.
Für die Banken werden die Zahlen schöngerechnet, in dem immer wieder erzählt wird, daß die Sicherungen in Milliardenhöhen doch auch vezinst würden. Dabei hat alleine die Rettung der IKB den Bund real 10 Milliarden gekostet und damit so viel wie etwa über 2½ Millionen HartzIV-Empfänger im Jahr.
Auch hier wird von den Propagandaabteilungen in Gütersloh und im Springer-Hochhaus mit Nebelkerzen geworfen, in dem die gesamten Sozialausgaben in Höhe von 190 Milliarden ohne jeden Zusatz in den Raum gestellt werden. Daß davon nur rund 15 Prozent in die HartzIV Hilfe gehen wird „sehr gefliessentlich“ übersehen.
Offensichtlich stehen wir nicht nur finanziell wieder in der Paralelle zum Beginn der dreissiger Jahre, sondern auch in Beziehung auf die Medien.
Eugenik und Sozialdarwinismus werden wieder einmal nicht nur denkbar, sondern auch druckbar.
kh

Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts erklärt Katja Kipping, stellvertretende Vorsitzende
der Partei DIE LINKE:
Die Regierungsparteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU und FDP haben immer wieder behauptet, die Regelleistungen seien okay. Der heutige Tag ist ein Festtag für soziale Teilhabe. Das Bundesverfassungsgericht hat die politischen Forderungen der Linkspartei und den sozialen Bewegungen verfassungsrechtlich untermauert. Hartz IV ist eben nicht nur Armut und Ausgrenzung per Gesetz, sondern auch als Gesetz grottenschlecht zusammengeschustert worden.
Die Bestimmung der Regelleistungen für Kinder und Erwachsene entspricht nicht dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums. Die Regelleistungen wurden vorher politisch festgelegt, dann erst rechnerisch abgeleitet – eine blanke Manipulation. Das Bundesverfassungsgericht verpflichtet den Gesetzgeber zur Bemessung des Regelsatzes am tatsächlichen Bedarf und auf Basis einer schlüssigen und nachvollziehbaren Berechnung. Ausdrücklich wurde die Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums, welches ein Mindestmaß an Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben einschließt, als ein Grundrecht bezeichnet. Sanktionen bzw. Leistungskürzungen schließen sich daher aus.
Für die Kinder wurde ein völliger Ermittlungsausfall des kindgerechten Bedarfs konstatiert. Ohne dessen Deckung drohe aber ein Ausschluss von Lebenschancen. Das heißt, die Regierungsparteien haben diesen Ausschluss billigend in Kauf genommen. Außerdem wurde festgestellt, dass bei Hartz IV keine Öffnung für Härtefälle erfolgt sei.
Die Partei DIE LINKE fordert in Übereinstimmung mit den sozialen Bewegungen und Erwerbsloseninitiativen sowohl die Erhöhung der Regelsätze für Erwachsene auf 500 Euro, die sofortige Abschaffung der Sanktionsparagrafen bei Hartz IV als auch die Abschaffung der Konstruktion der Bedarfsgemeinschaften bei den Grundsicherungen. Kinder und Jugendliche brauchen eine eigenständige Absicherung, die deren Bedarfe sichert.
Schlechte Meldungen kann auch die neue Regierung nicht gebrauchen. Deshalb bleibt sie wie die alte dabei, die Arbeitslosenzahlen schön zu rechnen. Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden bereits seit längerem nicht als
arbeitslos gezählt. Fast alle Arbeitslosen, die älter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Im Mai 2009 kam eine weitere Ausnahme hinzu: Wenn private Arbeitsvermittler tätig werden, zählt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat.
Wer die tatsächliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen.
Dazu sagte der damalige Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am 4. Juni in der Fernsehsendung Panorama: „Alles, was an Effekten durch arbeitsmarkt-politische Maßnahmen entsteht, wird jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht. ... Ich glaube, dass man sich auf die Seriosität dieses Prozesses verlassen kann.“ Wer anders rechnen wolle, könne ja „seine Zahl veröffentlichen - und dazu ein Flugblatt drucken.“
Das tun wir gern. Hier ist die tatsächliche Zahl, die allein auf amtlichen Daten beruht. Im Januar 2010 sind 4,81 Millionen Menschen arbeitslos. Zeit zu handeln statt zu tricksen.
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Januar 2010 | 4.811.485 |
Offizielle Arbeitslosigkeit | 3.617.485 |
Nicht gezählte Arbeitslose | 1.194.000 |
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II | ca. 350.000 |
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I (§ 428 SGB III) | 2.812 |
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten) | 290.111 |
Berufliche Weiterbildung | 209.040 |
Eignungsfeststellungs- u. Trainingsmaßnahmen | 2.308 |
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. private Arbeitsvermittlung) | 252.937 |
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose) | 42.304 |
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen | 3.805 |
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III) | 40.683 |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Januar 2010, Seite 65. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die gemäß § 53a
Abs. 2 SGB II nicht als arbeitslos zählen, sind enthalten in der ersten Gruppe der Tabelle (Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II). Diese große Gruppe der älteren ALG II-Bezieher, die nicht als arbeitslos gelten, ist nicht im Monatsbericht ausgewiesen, sondern in einer Sonderpublikation der Bundesagentur für Arbeit: Analyse der Grundsicherung für Arbeitsuchende Dezember 2009, Seite 17. Die genaue Zahl für diese Gruppe wird jeweils mit viermonatiger Verzögerung publiziert.
29.01.2010
Berlin (dpa) - In der Linkspartei verstärkt sich der Unmut über die Nachfolgeregelung an der Parteispitze. Das Personaltableau mit der Doppelspitze Lötzsch und Ernst sowie erstmals zwei Bundesgeschäftsführern sei ein «schwieriger Happen für die Leute aus dem Osten». Das sagte der Fraktionschef der Linken in Sachsen-Anhalt, Gallert, der dpa. Eine Gruppe um Wagenknecht und der Landesverband Baden-Württemberg warnten, den Kompromiss, über den der Parteitag im Mai in Rostock abstimmen soll, wieder infrage zu stellen. Die SPD sieht die Linke bereits im Streit versinken. SPD-Generalsekretärin Nahles erwartet bei der Linkspartei weiteren Führungsstreit. Durch den Wechsel an der Spitze werde «das Feuer in der Linkspartei jetzt erst richtig angefacht», sagte Nahles der «Augsburger Allgemeinen» (heute). Der designierte Linke-Vorsitzende Ernst wies die Kritik zurück: «Nahles sollte erst mal den eigenen Laden in Ordnung bringen, bevor sie anderen Ratschläge gibt.» Thüringens Linke-Fraktionschef Ramelow brachte zudem eine Urwahl ins Gespräch. Ein halbes Jahr nach dem Parteitag sollten die Parteimitglieder entscheiden, ob die Linke dauerhaft von einer Doppelspitze geführt werde oder nicht.

Lafontaine stellt einiges klar und geht auch mit den Medien heftig in die Kritik. Die Frage nach seiner vollen Rückkehr in die Politik liess er noch offen, er wartet hier offensichtlich noch auf das "grüne Licht" von seinen Ärzten.
Im Anhang finden sie den kommentierten Artikel "Der virituelle Kandidat" aus SpiegelOnline vom 16.11.09 und wie die Redakteure vom SPIEGEL heute mit Gerüchten und Halbwahrheiten versuchen Stimmung zu machen. Mit Anmerkungen von Klaus Hanselmann.
Das Geschehen der letzten Wochen aus der Sicht von Dietmar Bartsch in der FR.
Und auch hier wieder sogleich ein verzerrender Kommentar desselben Blattes. Stephan Hebel schreibt "scheinheilig verständnisvoll" wie er sich die LINKE vorstellt. Auf solche Ratschläge kann DIE LINKE eigentlich problemlos verzichten.

„Die furchtbare Erdbebenkatastrophe, die Haiti getroffen hat, fordert von den Industrienationen eine sofortige große Hilfsaktion für dieses Land. Die Bilder der Menschen in Haiti können kein Herz unberührt lassen“, so Wolfgang Gehrcke zu dem verheerenden Erdbeben auf der Karibik-Insel. Der außenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE und Vorsitzender der Deutsch-Mittelamerikanischen Parlamentariergruppe weiter:
„Als ich im vergangenen Jahr Gelegenheit hatte, Haiti zu besuchen, waren schon die „normalen“ Zustände auf der Insel erschreckend. Massenhafte Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, Hunger, Armut und Massenkrankheiten machen das Leben für viele Menschen zur Hölle. Haiti ist ein Land, in dem die Spätfolgen des Kolonialismus, der Sklavenhaltergesellschaft und der neokolonialen Regime besonders sichtbar sind.
Die Bundesregierung muss in hohem Umfang Soforthilfe leisten. Darüber hinaus muss der Entwicklungsetat für Haiti bedeutend und langfristig erhöht werden. Sofort- und Sonderhilfe für Haiti müssen zu einem wichtigen Thema der Haushaltberatungen werden.“
Wolfgang Gehrcke
13.01.2010

Fehler macht jeder, wahrscheinlich jeden Tag einige. Nur bei Leuten in verantwortungsvoller Position haben Fehler manchmal gravierende Folgen. Es kann dann z. B. ein Verkehrsflugzeug abstürzen oder die Medien triumphierend von „Selbstzerfleischung“ reden.
Manche „Fehler“ sind gar keine Fehler. Man sollte vor einer Verurteilung die Leute erst mal sich verteidigen lassen.
Aus der Ferne sehen Berge leicht besteigbar aus. So ähnlich ist es bei der Übernahme von Verantwortung in einem Parlament und in einer Regierung.
In einer Koalition muss jeder Kröten schlucken. Es muss dann auch über das Positive gesprochen werden, das erreicht wurde. Und gefragt werden, wie sähe es aus, wenn statt der LINKEN die CDU in der Koalition wäre. (Mappus poltert z. B. gegen den Länderfinanzausgleich, weil manche Länder -sinngemäß- viel Geld für sozialen Klimbim rausschmeißen würden.)
Leere Kassen können Kommunen und Landesregierungen zum Verrücktesten zwingen. Der Missstand öffentliche Armut / privater Reichtum (neben privater Armut) kann im Wesentlichen nur auf Bundesebene angegangen werden. Und international (Bekämpfung der Steuerflucht).
Verschiedenheit der Positionen ist natürlich und fruchtbar. Überhaupt ist positives Denken nützlich. Kritisieren (z. B. die LINKE sei am abdriften wie SPD und Grüne) ist Silber, etwas dagegen tun ist Gold (abgewandeltes Sprichwort).
Linke sind von Natur aus kritisch. Manche besonders, und sie stören dann etwas den Parteifrieden. Aber auch für sie ist Platz bei uns.
HÖ
08.01.2010
Berlin (ddp). Im Machtkampf in der Linkspartei hat der Thüringer Fraktionschef Ramelow unmittelbar vor der Klausurtagung am Montag die Position von Bundesgeschäftsführer Bartsch gestützt. Ramelow, der
Linkenchef im Thüringer Landtag ist, sagte der «Berliner Zeitung» (heute): «Wenn jetzt gefordert wird, Bartsch möge zurücktreten, dann ist das, als würde man mutwillig ein Rad von einem Wagen abschlagen.» Ramelow macht Unterschiede in der politischen Kultur der Linken in Ost und West
als Ursache der Auseinandersetzung aus: Während die Linke im Osten eine Volkspartei sei, die gegebenenfalls Regierungsbeteiligung anstrebe, sei die Linke im Westen klar Opposition. Diese Unterschiede müsse die Partei aushalten.
07.01.2010
Liebe Genossinnen und Genossen,
diese vom STERN verbreitete Meldung beruht nicht auf einer Veröffentlichung von Bernd Riexinger oder des Landesvorstandes.
Aber es trifft zu, dass sich Bernd nach einer Landesvorstandsberatung bereits Mitte Dezember in einem persönlich gehaltenen Brief an Gregor Gysi gewendet hat, an Gregor deshalb, weil er in dem schwelenden Konflikt zwischen Parteispitze und Bundesgeschäftsführer seit Wochen der wichtigste Moderator ist.
In diesem Schreiben hat sich Bernd kritisch zur Amtsführung von Dietmar Bartsch geäußert und auf die weitreichenden Folgen für die gesamte Partei für den Fall hingewiesen, dass Oskar Lafontaine als Parteivorsitzender im Mai nicht mehr antritt.
Bernd bat Gregor Gysi darauf einzuwirken, dass Dietmar Bartsch das Amt des Bundesgeschäftsführeres aufgibt, d.h. auf dem Bundesparteitag dafür nicht mehr antritt.
Der Bundesparteitag im Mai sollte dem neu gewählten Parteivorsitzenden bzw. den beiden neu gewählten Parteivorsitzenden (Doppelspitze Mann/Frau) das
Vorschlagsrecht für den/die Bundesgeschäftsführer/in einräumen.
siehe dazu auch das JungeWelt-Interview (Donnerstagsausgabe).
www.jungewelt.de/2010/01-07/046.php
Mit freundlichem Gruß
Bernhard Strasdeit
07.01.2010
Es heißt, die Rezession sei beendet, es gehe wieder voran, kurz: Optimismus vielerorts. Wirtschaftsforscher, Bundesbanker und Regierung verkünden ein Wirtschaftswachstums von rund 1,5 Prozent für dieses Jahr. Für die Industrieproduktion erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sogar einen Anstieg um fünf Prozent.
Selbst wenn es so käme, wären wir nicht aus der Krise heraus. Um 115 Milliarden Euro ist die Wirtschaft letztes Jahr in den Keller gerauscht. Auch wenn es mit jährlichen Steigerungen von 1,5 Prozent wieder aufwärts gehen sollte, müsste das Land erst mühsam die Stufen der Kellertreppe hochkrabbeln. Frühestens 2013 könnte der Wert von Produktion und Dienstleistungen des Jahres 2008 wieder erreicht werden. Sollte es schlechter laufen, droht ein verlorenes Jahrzehnt.
In den Betrieben wird jahrelang weniger zu tun sein als vor der Krise und weniger Arbeit bedeutet weniger Arbeitsplätze. Die Arbeitslosigkeit wird wachsen. Ein Anstieg um eine Million wird für das nächste Jahr befürchtet. Der DIHK erwartet, dass allein in der Industrie 300 000 Jobs abgebaut werden. Die Arbeitslosigkeit liegt heute schon deutlich höher als die gemeldeten 3,3 Millionen. Denn mehr als eine Million Arbeitslose werden einfach nicht mitgezählt.
Der neueste Trick: Arbeitslose, die von privaten Vermittlern betreut werden, fallen aus der Statistik raus. So sind im letzten Halbjahr 200 000 Arbeitslose "verschwunden". Deshalb behauptet die Bundesagentur für Arbeit zu Unrecht, die Arbeitslosigkeit gehe zurück. Ein tatsächlicher Puffer für den Arbeitsmarkt ist hingegen die Kurzarbeit. Sie hat bislang 500 000 Vollzeitstellen gesichert, denn die Unternehmer hielten bis zur Bundestagswahl bewusst still.
Reinhold Würth, der mit seinem gleichnamigen Schrauben- Konzern Milliardär geworden ist, bekräftigt, dass Personal abgebaut wird: "Mit Kurzarbeit lässt sich den Überkapazitäten nicht beikommen."
Die Brücke Kurzarbeit, die über das Tal der Krise führen sollte, hängt oft in der Luft. Viele, die heute kurzarbeiten, werden im Laufe des Jahres zur Arbeitsagentur gehen müssen.
Zudem nutzen Unternehmer die Krise und Ängste der Menschen aus: Die Drogeriekette Schlecker schließt immer mehr kleine Geschäfte und entlässt die Beschäftigten. Die können sich dann in den neuen "XL-Märkten" bewerben, mitunter für ein geringeres Gehalt als zuvor.
Dabei werden sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen vernichtet und unsichere Minijobs geschaffen, von denen man nicht leben kann. Von Sommer 2008 bis 2009 wurden rund 300 000 sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen abgebaut. Gleichzeitig schufen Unternehmer ebenso viele Teilzeitstellen und Minijobs. Wer so eine Arbeit hat, erscheint in der Statistik weiterhin als Beschäftigter. Doch er arbeitet weniger, verdient weniger Geld und hat weniger soziale Sicherheit.
Steigende Arbeitslosigkeit, das Senken der Löhne und die Verunsicherung der Menschen werden den privaten Konsum weiter nach unten ziehen. Wachstumsimpulse wird es so nicht geben, eher die Gefahr, dass die konjunkturelle Entwicklung wieder kippt.
Damit es den Menschen besser geht und die Wirtschaft angeschoben wird, müssten die Löhne stattdessen steigen. Eine besondere Chance bietet ab 13. Januar die Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Die Regierung muss gezwungen werden, ihre Verantwortung wahrzunehmen: Für höhere Löhne müssen im Notfall Schulden gemacht oder noch besser, Reiche stärker besteuert werden. Zusätzlich muss der Staat dem verhängnisvollen Lohndumping mit einem gesetzlichen Mindestlohn den Riegel vorschieben. Und mit einem 100-Milliarden-Zukunftsprogramm kann er viel für Erziehung, Bildung und bessere Infrastruktur tun, sowie der Binnennachfrage einen massiven Schub verpassen. Damit unser Land möglichst schnell aus dem Keller kommt.
05.01.2007
Kauder verlangt Einlenken der FDP bei Börsenumsatzsteuer
Hamburg (APD) Die Union will auch den Banken die Kosten der Finanzkrise aufbürden und verlangt dafür ein Umdenken beim Koalitionspartner FDP. Unionsfraktionschef Kauder forderte die Liberalen auf, endlich ihren Widerstand gegen eine international abgestimmte Einführung einer Finanztransaktionssteuer aufzugeben. «Auch die Liberalen können sich nicht dem verschließen, dass wir Lehren aus der Finanzkrise ziehen müssen und entsprechende Veränderungen vornehmen», sagte der CDU-Politiker der «Financial Times Deutschland». «Es kann nicht sein, dass die Kosten der Krise vollständig von der Allgemeinheit getragen werden müssen», sagte er
Es ist schon bemerkenswert die aich CDU Mitglieder auf die Apelle der Partei DIE LINKE hören und an das Geld der Profiteure der Krise wollen.
30.12.2009
Am 19.12.2009 gründete sich in Berlin eine "Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Unternehmerinnen und Unternehmer (BagliU)" als Teil der Linkspartei, deren Parteiprogramm sie beeinflussen will.
Die BagliU sieht die Klein- und Mittelunternehmen im Kampf gegen die immer drohendere Insolvenzwelle. Sie streitet darum für mehr Massenkaufkraft und Mindestlöhne, für eine gesetzliche Altervorsorge gerade für Kleinstunternehmer (auch nach der Selbständigkeit), für mehr Unabhängigkeit von den Konzernen (Reparatur, Zulieferer u.ä.), Niedrigstzinsen und Steuerstundung bei unverschuldeter Insolvenz sowie gegen unkalkulierbare Gewerbemieterhöhungen.
Der mittelstandspolitische Sprecher der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Diether Dehm, sprach sich für einen "großangelegten Diskurs für regionale Kreisläufe, für nachhaltiges Wirtschaften und eine Aufwertung des Reparaturhandwerks anstelle blinder Austauschwut" aus.
"Was wir brauchen, statt Steuergeschenke ans Hotelgewerbe, ist die verminderte Mehrwertsteuer fürs Handwerk. Deutschland braucht eine Reparaturoffensive, um Stoff zu sparen, um Müll zu meiden, um CO2 beim Transport von Austauschaggregaten durch Arbeitsplätze in der Reparatur zu ersetzen. Konzerne sollen gesetzlich gezwungen werden, Autos, Haushaltsprodukte, Unterhaltungsmedien u.ä. reparaturfreundlich zu produzieren."
Als Bundesvorsitzender des Unternehmerverbands wurde der Bundestagsabgeordnete und Medienunternehmer Dr. Diether Dehm (Niedersachsen) einstimmig gewählt. Dem Sprecherrat gehören ausserdem an: Renate Vehlow (Brandenburg), Marjana Schott (Hessen), Petra Hauthal (Sachsen), Bernd Mewes(Berlin), Mario Bender (Saarland), Joachim Gabriel (Bayern).
23.12.2009
Vertrag zwischen Bundeswehr und Kultusministerium in Baden - Württemberg.
Das Kultusministerium von Baden-Württemberg und die Bundeswehr haben am 4.12.2009 einen speziellen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Offiziere der Bundeswehr sollen nun nicht mehr nur Informationsveranstaltungen halten dürfen, sondern nun AKTIV in die Lehre eingebunden werden. Darüber hinaus sollen Lehrerinnen und Lehrern Seminare im Bereich Sicherheitspolitik, Krisenbewältigung und Aufstandsbekämpfung angeboten werden.
Das Lehrpersonal und die Vertreter der Schulaufsicht sollen landesweit regelmäßig Einrichtungen und spezielle Schulungen der Bundeswehr besuchen.
Schulen sollen nun nicht mehr nur der Rekrutierung, sondern auch als erweiterter Schulungsraum für die militärische Kontrollpolitik der herrschenden Klasse nach innen und au0en dienen. So erklärte Kultusminister Helmut Rau (CDU): “Vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt soll die Kooperation Jugendliche an sicherheitspolitische Themen heranführen. Damit soll der Blick auf die Chancen und Risiken unserer Sicherheit und auf das Fundament unserer freiheitlichen Grundordnung geschärft werden.”
Nach Informationen der Internetseite des Kultusministeriums beziehen sich die Themen auf Aufstandsbekämpfung im Inneren und Kriegsführung im Ausland: “Themen können globale Konfliktvermeidung und Krisenbewältigung sein, ebenso wie nationale Interessen, die mit baden-württembergischen Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Kooperation erörtert werden.”
Stellungnahme vom Ortsverband Kocher-Jagst der Partei DIE LINKE:
Das es sich bei dieser Kooperationsvereinbarung leider um keinen Scherz handelt, kann man auf der Webseite des “Bundesministerium der Verteidigung” nachlesen.
Zwang zur Aufrüstung, Krieg und sogar Aufstandsbekämpfung im Inneren…
der Lissabonvertrag lässt Grüßen!
Wussten Sie, dass mit in krafttreten des Lissabonvertrages die Todesstrafe wieder zulässig ist?
Um den Wahnsinn / Irrsinn weiter unter das “Volk” zu bringen und um eine breite Akzeptanz der Bundewehr unter dem Volk zu bekommen, greift die Landesregierung unserer Meinung nach zu einem perversen Mittel, in dem sie schon bei unseren kleinsten (Kinder und Jugendliche) unserer Gesellschaft mit der „Gehirnwäsche“ beginnen.
Im Frühjahr 2011 sind wieder Landtagswahlen!
Machen Sie mit, wählen Sie DIE LINKE damit wir gemeinsam diesen Prozess stoppen können!!
Thorsten Evers, Erika Evers, Alois Muth
(Vorstand des Ortsverband Kocher - Jagst der Partei DIE LINKE – Heilbronn - Unterland)
24.12.2009
bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Heilbronn - Unterland der Partei DIE LINKE am 17.12.09 beschlossen wir folgende Erklärung:
"Nach der Commerzbank im Frühjahr 2009 kündigte die Deutsche Bank im November 2009 sämliche Konten der MLPD ohne Angaben von Gründen. Am 7.Dezember zog die Volksbank Ruhr/Mitte nach und kündigte ein weiteres Konto der MLPD.
In einer Gesellschaft, die auf dem Geldverkehr basiert, bedeuten diese Kontenkündigungen den Versuch eines Ausschlusses von der aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und eine ernste Behinderung der politischen Arbeit.
Die öffentliche Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Heilbronn - Unterland DER LINKEN verurteilt dieses Verhalten der Banken, die sich damit das Recht herausnehmen eine politische Partei in ihrem Wirken zu behindern. Wir fordern diese diskriminierende Entscheidungen zurück zu nehmen. Die politische Arbeit der MLPD darf wie die anderer Parteien nicht behindert werden"
20.12.2009
Berlin (dpa) - Der Vorsitzende der Linkspartei, Lafontaine, wird nach Medienberichten voraussichtlich sein Amt weiter ausüben. «Die Zeichen sprechen für eine Rückkehr», sagte ein Mitglied der Parteiführung der «Frankfurter Rundschau» (heute). Auch das Magazin «Der Spiegel» berichtete, in der engsten Parteiführung werde damit gerechnet, dass Lafontaine weiterhin Bundesvorsitzender bleibe. Er werde zu einer Zusammenkunft der Bundestagsfraktion am 11. Januar erwartet, wo er sich zu seiner politischen Zukunft äußern wolle. Ein Fraktionssprecher sagte dazu: «Wir können das nicht bestätigen, der Termin steht noch nicht fest.» Linksfraktions-Chef Gysi sagte der Zeitung «Die Welt» über Lafontaine: «Natürlich kehrt er zurück. Aber ich gebe zu, dass da auch die Hoffnung ein schweres Gewicht hat. Gesundheit und Familie haben Vorrang.»
18.12.2009

"Die EU-Kommission schickt die LBBW ins Casino", erklärt der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE, Michael Schlecht, zu den Sanierungsauflagen der EU-Kommission für die Landesbank Baden-Württemberg. Schlecht weiter:
"Das sich die LBBW vom Investmentgeschäft trennt und die Bilanzsumme verkürzt ist sinnvoll. Allerdings will die EU-Kommission die LBBW, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, in eine Aktiengesellschaft umwandeln.
Es waren doch ausnahmslos CDU-geführte Bundesländer, die Landesbanken durch Renditejagd ruinierten, um an der Börse Kasse zu machen. Es ist verrückt, dass die Glücksspieler in Stuttgart und Brüssel die LBBW nun zur Therapie ins Casino schicken.
Die Steuerzahler in Baden-Württemberg haben eine Kapitalerhöhung von 5 Milliarden Euro und eine Absicherung fauler Wertpapiere von 12,7 Milliarden Euro bezahlt. Dieses Geld wird nun veruntreut, um Finanzhaie zu füttern.
Die Sparkassen zeigen, wie solide öffentliche Geschäftspolitik aussieht. Baden-Württemberg braucht eine starke öffentliche Landesbank zur Ergänzung der regionalen Sparkassen. Glücksspiel ist Sache der CDU, keine Sache der Landesbanken."
18.12.2009
Rede des Abgeordneten Jan van Aken der Partei DIE LINKE
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
In Kunduz ging es nie um die Tanklaster. Es ging darum, Menschen zu töten. Ich zitiere hier jetzt nur aus öffentlichen Quellen. Ich habe keinen Grund, an deren Seriosität zu zweifeln. Kurz vor dem Bombenabwurf fragten die beiden amerikanischen Piloten fast schon verzweifelt: Worum geht es denn jetzt? Geht es um die Tanklaster oder um die Menschen? Darauf gab es eine ganz klare Antwort aus dem deutschen Lager ich zitiere wörtlich : Wir wollen die Menschen töten. Kein Wort von den Tanklastern, und ein paar Minuten später waren über Hundert Menschen tot.
(Volker Kauder (CDU/CSU): Wo steht das denn? Geben Sie eine Quelle an!)
Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keinen einzigen Angriff mit deutscher Beteiligung, bei dem so viele Menschen getötet worden sind.
(Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU): Falschbehauptungen! - Volker Kauder (CDU/CSU): Das ist die Unwahrheit, die Sie hier reden!)
„Vernichten“, das ist das Wort, das Oberst Klein dafür benutzt hat. Bis heute wissen wir immer noch nicht, wie viele unschuldige Zivilisten dabei zu Tode gekommen sind.
(Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU): Falschbehauptungen!)
Auf jeden Fall waren es sehr, sehr viele.
(Zuruf von der CDU/CSU: Nennen Sie die Quellen!)
Dann setzt sich Herr zu Guttenberg ins deutsche Fernsehen und sagt: Wir brauchen eine „notwendige Anpassung an die Realitäten“. Sie haben hier gar nichts anzupassen. Herr zu Guttenberg, Sie haben keine Lizenz zum Töten.
(Beifall bei der LINKEN)
Gezielte Tötung ist nichts anderes als eine Todesstrafe ohne Gerichtsurteil und ohne Gerichtsverfahren. Das dürfen Sie nicht.
(Zurufe von der CDU/CSU)
Das Einzige, was Herr zu Guttenberg hat, ist ein Mandat des Deutschen Bundestages. Dieser Bundestag hat Ihnen niemals die Erlaubnis zum gezielten Töten gegeben.
(Beifall bei der LINKEN - Volker Kauder (CDU/CSU): Das gab es nur in der DDR, nur an der deutsch-deutschen Grenze! Todesschuss! Mauer!)
Um es deutlich zu sagen: Das vom Bundestag erteilte Mandat umfasst nicht das Recht, Zielpersonen unter Anwendung tödlicher Gewalt wegen einer nur vermuteten Gefahr gezielt zu liquidieren.
(Beifall bei der LINKEN)
Wenn Sie in den Reihen der CDU/CSU jetzt dagegen protestieren, dann sage ich Ihnen: Sie sind doch völlig kriegsblind. Das, was ich eben hier vorgelesen habe, kommt aus Ihren eigenen Reihen. Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium hat dies vor wenigen Monaten im Bundestag gesagt. Ich wiederhole:
Das ... Mandat umfasst nicht das Recht, Zielpersonen ... gezielt zu liquidieren, ...
Das sagte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium hier am 11. Februar dieses Jahres. Das heißt, der Bombenangriff in Kunduz war illegal und durch kein Mandat und durch kein Gesetz gedeckt. So weit sind wir jetzt gekommen.
(Beifall bei der LINKEN)
Sie von der CDU/CSU, Sie von der FDP, aber auch Sie von der SPD und den Grünen haben Deutschland in einen Krieg getrieben, über den Sie nie die Wahrheit gesagt haben.
(Beifall bei der LINKEN)
Sie haben immer von Aufbau geredet und meinten den Krieg. Sie reden von Brunnenbau und verschweigen die Leichen. Sie alle haben gelogen, und Sie wissen ganz genau, warum. Denn die ganz große Mehrheit in Deutschland lehnt diesen Krieg ab.
(Beifall bei der LINKEN)
Selbst vor zwei Wochen, vor dem Desaster, das Sie jetzt hier angerichtet haben, haben sich gerade einmal 27 Prozent der Deutschen für den Krieg in Afghanistan ausgesprochen, und das trotz all Ihrer Lügen, all Ihrer Aufbau- und Schutztruppenrhetorik; da war von Vernichten noch gar nicht die Rede. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen keine Leichen, und wir wollen nicht die tagtägliche Zerstörung, die dieser Krieg in Afghanistan anrichtet.
(Beifall bei der LINKEN)
Es geht jetzt um zwei Dinge:
Erstens. Heben Sie sofort das Mandat für den Afghanistan-Krieg auf,
(Beifall bei der LINKEN)
das der Bundestag vor zwei Wochen beschlossen hat; denn noch vor zwei Wochen hat niemand etwas von Vernichtung gesagt. Das ganze Mandat ist doch unter völlig falschen Voraussetzungen zustande gekommen.
(Beifall bei der LINKEN)
Deswegen sagen wir: Das Mandat muss weg, und der Krieg muss jetzt aufhören.
(Zuruf von der CDU/CSU: Menschenverachtend!)
Zweitens muss Frau Merkel endlich erklären, wer wann die Erlaubnis oder sogar den Befehl zum gezielten Töten gegeben hat. Ich bitte Sie: Kein Mensch glaubt doch im Ernst, dass ein deutscher Offizier ohne Absicherung nach oben Regeln verletzt, Amerikaner belügt und eigenmächtig handelt, was dazu führt, dass über 100 tote Menschen auf der Strecke bleiben.
(Beifall bei der LINKEN)
Irgendwer hier in Berlin hat diese Entscheidung irgendwann getroffen. Alle, die an dieser Entscheidung beteiligt waren, müssen ihren Hut nehmen. Es kann doch nicht sein, dass jemand in Deutschland die illegale Tötung beschließt und danach weiterregiert.
(Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU): Was reden Sie denn da? So ein Unsinn! - Dr. Andreas Schockenhoff (CDU/CSU): Jetzt ist es aber langsam gut, Herr Kollege!)
Dazu muss sich Frau Merkel jetzt erklären.
(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Deutschland keine Waffen mehr exportieren sollte. Gestern konnten wir lesen: Über 8 Milliarden Euro hat Deutschland im letzten Jahr am Export von Kriegsgerät verdient. Ich finde, das sind 8 Milliarden Euro zu viel.
Ich danke Ihnen.
(Beifall bei der LINKEN)
17.12.2009
Pandemie der Profitg(e)ier
Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz
einfach durch ein Moskitonetz geschützt werden könnten.
Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.
Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an
Durchfallerkrankungen, die mit einer isotonischen Salzlösung im Wert
von ca. 25 Cent behandelt werden könnten.
Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.
Die Masern, Lungenentzündungen und andere, mit relativ preiswerten
Impfstoffen heilbare Krankheiten rufen jedes Jahr bei fast 10 Mio.
Menschen den Tod hervor.
Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.
Aber als vor einigen Jahren die famose "Vogelgrippe" ausbrach,
überfluteten uns die globalen Informationssysteme mit Nachrichten.
Mengen an Tinte wurden verbraucht und beängstigende Alarmsignale ausgegeben.
Eine Epidemie, die gefährlichste von allen!
Eine Pandemie!
Die Rede von der schrecklichen Krankheit der Hühner ging um den Globus.
Und trotz alledem, die Vogelgrippe hatte weltweit "nur" 250 Menschen zu
beklagen. 250 Menschen in zehn Jahren, das ist ein Mittel von 25
Menschen pro Jahr. Die normale Grippe tötet jährlich weltweit ca.
500.000 Menschen.
Eine halbe Million gegen 25 .
Einen Moment mal. Warum wird ein solcher Rummel um die Vogelgrippe
veranstaltet?
Etwa weil es hinter diesen Hühnern einen "Hahn" gibt, einen Hahn mit
gefährlichen Sporen.
Der transnationale Pharmariese Roche hat von seinem famosen Tamiflu zig
Millionen Dosen alleine in den asiatischen Ländern verkauft. Obgleich
Tamiflu von zweifelhafter Wirksamkeit ist, hat die britische Regierung
14 Mio. Dosen zur Vorsorge für die Bevölkerung gekauft.
Die Vogelgrippe hat Roche und Relenza, den beiden Herstellern der
antiviralen Produkte milliardenschwere Gewinne eingespült.
Zuerst mit den Hühnern, jetzt mit den Schweinen.
Ja, jetzt beginnt die Hysterie um die Schweinegrippe.
Und alle Nachrichtensender der Erde reden nur noch davon. Jetzt redet
niemand mehr von der ökonomischen Krise, den sich wie
Geschwüre ausbreitenden Kriegen oder den Gefolterten von Guantanamo .
Nur die Schweinegrippe, die Grippe der Schweine?
Und ich frage mich, wenn es hinter den Hühnern einen großen Hahn gab,
gibt es hinter den Schweinen ein "großes Schwein"?
Was sagt ein Verantwortlicher der Roche dazu: "Wir sind sehr besorgt um
diese Epidemie, soviel Leid, darum, werden wir das wundervolle Tamiflu
zum Verkauf anbieten."
Und zu welchem Preis verkaufen sie das wunderbare Tamiflu?
OK, wir haben es gesehen. 50 US$ das Päckchen.
50 US$ für dieses Schächtelchen Tabletten?
Verstehen Sie doch, die Wunder werden teuer bezahlt.
Das was ich verstehe ist, dass diese multinationalen Konzerne einen
guten Gewinn mit dem Leid der Menschen machen .
Die nordamerikanische Firma Gilead Sciences hält das Patent für Tamiflu.
Der größte Aktionär dieser Firma ist niemand weniger als die
verhängnisvolle Person, Donald Rumsfeld, der frühere
Verteidigungsminister der US-Administration George W. Bushs, der Urheber
des Irak-Krieges. Die Aktionäre von Roche und Relenza reiben sich die
Hände, sie sind glücklich über die neuen Millionen-Gewinne mit dem
zweifelhaften Tamiflu.
Die wirkliche Pandemie ist die Gier, die enormen Gewinne dieser
"Gesundheitssöldner".
Wir sind nicht gegen die zu treffenden Vorbeugemaßnahmen der einzelnen
Staaten.
Aber wenn die Schweinegrippe eine so schreckliche Pandemie ist, wie sie
von den Medien angekündigt wurde, wenn die Weltgesundheitsorganisation
so besorgt ist, um diese Krankheit, warum wird sie dann nicht zum
Weltgesundheitsproblem erklärt und die Herstellung von Generika erlaubt,
um sie zu bekämpfen? Das Aufheben der Patente von Roche und Relenza und
die kostenlose Verteilung von Generika in allen Ländern, die sie
benötigen, besonders in den ärmeren, wäre die beste Lösung.
Übermitteln Sie diese Nachricht nach allen Seiten, so wie es mit
Impfstoffen gemacht wird, damit alle diese Seite der Realität dieser
"Pandemie" erkennen.
Aus der mexikanischen Tageszeitung "La Jorna
Entdeckt von unserem Korrospondenten in Zürich
16.12.2009

Mehr als 34.000 Menschen haben sich an einer Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung beteiligt. Der Staat spricht mit diesem Gesetz einen Pauschalverdacht gegen alle seine BürgerInnen aus: jede/r ist ein potentielles Sicherheitsrisiko. Ein Staat, der so agiert, stellt sich gegen seine BürgerInnen. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die Umsetzung des Gesetzes zunächst in einstweiligen Anordnungen eingeschränkt. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die geplante Vorratsdatenspeicherung unser Grundgesetz und damit unsere Demokratie im Mark trifft. Dagegen versuchen die KlägerInnen, die zentralen Rechte von BürgerInnen auf ungehinderte und freie Kommunikation zu erhalten.
"Ich erwarte, dass das BVerfG das Recht auf freie, nicht überwachte Kommunikation bestätigt und weitere Einschränkungen für das Vorhaben der Regierung verfügen wird. Das bedeutet für Schwarz/Gelb zumindest nacharbeiten oder besser noch, das Gesetz ganz zu kippen", so Karin Binder, Karlsruher Bundestagsabgeordnete der LINKEN.
"Das Recht der BürgerInnen auf unbeobachtete Kommunikation und informationelle Selbstbestimmung muss gewahrt werden. Es darf nicht sein, dass Millionen von Verbindungs- und Gesprächsdaten gespeichert und computertechnisch ausgewertet werden. Allein die technische Machbarkeit darf nicht die Begründung dafür sein, dass der Staat und Behörden immer tiefer in die Privatsphäre der Menschen eindringen."
"Fortschritt bedeutet nicht, den immer größeren Begehrlichkeiten von Datensammlern nachzugeben. Fortschritt bedeutet, die Digitalisierung der Kommunikation für die Menschen zu nutzen und nicht gegen sie. Deshalb müssen sich Bürgerrechtsbewegungen diesem Treiben entgegenstellen und die Bevölkerung aufklären. Sicherheit und Freiheit werden durch Überwachung und totale Kontrolle nicht geschützt sondern eingeschränkt und die Demokratie ausgehebelt. Die Aktionen, die u.a. in Karlsruhe vom AK Vorratsdatenspeicherung durchgeführt werden, unterstütze ich voll und ganz."
13.12.2009
Stuttgart 21 ist beschlossen, Ulrich Mauer meint, zur Entscheidung des so genannten Lenkungskreises in Stuttgart, das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart21 wie geplant umzusetzen äußert sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE Ulrich Maurer MdB wie folgt:"Diese Entscheidung ist an Borniertheit nicht mehr zu überbieten."
Sie war zu erwarten, denn sie zeigt den in vielen Fällen derzeitigen Zustand unserer parlamentarischen Demokratie. Vernünftige Argumente werden ignoriert - mächtige Lobbyinteressen werden bedient und die Interessen einer Mehrheit der Bevölkerung wird immer weniger berücksichtigt. Der Bürger kann ja regelmäßig zu den Wahlurnen gehen. Maurer weiter: "Ich unterstütze ausdrücklich den jetzt von den S21-Gegnern angekündigten öffentlichen (gewaltfreien) Widerstand gegen das Projekt. DIE LINKE wird sich an diesem Widerstand beteiligen und darauf drängen, dass der Alternativ-Vorschlag Kopfbahnhof 21 nun endlich ernsthaft geprüft wird."
Es ist grotesk, wie man einerseits unglaubliche soziale Einschnitte mit leeren Kassen begründet und auf der anderen Seite Milliarden in ein Tunnelprojekt vergräbt. Dabei sind die Betriebskosten für Belüftung, Sicherheit, Beleuchtung, Rolltreppen, Aufzüge, etc. noch gar nicht berücksichtigt.
Die Baden-Württemberger SPD wird sich durch ihre starre Haltung als Befürworterin von S21 weiter ins politische Abseits stellen.
08.12.2009
"Die Wiederwahl von Evo Morales ist eine Ermutigung für alle in der Welt, die für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen", erklären Lothar Bisky und Oskar Lafontaine, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, sowie Gregor Gysi, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, zur Wiederwahl des bolivianischen Staatspräsidenten. Bisky, Lafontaine
und Gysi weiter: "Die überwältigende Zustimmung von mehr als 60 Prozent der Bevölkerung für Evo Morales und seine Bewegung zum Sozialismus (MAS) zeigt, dass hinter seiner Politik nicht Millionäre, sondern Millionen von Menschen stehen. Wir beglückwünschen Evo Morales und die MAS zu diesem Wahlsieg und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg bei den Reformvorhaben.
Bolivien steht für eine Alternative zum neoliberalen Kapitalismus. Für den Kampf um Demokratie und eine Gesellschaft, in der nicht länger die Profite weniger, sondern die Bedürfnisse und Interessen der Mehrheit im Mittelpunkt stehen. Eine solche Alternative wird immer attraktiver.<wbr>"
02.12.2009
DIE LINKE wirft Daimler-Vorstand unsoziales Verhalten gegenüber den Beschäftigten und Verantwortungslosigkeit gegenüber der Region vor.
Die Partei DIE LINKE kritisiert den Daimler-Vorstand heftig für seine Entscheidung, die Produktion der C-Klasse in die USA zu verlagern. Bernd Riexinger, Landessprecher: „Die Entscheidung ist gegenüber den Beschäftigten völlig unsozial und gegenüber der Region verantwortungslos. Wir können die Beschäftigten nur ermutigen für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen und die Entscheidung nicht einfach hinzunehmen. DIE LINKE. Baden-Württemberg wird sie dabei unterstützen.“
Gleichzeitig kritisiert DIE LINKE die schwarz/gelbe Landesregierung und wirft ihr Untätigkeit vor. Riexinger: „Die Landesregierung hat wieder einmal versagt. Sie ist nicht in der Lage ihren Einfluss geltend zu machen, damit die Arbeitsplätze im Land bleiben. Wirtschafts- und Industriepolitik ist eben mehr, als den Managern nach dem Mund zu reden und beständig die Stärke des Industriestandortes Baden-Württemberg zu beschwören.“
DIE LINKE fordert den Daimler-Vorstand auf die Entscheidung zurückzunehmen. Auch die Landesregierung müsse jetzt das Management unter Druck setzen. Schließlich profitiere Daimler seit Jahrzehnten von der Infrastruktur im Land und der Region, die mit öffentlichen Mitteln aufgebaut wurde. Teilweise habe Daimler nicht einmal Gewerbesteuer bezahlt. Die Politik müsse Daimler an seine gesellschaftliche Verantwortung nachdrücklich erinnern und offensiv die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften im Kampf um ihre Arbeitsplätze und zukünftige Existenz unterstützen.
27.11.2009
Seit Mittwoch 12:58 Uhr gilt die Aula der PH Ludwigsburg als besetzt. Die Besetzung wurde unter Teilnahme des Rektorats und vieler DozentInnen demokratisch in einer Vollversammlung beschlossen. Mehr als 1000 Studentierende bezeugten so ihren solidarischen Schulterschluss zu über 100 am internationalen Bildungsstreik beteiligten Schulen und Hochschulen.
Die Teilnahme am Bildungsstreik wird von Studierenden und einigen MitarbeiterInnen der Pädagogischen Hochschule als gute Möglichkeit erachtet, Forderungen nach einem gerechteren und sozialeren Bildungssystem Nachdruck zu verleihen. Gemeinsam mit Studierenden aus Reutlingen und der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg kritisieren sie bildungspolitische Missstände, wie z.B. die Ökonomisierung der Hochschulen, Studiengebühren und die nicht mehr hinnehmbaren Folgen der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem.
Stellungnahme von der Michael Herrmann und Felix Reinauer:
Schon im Juni 2009 demonstrierten Studenten in Deutschland für bessere und sozialere Studienbedingungen. Fortgesetzt wurden diese Demonstrationen vergangenen Samstag, den 21.11.2009. An die 5000 DemonstrantInnen trugen in Stuttgart symbolisch „die Bildung zu Grabe“.
Stellungnahme Daniel Behrens Bildungsstreik-Bündnis PH Ludwigsburg:
Gerade wir als angehende Lehrkräfte und PädagogInnen stehen in der Verantwortung uns für ein gerechteres Bildungssystem einzusetzen. Mit der Hörsaalbesetzung an der PH wollen wir unseren Forderungen Druck verleihen. Bildung darf nicht den Kapitalinteressen unterworfen werden, sondern muss der freien Entfaltung des Individuums dienen und es für kritisches Denken sensibilisieren.
19.11.2009
DIE LINKE kritisiert: Trotz Schweinegrippe – in Schulen kein Geld für Seife! Hinweise für richtiges Händewaschen ließ die Landesregierung an allen Schulen Baden-Württembergs verteilen. Realität ist: oft fehlt das Geld für Seife und Handtücher.
Die Eltern in Ludwigsburg schlagen Alarm. Trotz Aufklärungsbemühungen der Lehrkräfte können die Schülerinnen und Schüler in den Klassenzimmern und Schultoiletten keine Hände waschen – mal fehlt die Seife, mal fehlen die Papiertücher, mal fehlt beides. Angesichts der drohenden Schweinegrippe eine katastrophale Situation, finden die Ludwigsburger Schulleiter. Die Stadtverwaltung hat immerhin den Bedarf ermittelt. Doch die 25.000 €, die es kosten würde, alle Schulen auszustatten, seien nicht vorhanden. Nur die Pestalozzi-Grundschule ist besser dran. Dort allerdings haben die Eltern über den Förderverein die Seife bezahlt.
Der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung der Linken Baden-Württemberg Erhard Korn verweist auf herunterfallende Decken und stinkende Toiletten: „Geiz bei der Sicherheit und Hygiene unserer Kinder ist nicht geil, schon gar nicht in den reichsten Städten Baden-Württembergs. Es kann nicht sein, dass Eltern auch noch die Seife beschaffen müssen. Dies ist Aufgabe der Gemeinden.“ Die Linke fordert ein 5-Milliarden-Investitionsprogramm zur Unterstützung der Kommunen.
18.11.2009

17.11.2009
Presseerklärung der Landesarbeitsgemeinschaft selbstbestimmte Behindertenpolitik in Baden-Württemberg:
Die soziale Kälte kommt jetzt auch für Menschen mit Behinderungen immer näher. Erst haben Vertreter des Deutschen Städtetages im Zuge der Finanzkrise Kosten für die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen infrage gestellt. Jetzt plant die Landesregierung von Baden-Württemberg ihre Zuschüsse für die Beförderung von Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Personennahverkehr zu streichen, und sie will dies auch noch mit einer Bundesratsinitiative auf das ganze Bundesgebiet ausdehnen. Dieses Vorgehen lehnt die Landesarbeitsgemeinschaft "Selbstbestimmte Behindertenpolitik" der Partei Die LINKE ab. Dieses Vorgehen widerspricht dem Art. 20 der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, in dem es heißt: "Die Vertragsstaaten treffen wirksame Maßnahmen, um für Menschen mit Behinderungen persönliche Mobilität mit größtmöglicher Selbstbestimmung sicherzustellen, indem sie unter anderem a) die persönliche Mobilität von Menschen mit Behinderungen in der Art und Weise und zum Zeitpunkt ihrer Wahl und zu erschwinglichen Kosten fördern." Dieser UN Konvention hat auch die Landesregierung im Bundesrat zugestimmt. Menschen mit Behinderungen dürfen nicht für eine fehlgeleiteten Steuer- und Finanzpolitik des Bundes und des Landes Baden-Württemberg bestraft werden. Wir fordern die Landesregierung von Baden-Württemberg auf, endlich ein schlüssiges Konzept zur Umsetzung der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Zusammenarbeit mit den Betroffenen zu formulieren und umzusetzen. Die konsequente Umsetzung der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, davon profitieren alle gesellschaftlichen Gruppen, ist ein gutes Konjunkturprogramm Zurückhaltung der Wirtschafts- und Finanzkrise.
V.i.S.d.P.: Stephan Lorent, Sprecherrat Landesarbeitsgemeinschaft "Selbstbestimmte Behindertenpolitik"; Behindertenbeauftragter von „Die Linke.“ Baden-Württemberg, Mömpelgarderweg 4,72072 Tübingen
11.11.2009
Wer es noch nicht weiß:
Die beiden Impfstoffe gegen die so genannte "Schweinegrippe"
Pandemrix® und Focetria®, enthalten als Adjuvans (Wirkverstärker)
Squalen.
Beim Menschen ist Squalen bei den US-Soldaten des ersten Golfkriegs
als Impfverstärker eingesetzt worden. 23-27%, also jeder Vierte von
ihnen und auch solche, die zu Hause blieben(!), bekamen die sog.
Golfkriegskrankheit, mit chronischer Müdigkeit, Fibromyalgie
(Muskelrheuma), neben Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen,
persistierenden Kopfschmerzen, Erschöpfung und ausgedehnten
Schmerzen charakterisiert. Die Krankheit kann auch chronische
Verdauungsprobleme und Hautausschlag einschließen.
Die Erkrankung hat sich seit 1991 also seit 18 Jahren nicht
gebessert. Bei 95% der Geimpften mit Golfkriegssyndrom wurden
Squalen-Antikörper gefunden, bei den Geimpften aber nicht Erkrankten
bei 0%. Erst nach mehr als 10 Jahren wurden die Schäden vom
US-Verteidigungsministerium anerkannt.
Wenn die Bundesregierung ihren Willen durchsetzt und 35 Millionen
Menschen geimpft werden, ist damit zu rechnen, dass 8-9 Millionen
Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit
und Fibromyalgie etc. leiden werden.
Geben Sie dieses Email bitte an möglichst viele ihrer Bekannten
weiter.
Juliane Sacher
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Bergerstr. 175
60385 Frankfurt
T: 069 - 921 89 90
F: 069 - 921 89 990
www.praxis-sacher.de
06.11.2009
Die katholische Organisation Justitia et Pax macht sich mit dem DGB und dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac für eine Finanztransaktionssteuer stark. Die «Frankfurter Rundschau» (Freitagausgabe) berichtete vorab, die Organisationen forderten die Bundesregierung in einem Aufruf zu mehr Engagement für eine solche globale Abgabe auf. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) solle sich bei dem am Freitag (6. November) beginnenden G20-Finanzministertreffen in Schottland für eine Finanztransaktionssteuer einsetzen.
29.10.2009
Schüler, die von Hartz IV leben, müssen ihre Monatskarte selbst bezahlen. Das Bundessozialgericht entschied am Mittwoch, dass es keinen Anspruch auf Erstattung einer Schülermonatskarte gibt. Das Sozialgesetzbuch sehe nicht vor, dass Jobcenter neben dem Arbeitslosengeld II diese Zusatzleistung als Zuschuss oder Darlehen bezahlen müssten, erklärte das Gericht.
Ein Justizskandal ohne gleichen! Hier wird die Bildungsferne der Unterschichten juristisch zementiert!
29.10.2009
Mit Mappus auf dem Weg nach rechts
Der coup d’etat, mit dem Oettinger von Merkel weggelobt und Stefan Mappus zum neuen Hoffnungsträger der CDU gemacht wird, läutet für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg einen Lagerwahlkampf ein. DIE LINKE Mappus Hauptgegner (Schwäb. Post, 3.9.09). Mit seinen Denkgefährten sieht er es als „Auftrag der Konservativen“, gegen die DIE LINKE „einen aggressiven konservativen Abwehrkampf“ zu führen.
Dabei will sich Mappus schwerpunktmäßig nach rechts orientieren und das Potential wieder gewinnen, das die CDU in den letzten Jahren hin zu den Republikanern, der NPD oder christlich-fundamentalistischen Kleinparteien verloren hat. Im Stil von Franz Josef Strauß sollen „heimatverbundene Patrioten“ angesprochen werden. Nachzulesen ist dies im Strategiepapier „Moderner bürgerlicher Konservatismus“. Die Jungkonservativen um Mappus und den Junge-Unions-Chef Missfelder beklagten das Fehlen einer rechten Leitfigur in der CDU. Diese Rolle soll nun offenbar Mappus spielen.
In den Spuren von Bush wandelte Mappus am 10. September im badischen Forst vor der versammelten Lobby der Waffenbesitzer, wo er Beifall bekam für seine Kritik am „überhasteten Gesetzgebungsverfahren“ und sich vom Antrag des eigenen Innenministeriums distanzierte, das im Bundesrat eine Überprüfung des Großkalibersports beantragt hatte. Der Expertenkreis Amok, vom Landtag eingesetzt zur Überprüfung der Konsequenzen aus dem Massaker von Winnenden, hatte dagegen klar formuliert, dass die Faszination und Verfügbarkeit der Waffen über den Schützenverein eine „erhebliche Rolle“ für den Amoklauf gespielt haben. Mappus hat sich gegen die Empfehlungen des Expertenkreises gewandt und dem Druck der Waffenlobby gerade bei der Frage der großkalibrigen Waffen nachgegeben.
Als Oettinger im Februar 2008 den SPD-Fraktionsvorsitzenden Schmiedel kritisierte, er mache „DIE LINKE hoffähig und trage den Virus versuchsweise nach Baden-Württemberg“ wehrte sich Schmiedel mit der Aussage, mit dem Begriff „Viren“ sei Oettinger nahe am Sprachgebrauch der Nazis. Mappus forderte Schmiedels Rücktritt Als Gesine Schwan, SPD-Bundespräsidentenkandidatin mit Vertretern der Linken sprach, polemisierte Mappus in Absprache etwa mit dem hessischen Fraktionschef Wagner, ein Bundespräsident dürfe sich nicht von „Kommunisten“ wählen lassen. Bei beiden Vorgängen ist klar: die Neokonservativen zielen darauf, der SPD eine künftige Mehrheitsoption zu nehmen. Um das zu erreichen, wird es auch im Land verstärkt zu Diffamierungen der Linken kommen, die aber immer auch die SPD treffen sollen. Ein Beispiel ist seine Intervention gegen die Ausstellung „Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland“ in Pforzheim.
Am Zerfall der Werte, am Anstieg der Kriminalität, an der Krise der Familie ist für Mappus DIE LINKE schuld. Dem Ausbau der Krippenplätze steht er skeptisch gegenüber, für eine Erhöhung der Bundeszuschüsse hat er sich bei den Verhandlungen über den Koalitionsvertrag nicht eingesetzt; die wegbrechenden Einnahmen der Kommunen will er mit Landesmitteln nicht auffangen. So wird einerseits der Ausbau der Krippen- und Ganztagesplätze bei den Kitas gebremst, andererseits müssen zusätzliche Kosten auf die Eltern abgewälzt werden.
Er wendet sich gegen einen „verteilenden Sozialstaat“. Die Überschrift hierfür lautet bei Mappus „Stärkung der Eigenverantwortung in der Familienpolitik“ etwa durch höhere Freibeträge. Durch einen Freibetrag von 8.000€ kann allerdings kein Kitaplatz mit Kosten von etwa 300€ monatlich finanziert werden – abgesehen davon, dass die vielen Geringverdiener den Freibetrag nicht nutzen können.
Trotz dieser Haltung musste er sich von der FDP-Landesvorsitzenden Homburger im Februar 2008 vorwerfen lassen, er habe im Zusammenhang mit der Reform der Erbschaftssteuer „linke Klassenkampfparolen“ übernommen. Mappus wird sich, wie das Strategiepapier zeigt, wie Rüttgers in NRW weniger neoliberal als wirtschaftskonservativ profilieren: „Wo einseitig Wirtschaftsinteressen an Stelle von Gemeinwohlinteressen treten, gefährdet das Freiheit und Solidarität in der Gesellschaft.“ Bisher blieb es allerdings auch bei Rüttgers bei Worten. Zu Recht fragt der Parteienforscher Wehling, ob Mappus Profil nur ein Stück Taktik ist.
In den Auseinandersetzungen um die Werkrealschule hat sich Mappus als Lobbyist der kleinen Hauptschulen gezeigt, der starr am dreigliedrigen Schulsystem festhält. Es ficht ihn nicht an, dass Hauptschulen häufig zu Ghettoschulen geworden sind und den Jugendlichen mit Migrationshintergrund damit Integrationsmöglichkeiten vorenthalten werden. Die Chancen dieser Jugendlichen werden schlechter – und wenn es zu gewaltsamen Übergriffen von ausländischen Jugendlichen etwa in S-Bahnen kommt, werden – wie bei Koch in Hessen – mit Seitenblicken auf eher rechte Wählergruppen Ressentiments geschürt und ein höheres Strafmaß gefordert. Dagegen setzt er auf die „deutsche Leitkultur“ und will Zuwanderung nur noch für Spitzenkräfte“
Gegen Kritik an seiner Politik wird Mappus schärfer vorgehen; dies hat er gezeigt, als er im Juli 2008 die Absetzung des Ravensburger Schulleiters Rudolf Bosch forderte, der gerade die Selektion von Migranten durch die Bildungspolitik scharf kritisiert hatte: „Wenn der Mann noch lange im Amt ist, dann verstehe ich nicht mehr, warum man das Beamtentum noch braucht.“ ek
27.10.2009
Das Bundesverfassungsgericht wird aller Voraussicht nach, der Bundesregierung eine bittere juristische Niedeerlage bereiten. In dem Spiegelartikel wird deutlich wie menschenverachtend die 'Toskanafraktion der Sozialdemokraten mit den ärmsten der Gesellschaft umgeht. Man sollte das Zitat von Klaus Ernst in den Ohren haben wenn man den Artikel gelesen hat: Wenn die Abgeordneten des Bundestages die Auswirkung ihres Abstimmungsverhaltens durchleben müßten wären die Abstimmungsergebnisse Andere.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,656402,00.html
20.10.2009

In Heilbronn kursieren Gerüchte, dass DIE LINKE, um in Brandenburg mitregieren zu können, zugestimmt hätte Stellen im Öffentlichen Dienst des Bundeslands mit dem Roten Adler zu streichen.
Das ist nicht zutreffend! Nach Auskunft des Schatzmeisters des Landesverbandes Brandenburg der Partei DIE LINKE, Matthias Osterburg, ist folgender Sachstand Stand der Dinge: Der Finanzminister Brandenburgs Speer (SPD) forderte in den Koalitionsverhandlungen, um den Haushalt zu konsolidieren, Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. Siehe hierzu auch die Homepage der Brandenburger Polizeigewerkschaft. http://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/DE_Stellenabbau_in_der_Brandenburger_Landesverwaltung
DIE LINKE hingegen verhandelt über Einstellungskorridore! So sollen 8000 öffentlich geförderte Jobs geschaffen werden. Darauf hat man sich nach Presseberichten wohl schon geeinigt. Außerdem ist ein Vergabegesetz mit Mindestlöhnen bei öffentlichen Aufträgen vorgesehen. Der Slogan, je stärker DIE LINKE, desto sozialer das Land behält auch weiterhin seine Gültigkeit!
15.10.2009
Unter diesem Thema fand am 13. und 14.Oktober in Berlin auf Einladung von IG Metall, DGB und Friedrich Ebert Stiftung eine Konferenz statt, an der 16 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Lateinamerika und ca. 30 aus Deutschland teilnahmen, Der erste Tag stand im Zeichen der politischen Entwicklung in Lateinamerika, interessante Vorträge und Diskussionen fanden statt zu Themen wie: Politischer Aufbruch in Lateinamerika? Zum Verhältnis zwischen Gewerkschaften und linken Regierungen und Elemente eines „neuen Entwicklungsmodells“ aus gewerkschaftlicher Sicht. Linke Regierungen in Lateinamerika: Auf dem Weg zur Entwicklung einer politischen Alternative zum neoliberalen Entwicklungsmodell? Alternative Wege aus der Krise: Green New Deal, lohninduziertes Wachstum, Renaissance des Staates?
Am zweiten Tag ging es eher um neue Perspektiven für die lateinamerikanisch-deutsche Gewerkschaftszusammenarbeit, so zum Beispiel im Forum Internationale Betriebsratsarbeit zwischen Kooperation und Konkurrenz. Dort berichtete Manuel Campos, Internationaler Sekretär für Lateinamerika, IG Metall, über Erfahrungen mit internationalen und unternehmensbezogenen Netzwerken. Jose Luis Rodriguez, ehem. VW-Gewerkschaft, Mexiko, brachte Erfahrungen bei der Gründung des Weltbetriebsrats von VW ein. Thorsten Zangerle, von der Vertrauenskörperleitung von Opel in Kaiserslautern berichtete über die aktuellen auf europabezogenen Konzernverhandlungen und gewerkschaftlichen Aktionen im Zusammenhang mit der Übernahme durch Magna. <st1:personname w:st="on">Johannes Müllerschön</st1:personname>, BRV bei CNH/Fiat Group und Mitglied im Branchenteam Landtechnik beim IG Metallvorstand stellte das Netzwerk Landtechnik vor und berichtete über die bisherigen Versuche der internationalen Ausweitung, vor allem Richtung Europa. Von weltweit 28000 Beschäftigten bei CNH das ist der Land- und Baumaschinenbereich der Fiat Gruppe arbeiten ca. 3000 Menschen in Brasilien. Weitere Vernetzung sei also angesagt.
Auf einen Sprung schaute auch der DGB Vorsitzende Michael Sommer auf der Konferenz vorbei. Er begrüßte die Delegation aus Lateinamerika mit den Worten: Lateinamerika sei der einzige Kontinent, auf den man als Sozialdemokrat zur Zeit noch stolz sein könne. In Anspielung auf die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP, die in unmittelbarer Nähe des Konferenzortes und zeitgleich stattfanden meinte er: „Es macht schon einen Unterschied, ob man als Gewerkschaftsvertreter sich mit der Regierung „unter Freunden streiten müsse, oder ob man zu politischen Feinden müsse als Bittsteller“. (jom)
15.10.2000
Wie ein Sprecher der Bundesregierung gestern erklärte, sind aus dem
Bereich der Arbeitslosenstatistik erfreuliche Zahlen zu melden: Immer
mehr Arbeitslose besitzen ein Abitur. Während noch vor einem Jahr nur
etwa 385 000 Arbeitslose sich zu den stolzen Besitzern des höchsten
Bildungsabschlusses zählen durften, hat sich diese Zahl im ersten
Jahr des Wirtschaftsrückbaus um 24,4 % erhöht.
Das ist ein großartiger Erfolg für den Bildungsstandort Deutschland,
hob der Sprecher hervor.
Auch sei positiv hervorzuheben, dass sich die hochgebildeten
Empfänger von Arbeitslosengeld immer mehr zu einer Gruppe dynamischer
junger Menschen entwickle: So liege der Anteil der 25- bis
34-Jährigen schon bei 15,8% (Wert für die alten Bundesländer).
Noch Nachholebedarf sehe die Regierung bei den Hartz-IV-Empfängern:
hier hat erst jeder zehnte einen weiterführenden Schulabschluss.
Die Zahlen stimmen, über den Text kann man geteilter Meinung sein.kh
13.10.2009
Halle (ddp). Nach dem Erfolg bei der Bundestagswahl und der sich anbahnenden Regierungsbeteiligung in Brandenburg werden in der Linken Forderungen nach einem Grundsatzprogramm laut. «Wir haben das mehrfach verschoben. Ich sehe uns jetzt in der Pflicht, eine Programmdebatte zu führen», sagte Korte, MdB sowie Mitglied in Partei- und Fraktionsvorstand, der «Mitteldeutschen Zeitung» (heute). Laut Korte herrschen bei «85 bis 90 Prozent der Inhalte» Konsens in der Partei. Zu den strittigen Punkten gehören aber grundsätzliche Fragen wie die Bewertung der Verantwortung als Rechtsnachfolgerin der SED, die Haltung zur EU und ob «Hartz IV» abgeschafft oder weiter entwickelt werden sollte. Linke-Fraktionschef Gysi hatte zum Abschluss der Fraktionsklausur erklärt, für eine Programmdebatte gebe es keinen Zeitdruck. Die Linke verfüge seit der Fusion von alter Linkspartei und WASG über Programmeckpunkte und ein Statut.
12.10.2009
(afp) - In der FDP gibt es Überlegungen für die Einführung einer Pkw-Maut, um die Finanzierung von Straßen und Autobahnen auf eine sicherere Basis zu stellen. "Die Maut ist eine Option", sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Döring, im Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Bei den Automobilclubs ADAC und ACE stieß der Vorstoß auf heftige Kritik. ACE-Sprecher Hillgärtner betonte, solange keine sichere Aussicht auf eine angemessene Kompensation für Autofahrer bestehe, lehne sein Club eine Pkw-Maut strikt ab. Hillgärtner warf Union und FDP vor, sie wollten eine zusätzliche Straßengebühr einführen, "um finanziellen Spielraum für die Entlastung von Spitzenverdienern zu schaffen".
11.10.2009
Die Grüne Partei im Saarland steht nicht für Fortschritt, sondern für die Erhaltung des Status Quo. Sie werfen sich im Saarland der CDU und Liberalen an den Hals, die für Privatisierung und Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken steht. Sie sind dann mitverantwortlich für Sozialabbau auf Landesebene. Mit ihrer Entscheidung dokumentieren sie, dass sie sich außerhalb eines linken Lagers stellen und nicht für die soziale Gerechtigkeit kämpfen wollen. So wie es aussiehthaben die Grünen nicht begriffen, dass die Mehrheit der Bevölkerung dies Politik nicht will und Müller eigentlich abgewählt hat.
Während in Thüringen die SPD Basis gegen das SPD Establishment rebeliert kuscht die Grünenbasis im Saarland vor dem Vorstand. vb
10.10.2009
Nach eigenen Worten hat Barack Obama den Friedensnobelpreis nicht verdient. Angesichts der Tatsachen, dass er die Truppen in Afghanistan verdoppelt und offensichtlich auf eine militärische Lösung setzt, sich eine militärische Option im Irankonflikt offen hält und das Folterlager Guantanamo doch nicht schließt, muß man ihm wohl recht geben.
Man fragt sich ob er den Nobelpreis für Lippenbekenntnisse erhält oder evtuell hat er ihn nur der Tatsache zu verdanken, dass er nur nicht George W. Bush heißt.
Es gab andere Kandidaten die, hätte man das Wort Frieden in diesem Zusammenhang ernst genommen, diesen Preis sicherlich zurecht verdient hätten. Zum Beispiel die Koalition für das Verbot von Streubomben, Piedad Cordoba aus Kolumbien, die Senatorin ist Gründerin einer Friedensorganisation, die sich für Verhandlungen zwischen Regierung und FARC-Rebellen einsetzt. Als weitere mögliche Preisträger wären in Frage gekommen jordanischen Philosophieprofessor Prinz Ghasi bin Muhammad, der für den Dialog zwischen den Religionen eintritt, oder die afghanische Menschenrechtlerin Sima Samar. Sie leitet derzeit die Afghanische Unabhängige Menschenrechtskommission und ist UN-Sonderbeauftragte für Darfur.
Sicher ist er nicht charakterstark genug um auf den Preis zu verzichten und sich an seine eigen Worte zu halten. Wollen wir alle hoffen, dass er sich den Preis nachträglich verdient und alle seine Wahlversprechen einlöst. Vielleicht gibt es doch ein Wunder in der amerikanischen Politik und eine Abkehr der Expansionspolitik. Es könnte ja auch sein, dass sie durch ökonomische Zwänge dazu gezwungen werden. vb
09.10.2009
Potsdam (ddp). Der ehemalige SPD-Spitzenpolitiker Bahr hält eine rot-rote
Koalition im Bund nur für möglich, wenn die Linkspartei die Mitgliedschaft
Deutschlands in EU und NATO anerkennt. «Im Bund kann die SPD nicht mit der
Linken zusammenarbeiten, solange sich diese Partei als unwillig oder
unfähig erweist, die internationalen Verträge zu akzeptieren, die von allen
bisherigen Regierungen der Bundesrepublik geschlossen wurden», sagte Bahr
der Zeitung «Märkische Allgemeine» (heute). Der scheidende SPD-Generalsekretär
Heil warnte seine Partei davor, zu stark auf die Linke zuzugehen. «Wir haben
nach allen Seiten verloren, auch an CDU und FDP. Deswegen dürfen wir uns
nicht verengen», sagte Heil der Tageszeitung «Die Welt» (heute). Auch
SPD-Fraktionschef Steinmeier hat nach der Wahlniederlage Kurskorrekturen
von der Linkspartei zur Bedingung für mögliche Koalitionen auf
Bundesebene gemacht. Steinmeier sagte der «Bild»-Zeitung (heute),
«Deutschland raus aus der NATO und der antieuropäische Kurs der Partei
DIE LINKE - das ist mit der SPD nicht zu machen.»
Komentar
Wenn man die Genossen so tönen hört fragt man sich schon ob sie die Botschaft
vom Wähler verstanden haben? Ein Drittel ihrer Wähler, die ihnen weggelaufen
sind wollen nicht den Krieg in Afghanistan, wollen kein HARTZ IV, wollen
keine unsicheren Beschäftigungsverhältnisse und Kaufkraftschwund, wollen nicht
den Vertrag von Lissabon und wollen nicht das Gemauschel mit der Wirtschaft
auf ihre Kosten. Genau das aber ist das Ergebnis sozialdemokratischer Politik
auf dem Rücken ihrer Klientel. Diesen Politikern sie gesagt, DIE LINKE gibt
es nur wegen dieser Politik und sie macht diese Politik garantiert nicht
mit! Eine SPD ist nähmlich für dieses Land schon zuviel! Komentar Volker Bohn
Hannover (ddp). Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Däke, hat die teils
hohen Pensionsansprüche für die aus dem Kabinett ausscheidenden SPD-Minister
kritisiert. «Hier muss es dringend Korrekturen geben", sagte Däke der
«Neuen Presse» (heute). Auch Minister sollten selbst für ihre
Altersversorgung aufkommen. Der Bund der Steuerzahler fordert dies seit
Jahren. Als positives Beispiel nannte Däke NRW. «Die Diäten wurden erhöht,
dafür müssen die Politiker selbst für ihre Altersbezüge aufkommen wie jeder
andere auch. Das hat sich absolut bewährt», sagte er.
München (LiZ). Die Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) mit Sitz in München (siehe unsere Artikel v. 8.07.09, 11.02.09 und 29.09.08) wurde auf der außerordentlichen Hauptversammlung durch die Hintertür verstaatlicht. Ermöglicht wurde dies mit dem "squeeze-out", dem Hinausdrängen der Kleinaktionäre. Bei dieser erstmaligen Verstaatlichung einer Bank in der 60-jährigen Geschichte der BRD handelt es sich allerdings eher um die Übernahme eines Schrotthaufens denn um eine sozialistische Maßmaßnahme. Dass sich die HRE auch in Zukunft als Fass ohne Boden erweisen wird, bestätigte sogar Vorstandschef Axel Wieandt auf der Versammlung in München: "Die HRE benötigt in diesem Jahr weitere sieben Milliarden Euro Unterstützung."
Von den bislang zur Verfügung gestellten Finanzhilfen im Gesamtvolumen von 102 Milliarden Euro hat die HRE bis zum Stichtag 30. September laut Wieandt bereits rund 78 Milliarden Euro aufgebraucht. Dennoch versprach Wienandt, die HRE werde "vor dem Jahr 2012 in die Gewinnzone" kommen.
07.10.2009
Essen (ddp). Die Partei DIE LINKE in NRW will mit dem Ziel eines «radikalen
Politikwechsels» in den Landtagswahlkampf 2010 gehen. Wie die Titel der
WAZ-Mediengruppe unter Berufung auf den Entwurf des Wahlprogramms berichten,
lautet eine Kernforderung Entprivatisierung zentraler Bereiche öffentlicher
Versorgung: «Energie- und Wasserversorgung, Gesundheits- und Bildungswesen,
sozialer Wohnungsbau und Abfallwirtschaft, öffentlicher Personenverkehr und
kulturelle Einrichtungen sollen uns allen gehören.» Ganz oben auf der
Verstaatlichungsliste stünden die Energieriesen RWE und Eon: «Ihre Netze
gehören in öffentliches und demokratisch kontrolliertes Eigentum.»
06.10.2009

der altersschwache Reaktor in Fessenheim mit seinen zwei Reaktoren sagt uns, ich habe 1.290 Tonnen Uran verbraucht und dafür habe ich produzierte ich:
Vier Millionen Tonnen Bergbaurückstände,
7.000 Tonnen abgereichertes Uran,
1.225 Tonnen weideraufbereitetes Uran,
13 Tonnen Plutonium,
52 Tonnen lebenslang, hochradioaktiv verstrahlter Müll,
3.000 m² verstrahlte Maschinenperipherie (Rohre etc.),
und 1.200 Tonnen Schrott
Quelle Dernières Nouvelles de Fessenheim
DIE LINKE sagt dazu: es ist unverantwortlich, wie mit der Zukunft unserer Jugend umgegangen wird. In Frankreich stehen 58 dieser Krebsschleudern, die alle mehr oder weniger marode sind.
04.10.2009
Welche Verniedlichung für die hinter den Kulissen eigentlich vermeinende Selektion von Menschen, Neusprech- Vokabular des Menschenhasses. Die so genannte Agenda 2010 und ihre "Reformen" sind die Inkarnation einer erkrankten Gesellschaft. Eine Gemengelage aus der Arbeithauspädagogik des 19. Jahrhunderts, der Arbeit macht frei Ideologie des Dritten Reiches, einer Überwachungsmentalität einstiger Kasernenhof-Planwirtschaft und unbegrenzten Geiz ist Geil Religion des Mammons der Jetztzeit. Aber nicht, dass man es nicht schon längst wüsste...einfach erschreckend wohin die Reise des frühen 21. Jahrhunderts uns geführt hat. (03.08.2009, Auszüge aus "Sperre" das Arbeitslosenmagazin)
Quoten und Vorgaben bei HARTZ IV Sanktionen?
"Nach internen Vorgaben werden Chefs von Jobcentern dazu vergattert, 30 bis 40 Prozent der Hartz IV-Empfänger mit Sanktionen zu belegen. Diese Quote soll erbracht werden unabhängig davon, wie sich die Arbeitslosen konkret verhalten", teilte unlängst das Radiomagazin „Politikum“ mit (WDR 5, Sendung vom 23 Feb. 2009). Sonst berichten große Teile der Medien zu diesem Thema meistens unter dem Motto: „Arbeitsunwillige Hartz IV-Empfänger werden verstärkt sanktioniert.“ Es gibt also reichlich Anlass, sich näher mit diesen umstrittenen Maßnahmen zu befassen.
Ein Beispiel
Herr G soll sich auf fünf Vorschläge seines Arbeitsvermittlers umgehend bewerben. Vier Bewerbungen erledigt er in den nächsten Tagen. Für die fünfte fehlen ihm Foto, Mappe usw. Da er bis zum Ende des Monats wenig Geld hat, bewirbt er sich erst vierzehn Tage später. Bei der folgenden Anhörung wird dieser Grund nicht akzeptiert und sein Regelsatz wird für die nächsten drei Monate um 30 Prozent gekürzt, da er die Arbeitsaufnahme vereitelt habe. Es stellt sich aber heraus, dass die Arbeit noch gar nicht vergeben war. Der Arbeitgeber entschied sich erst viel später für einen anderen Bewerber, nachdem Herrn Gs Unterlagen längst eingegangen waren.
In Deutschland wurden also bei der Einführung von Hartz IV härtere Sanktionsmöglichkeiten beschlossen, um die Bereitschaft der Betroffenen zu erhöhen, ihren Pflichten nach dem SGB II nachzukommen, was vor allem auch bedeutete, unterqualifizierte und schlechter bezahlte Arbeiten anzunehmen. Nach verbreiteter Meinung leben Arbeitslose auf Kosten der Arbeitenden. Doch tatsächlich sind sie Leidtragende einer ungerechten Verteilung der Arbeit. Statt gegenzusteuern wurden in den letzten Jahren die Wochenarbeitszeit und die Lebensarbeitszeit verlängert, auch zum Schaden der Arbeitenden; denn deren Lebensqualität leidet unter zunehmendem Leistungsdruck und verstärkter Angst um den Arbeitsplatz fast so wie die der Erwerbslosen.
Der Wettbewerb der ARGEn
Die Hartz IV-Behörden (ARGEn) stehen in einem Wettbewerb um die geringsten Kosten pro Hartz IV Hilfeempfänger. Diese können gesenkt werden durch Bekämpfung von Leistungsmissbrauch, aber auch, indem man Leistungen vorenthält, z.B. mithilfe von Sanktionen. Auch in diesem Zusammenhang sind also die Sanktionen zu sehen und wohl auch das Ausmaß der Klagen gegen Hartz IV-Bescheide. Letzteres wird aber nicht verbucht als ein durch Hartz IV verursachter Schaden, sondern gleichsam als Leistungsmissbrauch der Betroffenen. Obwohl etwa die Hälfte der Klagen erfolgreich ist, hat man in NRW zunächst die Rechtsberatung eingeschränkt durch Finanzierungsstopp unabhängiger Beratungsstellen. Als nächstes ist geplant, die Klageflut durch Einführung erheblicher Gebühren einzudämmen. So wird der Rechtsstaat ausgehebelt.
Und in anderen Ländern?
In manchen Ländern kamen auf eine offene Stelle zehn Arbeitslose und mehr. Trotzdem befassten sich Wissenschaftler mit der Frage, ob man die Arbeitswilligkeit mit Druck fördern könnte. Einige wenige ermittelten in begrenzten Untersuchungen einen positiven Effekt von Sanktionen – hungernd akzeptiert man jeden Job – und gaben die Empfehlung, diese zu verschärfen (Schneider 2007; Konle-Seidel 2008, 86 - 87). Viele OECD-Länder setzten diese Empfehlung um (Schneider 2007). – Man tat so, als habe man ein Vermittlungsproblem und kein Arbeitsmarktproblem, und man beschloss tatsächlich, die Arbeitslosen – Opfer der Entwicklung – stärker zu drangsalieren. Das war wissenschaftlich begründet, so dass niemand ein schlechtes Gewissen haben musste.
Kein Vertrauen zum Arbeitsvermittler
Mehrere Beratungsstellen wiesen darauf hin, dass Arbeitsvermittler auf 400 betreute „Kunden“ kaum richtig eingehen können mit diesem Effekt: Die Hilfebedürftigen entwickeln kein Vertrauen, über ihre körperlichen, psychischen und sonstigen Schwierigkeiten zu sprechen. Die Schwierigkeiten können aber der Grund für die Ablehnung einer Arbeit und das Versäumen von Terminen sein und damit für Sanktionen. Statt Hilfen anzubieten, werden dann zusätzliche Probleme bereitet. Es gibt allerdings auch einige Fallmanager, die eine geringere Anzahl besonders belasteter Personen etwas intensiver betreuen. Doch viele, die es nötig hätten, wechseln nicht dorthin, da sie Angst haben, zunächst mit ihren Vermittlern über ihre Probleme zu sprechen.
Dürftige Vermittlungserfolge
Im November 2008 hat die Arbeitsverwaltung in Münster 146 Arbeitslose durch eigene Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt integriert, inkl. Leiharbeit und beim Arbeitslosengeld I und II zusammen (Agentur für Arbeit Münster 2008, 11). Im selben Monat wurden 215 Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld I und 391 Sanktionen bei Hartz IV neu festgestellt (BA 2009 a, b). Das sind 4,2-mal mehr Sanktionen als Vermittlungen.
Auch mit den härtesten Sanktionen kann man eben in nur eine Stelle keine 10 Arbeitssuchende zwingen, was vorauszusehen war, die konkreten Zahlen: 1 595 offene Stellen, 15 803 Arbeitssuchende (Agentur für Arbeit Münster 2008, 7 f). Den Arbeitslosen wird das aber als persönliches Versagen angelastet nach dem Motto: „Wer Arbeit sucht, der findet auch welche.“
Die Vermittlungsstrategie
Meldeversäumnisse sind der wichtigste Sanktionsgrund und hatten 2008 bundesweit einen Anteil von etwa 54 %, gefolgt von Ablehnung oder Abbruch einer zumutbaren Arbeit oder Maßnahme mit etwa 22 % (BA 2009 a). Warum die vielen Meldeversäumnisse? Bei der Zumutbarkeit von Arbeit gibt es fast keine Einschränkungen mehr. Jeder muss fast jede Arbeit annehmen. Einige Beispiele nach Angabe von Betroffenen, nicht nur aus Münster:
-Ein Ergotherapeut sollte nach dem Wechsel seines Vermittlers als erstes in einer Steinbrechanlage arbeiten und Fremdkörper aus zerkleinertem Bauschutt aussortieren. Einige Monate später erhielt er einen Vermittlungsvorschlag für eine Leihfirma und sollte in
einer Müllsortieranlage eingesetzt werden.
- Als eine Diplom-Sozialpädagogin einer Vermittlerin sagte, sie habe sich für einen 400- Euro-Job bei einer sozialen Einrichtung beworben und hoffe, dort später eine feste Stelle zu erhalten, wurde sie verhöhnt: „Hoffentlich wird das nichts! Darauf ruhen sie sich nur aus!“ Sie wurde aber vorgeschlagen für einen 400-Euro-Job als Bäckereiverkäuferin.
- Nach erfolgreichem Studienabschluss meldete sich eine junge Dame arbeitslos und wurde als erstes mit Vermittlungsvorschlägen aus dem untersten Lohnsektor überhäuft, Verkäuferin, Regalauffüllerin, Produktionshelferin usw. Als sie protestierte, wurde sie
zurechtgewiesen: „Welche Ausbildung Sie gemacht haben, interessiert hier nicht!“
-Ein Arbeitsloser mit einem Magister in Politologie wurde vorgeschlagen für eine Zeitarbeitsfirma in Mönchengladbach. Als Aushilfskraft sollte er an Büros verliehen werden. Seine tägliche Pendelzeit hätte etwa sechs Stunden betragen, da ein Umzug
wegen der befristeten Tätigkeiten unzumutbar gewesen wäre.
-Eine alleinerziehende Frau mit Kind, die mit einem 400 Euro-Job zu ihrem Lebensunterhalt beitrug und deren Kind in der Nachbarschaft und einem Kindergarten gut integriert war, wurde vorgeschlagen für eine Putzstelle in Potsdam.
Eine Frau, die jahrelang al§s Lehrerin in einer Schule gearbeitet hat, erhielt den Vorschlag, in derselben Schule zu putzen. So wird die Arbeitswilligkeit getestet und wer solchen Vorschlägen nicht Folge leistet, wird sanktioniert. Trotz propagierten Facharbeitermangels wird vor allem dequalifiziert. Systematisch zwingen Jobcenter die Arbeitslosen in prekäre Beschäftigungs- verhältnisse. Dr. Gahlen, ehemaliger Geschäftsführer der ARGE Münster, teilte mit, in Münster würde zu 70 Prozent in Leiharbeit vermittelt. Bei einem früheren Anlass nannte er sogar 80 Prozent.
Nach und nach sorgen die ARGEn so für ein Heer billiger, jederzeit verfügbarer „Sklavenarbeiter“. Eine ganze Branche entstand unter der Regie des damaligen Superministers Wolfgang Clement, der nun ausgerechnet in dieser Branche Leiharbeit einen hochdotierten
Posten hat.
Die schädliche Wirkung der Sanktionen
Ohne das Sanktionsverfahren, ohne diesen Zwang hätten die Leiharbeit und die übrigen schlecht bezahlen Arbeitsverhältnisse nicht das derzeitige Ausmaß erreicht; denn die Vermittlungspraxis der ARGEn gab den Unternehmen Anreize, reguläre Arbeitsplätze durch
prekäre zu ersetzen (Beispiele bei Spindler 2009). Das verursachte mehr Armut und führte zur Niedriglohndebatte.
Bei mehreren Beratungsstellen sah man einen Zusammenhang zwischen Sanktionen und Wohnungsnotfällen. Bereits bei einer 30 %igen Sanktion überlege man spätestens im dritten Monat, ob man hungert oder die Miete nicht bezahlt. Möglicherweise erklärt das die Zunahme der Räumungsklagen in Münster um 20 % im letzten Jahr, von der die Presse berichtet hat.
Mehr als 10 Forschungsinstitute untersuchen die Folgen der Umstellung auf Hartz IV. Doch bei den Sanktionen interessiert man sich nur für mögliche Effekte auf die „Arbeitsmarktperformance“ der Betroffenen. Eine Studie belegt, „dass die Sanktionsquoten kaum etwas über die Qualität der Arbeit der Träger der Grundsicherung ... aussagen. Insbesondere ist ein Zusammenhang zu Eingliederungserfolgen ... nicht eindeutig zu belegen.“ (con_sens 2008, 15) Eine hohe Quote ist also ebenso unwirksam wie eine niedrige. Weiteres Ergebnis der Studie: Die Hilfebedürftigen, die arbeiten und ergänzende Leistungen beziehen, nahmen bundesweit von Januar bis September 2007 um 16,9 % zu (Ebenda, 10). Das zeigt, dass vorwiegend in prekäre Beschäftigung vermittelt wird. Bei den o.g. Untersuchungen ist aber vor allem zu bemängeln, dass man mögliche Schäden durch Sanktionen völlig ignoriert, z.B. durch mehr Obdachlosigkeit, durch mehr Erkrankungen, durch einen Mehrbedarf an psychologischer Betreuung, durch höhere Kosten bei den Sozialgerichten, durch mehr Vernachlässigung von Kindern, durch mehr Kriminalität, durch höhere Suizidraten, durch Umwandlung regulärer Arbeitsplätze in prekäre, durch entsprechende Verluste an Kaufkraft und Steuereinnahmen, durch mehr Armut usw. Fazit: Menschen wird systematisch Schaden und Leid zugefügt, als ob Arbeitslosigkeit nicht schon Strafe genug wäre. Das Vermitteln in prekäre Beschäftigung unter Zwang verletzt die Würde des Menschen, verstößt gegen das Recht auf freie Berufswahl und erinnert eher an Versklavung. Heilbronner Arbeitslosen Initiative (H.A.I.) AM
01.10.2009
Erfurt (AP) Die thüringische SPD nimmt Koalitionsgespräche mit der CDU
für ein schwarz-rotes Regierungsbündnis im Freistaat auf. Landeschef
Matschie sagte in der Nacht zum Donnerstag in Erfurt nach Beratungen des
Landesvorstands: «In einer Koalition mit der CDU ist mehr Stabilität
möglich.» Die CDU-Kandidatin für das Ministerpräsidentenamt, Lieberknecht,
begrüßte die Entscheidung des SPD-Landesvorstands. In den Sondierungs-
gesprächen mit den Linken und Grünen sei es schwerer gewesen, Vertrauen
zu entwickeln, sagte Matschie. «Wir sind davon überzeugt, dass wir den
Wechsel, den wir vor der Wahl versprochen haben, mit der CDU bei
wichtigen Themen umsetzen können». Erfurt (ddp). Linke-Landeschef
Korschewsky hat die Entscheidung der SPD für Koalitionsverhandlungen mit
der CDU als «ganz klaren Wählerbetrug» bezeichnet. Die Wähler, die mit
der SPD-Stimme den Wechsel gewählt hätten, seien «blank verschaukelt»
worden, sagte Korschewsky der ddp.
Erfurt (AP) Der thüringische SPD-Chef Matschie hat sich zu einem Verzicht auf das Amt des Ministerpräsidenten in einer rot-rot-grünen Koalition bereit erklärt. Er forderte die Linke aber zugleich auf, einen sozialdemokratischen Regierungschef mitzutragen. Damit ist ein linkes Dreierbündnis in Thüringen wahrscheinlicher geworden als eine rechnerisch ebenfalls mögliche Koalition der Sozialdemokraten mit der CDU. «An meiner Person wird Rot-Rot-Grün in Thüringen nicht scheitern», sagte er der Online-Ausgabe der «Thüringer Allgemeinen». Nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» hat Matschie in einer telefonischen Schaltkonferenz mit der Führung der Landespartei seinen Verzicht auf das Amt des Ministerpräsidenten in einer linken Koalition erklärt. Der Spitzenkandidat der Linken, Ramelow, sprach am Abend von einer sehr guten Ausgangslage für Rot-rot-grün. Seine Partei werde ohne Vorbedingungen in die Sondierungsgespräche mit der SPD gehen, sagte Ramelow der Nachrichtenagentur AP.
25.09.2009
Wieder haben die Sozialdemokraten nicht Wort gehalten. Bei der Abstimmung zur Wahl des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso erreichte dieser eine deutliche Mehrheit. Diese kam zustande, weil die Sozialdemokraten entgegen ihrem Wahlversprechen Barroso mitgewählt oder sich enthalten haben. Noch Tage vorher hat deren Fraktionsvorsitzender Martin Schulz (SPD) getönt, Barroso werde keine einzige Stimme für seinen neoliberalen Kurs in Europa von den Sozialdemokraten bekommen. DIE LINKE und die gesamte GUE/NGL-Fraktion haben geschlossen gegen Barroso und damit gegen ein Europa der Märkte gestimmt. Der Fraktionsvorsitzende der GUE/NGL, Lothar Bisky, erläutert in seinem Statement die Position der LINKEN zur Wahl Barrosos. Sabine Wils und Thomas Händel, ebenfalls Abgeordnete der LINKEN im Europaparlament, formulieren in ihren Statements Anforderungen an den neuen Kommissionspräsidenten, der der Kommission nun für weitere 5 Jahre vorstehen wird.
Kurzfristig wird dasjenige Unternehmen die höchsten Renditen erzielen, das die notwendigen sozialen und ökologischen Notwendigkeiten am meisten missachtet.
Die Aufgabe des Staates müsste nun eigentlich sein diesen Notwendigkeiten den entsprechenden Nachdruck zu verleihen.
Auch im längerfristigen Interesse der Unternehmen.
Leider ist es aber in den letzten drei Jahrzehnten einem "abstrusen" Teil der Wirtschaftswissenschaft gelungen genau das Gegenteil in die Denkweisen der Politik und der Eliten zu installieren.
Die Rendite wird zum entscheidenden Faktor erklärt, dem die sozialen und ökologischen Notwendigkeiten unterzuordnen sind.
Solange wir als Gesellschaft diesen Zeitgeist akzeptieren kann die Gesellschaft als ganzes nur verlieren.
03.09.2009
Saarbrücken (AP) Die saarländischen Grünen wollen die Basis bei der Auswahl eines möglichen Koalitionspartners einbinden. Die Grundsatzentscheidung soll dann erst nach den Bundestagswahlen fallen. Der Landesvorstand beschloss am Mittwochabend in Saarbrücken, nach Sondierungsgesprächen mit den anderen Parteien voraussichtlich Anfang Oktober drei Regionalkonferenzen abzuhalten. Etwa eine Woche später soll ein Parteitag entscheiden, mit wem Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag geführt werden sollen.
(ard) - Die Linkspartei im Saarland hat Bedingungen für die Bildung einer Koalition mit SPD und Grünen genannt. Es dürfe keine weiteren Privatisierungen öffentlicher Unternehmen geben, betonte deren Landesvorsitzender Linsler der "Berliner Zeitung". Eine gemeinsame Landesregierung dürfe zudem keine Stellen im öffentlichen Dienst abbauen und keine Sozialleistungen kürzen. SPD und Linkspartei wollen in den nächsten Tagen erste Sondierungsgespräche über ein gemeinsames Regierungsbündnis führen.
20.08.2009

Halle (LiZ/ots). Der SPD-Spitzenkandidat für die Bundes- tagswahl, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, glaubt nicht, dass es nach den Landtagswahlen in Sachsen und im Saarland am 30. August eine neue Debatte über rot-rote Regierungsbündnisse geben wird, die seiner Partei schadet. Im Interview mit der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Montag) sagte Steinmeier, in den vergangenen Monaten sei die Diskussion über eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei von den Ereignissen in Hessen geprägt gewesen. "Dabei ging es aber im Rückblick viel weniger um Koalitionen als um Glaubwürdigkeit", so Steinmeier. Daraus hätten die SPD-Kandidaten in den Ländern gelernt. Im übrigen verwies Steinmeier erneut darauf, dass es unter seiner Führung auf Bundesebene keine Koalition mit der Linken geben werde.
Mit Blick auf die Möglichkeit, dass es im Saarland zu einer rot-roten Landesregierung kommen könnte, sagte Steinmeier: "Ich habe nicht den Eindruck, dass es gelingen wird, solche Koalitionsbildungen auf Länderebene zu Schicksalsfragen der Nation zu machen." Die Rote-Socken-Kampagnen der CDU von früher wirkten "doch nur lächerlich". Davon ließen sich die Bürger nicht mehr beeindrucken, so Steinmeier in dem Zeitungsinterview. Quelle Linkszeitung
07.08.2009

Das von der Krise mehr und mehr gebeutelte Japan, treibt den japanischen Kommunisten Mitglieder zu. Der Vorsitzende der KPJ Kazuo Shii sagte dass es keine Überraschung sei, schließlich habe Karl Marx das schon seit langem vorhergesagt. Die KPJ ist mit 400.000 Mitgliedern die viert stärkste Partei Japans. Ihre Zeitung AKAHATA erscheint in einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren. Jeden Monat kommen über 1.000 neue Mitglieder dazu. Die Majorität sind jünger als 25 Jahre, mit unsicheren Arbeitsplätzen oder sind Studenten. Die seit 1955 regierende Liberaldemokratische Partei, von vielen Korruptionsskandalen erschüttert, hat hingegen drei Viertel ihrer Mitglieder verloren. Von 3.000 Mandatsträger der KPJ konnte noch keiner wegen Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch oder ähnlichen Delikten vor Gericht gezerrt werden. Die beiden letzten Wahlen erhielten sie weniger als zehn Prozent der Stimmen. Das sind jedoch etwa sechs Millionen Stimmen. Die Kommunistische Partei Japans ist für die Beibehaltung des Kaisers für repräsentative Aufgaben. Also nicht nur Fortschritt sondern auch Tradition mit Augenmaß. Quelle le nouvel observateur


Solidarität mit den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst
120 Betriebs- und Personalräte diskutierten heute auf Einladung der Fraktion DIE LINKE im Bundestag im Gewerkschaftshaus in Stuttgart über ihre Forderungen in der Wirtschaftskrise.
„Aufgabe des Staates ist es, nicht das Spielcasino Finanzmarkt, sondern Arbeitsplätze zu retten.“ machte Ulrich Maurer, parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE, zu Beginn der Konferenz deutlich.
Der Vorsitzende der Frakion DIE LINKE, Gregor Gysi, kritisierte in seiner Rede die Bundesregierung scharf. Während sie einen Bankenrettungsfond in Höhe von 480 Milliarden in einer Woche im Bundestag durchgedrückt habe, bereite sie gleichzeitig Sozialkürzungen nach der Bundestagswahl vor. „Die LIDL-Verkäuferin darf nicht bezahlen, was Herr Ackermann angerichtet hat.“ Statt Geld für Banken forderte Gysi einen Schutzschirm für Menschen. In der Krise seien massive öffentliche Investitionen in Bildung und öffentliche Infrastruktur notwendig.
„In der Krise in die Offensive“ brachte Leni Breymaier, Landesbezirksleiterin verdi Baden-Württemberg, die Stimmung der Konferenz auf den Punkt und forderte Lohnerhöhungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Die versammelten Betriebs- und Personalräte stärkten den dortigen Beschäftigten in ihren Tarifverhandlungen am 16. und 17. Juli den Rücken und forderten die Arbeitgeber auf, die Streiks nicht weiter zu kriminalisieren. „Streiks sind kein Verbrechen sondern ein demokratisches Recht.“
16.07.2009
Frankfurt/Main (ddp). Der von Arbeitsminister Scholz (SPD) vorgelegte Sozialbericht 2009 stößt beim DGB auf Kritik. In der «Frankfurter Rundschau» (heute) verweist DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach auf eine offizielle Statistik, wonach der Arbeitgeberanteil an der Finanzierung der Sozialbeiträge seit 1991 schrittweise von 39,8 auf 32,8 Prozent zurückgegangen ist. Kritik übt der DGB auch an dem in der Amtszeit von Bundesgesundheitsmisterin Schmidt (SPD) eingeführten Sonderbeitrag von 0,9 Beitragssatzpunkten für die Krankenversicherung, der nur die Versicherten trifft. Erforderlich sei eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung.
10.07.2009

Der Freiburger Oberbürgermeister und Präsident der Kommunalen Arbeitgeber (KAV) Dieter Salomon (Grüne) hat zur "gesellschaftlichen Ächtung" der Kita-Streiks aufgerufen. Die Kommunalpolitiker der Partei DIE LINKE solidarisieren sich mit den Beschäftigten und ihren gewerkschaftlichen Forderungen.
Die Streiks sind richtig und notwendig, betont Sybille Stamm, Landessprecherin der Partei DIE LINKE: "Wer unsere Kinder erzieht, darf nicht weniger verdienen als die, die unsere Autos reparieren", so Sybille Stamm weiter. Es sei allerhöchste Zeit, dass die Arbeitsbedingungen in den Kinderbetreuungseinrichtungen verbessert werden. Die Kommunalen Arbeitgeber müssen sich endlich bewegen statt Drohungen auszusprechen.
Von "Geiselhaft" ist beim KAV die Rede. Das ist ein unverantwortlicher Vorwurf, betont Bernhard Strasdeit, Kreisrat in Tübingen und Landesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE.
Es sei eine Schande, dass der grüne Oberbürgermeister in Freiburg versucht, die Streiks der Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsberufen verbal zu kriminalisieren. Gerade bei diesem Streik gehe es nicht nur um Tarifforderungen. Es gehe auch um bessern Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, um kleinere Gruppen, um mehr Personal, also um mehr Qualität bei der Betreuung unserer Kinder. Und das geht alle an.
Nun ja, so sind halt unsere Grünen Politiker, genau so unsozial wie alle bürgelichen Parteien, nur ein bischen ökologischer.
09.07.2009

Atomkraftwerk Neckarwestheim I stilllegen - Laufzeit nicht verlängern - Atomausstieg jetzt und überall". Unter diesem Motto hatte ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen (Aktionsbündnis Energiewende HN/ Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar), Umweltverbänden (BUND, NABU NaturFreunde) und Parteien (DIE GRÜNEN, SPD, DIE LINKE, ÖDP) am Samstag, 4.7.09 zu einer Demonstration und Kundgebung nach Neckarwestheim eingeladen.
Etwa 2000 TeilnehmerInnen demonstrierten gegen Atomenergie und gegen die Pläne von CDU/FDP aus den vertraglich festgelegten Laufzeiten der AKW´s auszusteigen - sollte es bei der Bundestagswahl eine Schwarz-Gelbe Koalition geben. Die vier großen Atomkonzerne EnBW, Eon, RWE und Vattenfall versprechen sich bei einer Aufkündigung des Atomkonsens aus dem Jahr 2002 Milliardengewinne.
Nach dem geltenden Atomgesetz muss EnBW den Reaktor Neckarwestheim I nach der Produktion einer Reststrommenge von circa 6,4 Milliarden Kilowattstunden stilllegen. Diese Strommenge wäre bei störungsfreiem Volllastbetrieb im kommenden Jahr erreicht. Danach erlischt die Betriebsgenehmigung.
Die DemonstrantInnen forderten eine Energiewende hin zu Energieeffizienz, Energiesparen und zu erneuerbaren Energien.
Die VertreterInnen der Kreisverbände Heilbronn und Ludwigsburg der LINKEN waren – dank ihrer roten Fahnen – unübersehbarer Teil des Demonstrationszuges.
Ursula Sladek (EWS Schönau) war Hauptrednerin vor den Toren des AKW´s. Jürgen Trittin begründete in seinem Grußwort für die Grünen die Notwendigkeit des Atomausstiegs. Er sprach von ca. 400 Störfällen im GKN Block I und prangerte den Versuch der Atomwirtschaft an die Sanierungskoste für das Lager Asse, ca. 3 Milliarden €, dem Steuerzahler unterzujubeln. Heike Hänsel (Die LINKE) spannte in ihrer Rede den Bogen von der Atomtechnologie zur sozialen Frage. Bereits der Uranabbau töte unzählige Menschen. Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Urangewinnung z.B. im Kongo seien skandalös. Die Atommüllproduktion belaste zukünftige Generationen. Wer bei der Schuldenpolitik von Generationengerechtigkeit spreche, könne beim Atommüll darüber nicht schweigen. Sie warb für die zwei großen Demos vor der Bundestagswahl in Berlin: Am 5.9.09 unter dem Motto: "Endlich Abschalten" und am 17.9.09 gegen die Abwälzung der Kosten der kapitalistischen Krise auf die Bevölkerung: "Wir zahlen nicht für eure Krise". SPD Energieexperte Hermann Scheer sprach sich gegen die Koalition der Weitermacher aus und verwies auf die Sicherheits- und die ungelösten Atommüllfragen. (jüp)
02.07.2009

Angesichts des jüngsten Berichts der Caritas über Armut von Familien im Südwesten wird der Slogan der Landesregierung als Farce entlarvt. Jedes achte Kind unter sieben Jahren in Baden-Württemberg ist von Armut betroffen. In Städten wie Mannheim trifft es jeden fünften, in Karlsruhe fast jeden sechsten Jugendlichen unter 18 Jahren.
"Die Bekämpfung der Armut muss endlich in den Mittelpunkt der Politik gerückt werden und zwar auf allen Ebenen. Dass Armut sich in Familien festsetzt und Kinder und Jugendliche schon mit ihrer Geburt ihrer Chancen beraubt werden, darf nicht einfach so hingenommen werden", mahnt die Karlsruher Bundestagsabgeordnete der LINKEN Karin Binder.
"Wir fordern die Landessozialministerin auf, ihren Widerstand gegen einen Landes-Armutsbericht endlich aufzugeben. Solch ein Bericht beseitigt zwar nicht unmittelbar die Armut, trägt aber dazu bei, Hilfen und Gelder gezielt einzusetzen. Die wenigen zur Verfügung stehenden Mittel dürfen nicht auch noch in Prestigeprojekten und teuren Marketingstrategien für wohlklingende Namen wie "Kinderland" zur Bilanzverschönerung der Landesregierung untergehen."
DIE LINKE in Baden-Württemberg teilt die Meinung der Caritas, dass Kindergärten für Kinder aus armen Familien grundsätzlich kostenfrei sein müssen. DIE LINKE setzt sich auf der Bundesebene für eine rasche Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 500 Euro ein. Das ist zwingend notwendig, um Kinder und Familien aus der akuten Armutsgefährdung heraus zu holen. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise werden auch im „Ländle“ noch weitere Kreise ziehen und die Situation für die Familien verschärfen.
30.06.2009


Presse Erklärung der Europaabgeordneten der Partei DIE LINKE
Tobias Pflüger, MdEP und Sabine Lösing, MdEP zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Lissabonner Vertrag:
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Das Begleitgesetz zum Lissabonner Vertrag hebelt Entscheidungsrechte des Bundestages über Militäreinsätze aus und ist somit verfassungswidrig.
Der Europaabgeordneten der LINKEN Tobias Pflüger und Sabine Lösing begrüßen diesen Teil des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes ausdrücklich.
Im Urteil heißt es: "Der Antrag im Organstreitverfahren zu II. ist zulässig, soweit die Antragstellerin eine Verletzung der Entscheidungsbefugnisse des Deutschen Bundestages über den Einsatz der deutschen Streitkräfte geltend macht (II.)." Und: "Eine ähnlich ausgeprägte Grenze zieht das Grundgesetz für Entscheidungen über den Einsatz der Bundeswehr. Der Auslandseinsatz der Streitkräfte ist außer im Verteidigungsfall nur in Systemen gegenseitiger kollektiver Sicherheit erlaubt (Art. 24 Abs. 2 GG), wobei der konkrete Einsatz von der Zustimmung des Deutschen Bundestages konstitutiv abhängt. Die Bundeswehr ist ein „Parlamentsheer“, über dessen Einsatz das Repräsentationsorgan des Volkes zu entscheiden hat".
Damit ist klar gestellt: Ausschließlich der Deutsche Bundestag darf über Auslandseinsätze der Bundeswehr entscheiden. Die bisher im Lissabonner Vertrag und mit dem deutschen Begleitgesetz vorgesehene Aushebelung der Beteiligung des Bundestages bei Militäreinsätzen der EU ist nach diesem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes verfassungswidrig.
Dies bezieht sich z.B. auf das Protokoll 10 des Lissabonner Vertrages ("Über die ständige strukturierte Zusammenarbeit nach Artikel 42 des Vertrages über die Europäische Union") in dem Militäreinsätze innerhalb von 5 bis 30 Tagen ermöglicht werden sollen. Auch hier darf - nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes - nur der Deutsche Bundestag entscheiden, nicht allein der Rat der Europäischen Union.
Tobias Pflüger: "Der Lissabon Vertrag schafft umfangreich neue militärische Kompetenzen für die EU. Dies bestätigt das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil. Der Deutsche Bundestag hatte sich selbst mit der Zustimmung zum Lissabonner Vertrag entmachtet. Dies hat nun das Bundesverfassungsgericht korrigiert."
Die neu gewählte Europaabgeordnete der LINKEN Sabine Lösing ergänzt: "Die Mehrheit im Bundestag hat sich blamiert: Die Abgeordneten von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen haben mit dem Lissabonvertrag ihre eigenen Entscheidungsrechte in so zentralen Punkten wie dem Militäreinsatz deutscher Soldaten selbst beschnitten."
29.06.2009
Annette Groth, Mitglied des Landesvorstandes der LINKEN und
Bundestagskandidatin im Wahlkreis Pforzheim, kritisiert die geplante Mehrwertsteuererhöhung, für die
Ministerpräsident Oettinger eintritt.
Gerade der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7% für Bücher, Bustickets und Eintrittskarten
für kulturelle Veranstaltungen ist eingeführt worden, um auch ärmeren
Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu
ermöglichen. Nun sollen ausgerechnet die Preise für Kultur und den
öffentlichen Nahverkehr sowie für Lebensmittel angehoben werden. „Dies
betrifft Hartz-IV Empfänger, Alleinerziehende und Geringverdienende
viel stärker als andere Bevölkerungsschichten“, sagt Groth. Für die
Kandidatin ist klar, dass Oettinger und andere „Experten“ mit dem Ruf
nach Mehrwertsteuererhöhung die Bevölkerung an eine
Erhöhung nach der Wahl vorbereiten wollen. Groth verweist auf andere
EU-Mitgliedsstaaten wie Ungarn und Lettland, in denen der
Mehrwertsteuersatz wegen der Krise auf 25% erhöht wurde. „Auch dieser
Steuersatz wird in einigen Kreisen bei uns diskutiert. "Die Ärmsten
sollen die Zeche für die Finanz- und Wirtschaftskrise zahlen. Dies
müssen wir verhindern.“
DIE LINKE. LV Baden-Württemberg
Landesgeschäftsstelle
29.06.2009
Große Anti-Atomkraftkundgebung am Sa 4.7.09 in Neckarwestheim
Der Kreisverband Heilbronn unterstützt die große Bündnisaktion an der sich folgende Organisationen beteiligen: Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn, BBMN e.V, BUND, NABU, Naturfreunde, sowie die Parteien Bündnis90/Die Grünen, ÖDP, SPD und DIE LINKE.
Die Kundgebung beginnt am Bahnhof Kirchheim/Neckar um 13.30 Uhr fetzig mit „Des Geyers schwarzer Haufen“ und mit Grußworten der Verbände. Um 14.30 Uhr beginnt die Demonstration mit der Schalmeienkapelle zu den AKWs Neckarwestheim. Ab 15.30 Uhr findet die Hauptkundgebung vor den AKWs statt, mit der Stromrebellin Ursula Sladek u.a. Vom nördlichen Landkreis aus organisieren wir die Anreise umweltfreundlich per Bahn, wegen Mitfahrgelegenheit per BaWü Ticket bitte beim Unterzeichner Anmelden. Abfahrt Gundelsheim 12.03 Uhr, Offenau 12.07 Uhr, BFH-Jagstfeld 12.12 Uhr, BFH-Kochendorf 12.15 Uhr, Neckarsulm 12.19 Uhr. Dort steigen wir um in den Regionalzug, (Abfahrt Heilbronn 13.01 Uhr – Zusteigemöglichkeit Lauffen 13.10 Uhr ) um mit den Heilbronner Mitstreiterinnen und Mitstreiter gemeinsam den Bahnhof Kirchheim um 13.15 Uhr zu erreichen. jom
Anti-Atomkraft-Kundgebungam Samstag, 04. Juli 2009
Aufruf zur Mithilfe - Kundgebung am 4. Juli [14.06.09]
Für Kundgebung wedren Plakate in A1 und A4 gedruckt sowie eine größere Auflage an Postkartenwerbematerial im A6-Format. Wer kann hier bei der Verteilung helfen? Bitte Rückmeldung, wer wieviel von welchem Material braucht, so dass wir die Auflage entsprechend anpassen können.
Wir benötigen für die Demonstration noch Personen, die bereit sind, sich als Ordner zur Verfügung zu stellen. Bitte Rückmeldung.
Bitte melden unter Telefon 07143-94668 oder Mail: kontakt@bbmn.de
Mit Musik gegen Atomkraft [15.06.09]
a) Einer unserer Freunde aus dem Zabergäu hat ein bekanntes Seefahrerlied zum Antiatom-Protestsong umgedichtet.
Zu hören unter: www.youtube.com/watch?v=mW1k7qHAvjk
b) Sehr hörenswerte professionell gemachte Musik zu Energie und Atom (und mehr) ist zu finden unter www.martinstorm.de (Dort "Produktionen" anklicken.)
Aktuelles Album: "Die Antwort ist Sonne und ist Wind".
Webseite zur Kundgebung freigeschaltet [12.06.09]
Die Webseite zur großen Kundgebung in Neckarwestheim am 4. Juli 2009
ist nun freigeschaltet: www.endlichabschalten.de
Den Bock zum Gärtner gemacht ...
Atomlobby vergibt sich selbst gutes Zeugnis für Atommeiler [14.06.09]
DPA-Meldung aus der Pforzheimer Zeitung vom 14.05.09
NECKARWESTHEIM. Das umstrittene Kernkraftwerk in Neckarwestheim hat von internationalen Experten erneut ein gutes Zeugnis ausgestellt bekommen.
"Wir sind zufrieden mit den Resultaten", sagte gestern Miroslav Lipar, der Leiter des Teams der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), zum Abschluss seines Folgebesuchs in Neckarwestheim. Alle Hinweise vom ersten IAEA-Besuch im Jahr 2007 seien vollständig erledigt worden oder es habe zufriedenstellende Fortschritte gegeben. "Es ist eine sehr gute Anlage", zeigte sich Lipar überzeugt.
Der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN) bemängelte die Bewertung als „Stückwerk" - sie gebe keinen umfassenden Überblick über die Sicherheit der Anlage. Für die Atomkraftgegner ist die IAEA "keine unabhängige Organisation, sondern hat satzungsgemäß die Aufgabe, die Atomenergie zu fördern“. Von der Organisation sei "keine neutrale Bewertung der Sicherheit von Atomreaktoren zu erwarten". Wichtige Untersuchungen wie eine ausführliche Prüfung des Druckbehälters oder eine Analyse der Erdbebensicherheit seien nicht vorgenommen worden, kritisierten sie.
Aufruf an Trägerorganisationen für Kundgebung Neckarwestheim [28.03.09]
Neuer Termin: Kundgebung am Samstag, 04. Juli 2009 [31.03.09]
Am Freitag, 27. März hat sich der Trägerkreis für unsere gemeinsame Antiatom-Kundgebung im Sommer formiert. In einer ergebnisorientierten Diskussion wurde auch der Termin nochmals neu festgelegt. Es ist nun endgültig der Samstag, der 4. Juli 2009. (Hierfür entfällt der ursprünglich eine Woche später angedachte Termin.) Die Veranstaltung wird um 13.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Bahnhof Kirchheim/Neckar beginnen. Hauptkundgebung dann vor dem Atomkraftwerk Neckarwestheim.
Neben musikalischen (und eventuell kabarettistischen) Beiträgen werden kurze Grußworte aller vertretenen Bündnispartner (BBMN, Aktionsbündnis Energiewende HN, Naturfreunde, BUND, NABU, SPD, B90Grüne, Linkspartei, ÖDP) sowie ein ausführlicher Beitrag eines parteiungebundenen Hauptredners das Programm bilden. Vor dem Kraftwerk soll auch ein möglichst umfangreicher "Markt" mit Infoständen, Kultur, Essensangeboten etc. entstehen.
Der 4. Juli hat das Potential, zu einem breit getragenen Signal gegen Laufzeitverlängerung und für einen wirklichen Atomausstieg zu werden.
Weitere Informationen - und auch noch öffentliche Vorbereitungstreffen - werden folgen.
Hartz IV Hungerstreik in Gütersloh nimmt dramatische Formen an |
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Erwerbslosen Forum Deutschland fordert ein sofortiges Einlenken des Geschäftsführers der GT-Aktiv GmbH in Gütersloh. Das Verhalten von Kupczyk ist schon jetzt mehr als beschämend zu bezeichnen Hintergrund für den Hungerstreik von Berndt Pfeifer sind die schikanösen Behandlungen der dortigen Hartz IV-Behörde, verschleppte Anträge und fehlende Entschuldigungen. Sein Folgeantrag von März sei immer noch nicht bearbeitet. Das Erwerbslosen Forum Deutschland fordert ein sofortiges Einlenken der GT-Aktiv GmbH, die für die Betreuung von Hartz IV-Bezieherin in Gütersloh zuständig ist. Eine derart starre Haltung des Geschäftsführers und Bürgermeisterkandidaten Fred Kupczyk sei angesichts des dramatischen Gesundheitszustandes nicht nachvollziehbar und sei einem Bürgermeisterkandidaten der CDU erst recht nicht würdig. «Ein Geschäftsführer, der trotz eingeräumter Fehler nicht in der Lage ist, sich zu entschuldigen und alles zu tun, damit die ‚Kuh vom Eis kommt’ hat seine Aufgabe offensichtlich nicht verstanden und muss sich ernsthaft den Vorwurf gefallen lassen, dass seine Sozialkompetenz nicht sehr ausgeprägt zu sein scheint«, so Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland. |
Der Erfinder Slogans Freiheit statt Sozialismus wandelt sich vom Saulus zu Paulus! Er war der Scheffhetzer der CDU in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts! Über ihn hat Willi Brandt gesagt er sei der schlimmste Hetzer seit Göbbels. Es ist unglaublich wie lernfähig Menschen sind! Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, es geschehen manchmal noch Zeichen und Wunder.
26.05.2009
Die SPD blockiert den Untersuchungsausschuss den DIE LINKE gefordert hat, um zu klären, ob die Bundesregierung bei der Milliarden-Rettung der Hypo-Real-Estate-Bank Steuergelder missbraucht hat. Bis zum 28. September 2008 war der frühere Bankeigentümer, die HypoVereinsbank, verpflichtet, für die Verbindlichkeiten des maroden Instituts zu haften. Nur einen Tag danach unterschrieb Finanzminister Steinbrück (SPD) die erste 35-Milliarden-Euro-Staatsbürgschaft für den Bankkonzern. "Wenn herauskommt, dass das Bundesfinanzministerium schon längere Zeit vorher informiert war und den Ablauf der Frist abgewartet hat, dann ist das sogar strafrechtlich relevant", sagte Gregor Gysi, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, in einer Rede im Bundestag. FDP und Grüne haben sich nach anfänglichem Zögern der Forderung der Fraktion DIE LNKE angeschlossen. Nun versucht die SPD mit Verfahrenstricks, den Untersuchungsausschuss hinauszuzögern - verhindern kann sie ihn zum Glück nicht.
22.05.2009
Aufruf an Trägerorganisationen
Liebe Freundinnen und Freunde, bei einem Treffen am 9. März wurde besprochen, dass es im Sommer (11..7.) eine groß angelegte Kundgebung gegen Atomenergie und gegen eine Laufzeitverlängerung von Neckarwestheim I geben soll. Es soll eine bunte Mischung aus Redebeiträgen, Musik, Kultur, Infoständen etc. sein. Bei dem damaligen Termin wurden schon einige Details und Ideen diskutiert, auch in den letzten Tagen kamen noch manche Anregungen.Hierfür vielen Dank. Nun ist zur weiteren Konkretisierung nötig, dass sich ein breites Bündnis bildet, das als Träger der Veranstaltung auftritt. Organisationen, die als Mitträger der Veranstaltung auftreten wollen (und auch bereit sind, entsprechend personell und finanziell in die Verantwortung zu gehen) sind herzlich zu einem ersten Koordinationstreffen eingeladen: Es findet am Freitag, 27. März 2009 um 19.30 Uhr in der BUND-Landesgeschäftsstelle in Stuttgart, Paulinenstr. 47, Telefon 0711-620 306-0 statt. Der BUND-Geschäftsstelle ist am besten mit der S-Bahn bis Haltestelle "Feuersee" erreichbar. Vom Bahnsteig aus Aufgang Silberburgstr. wählen, danach Ausgang Rotebühlstr./Rotebühlplatz. Etwa 200 Meter die Rotebühlstr. folgen, dann rechts in die Paulinenstr. einbiegen. Da in der Region Lauffen/Kirchheim kein Raum an diesem Termin verfügbar war, freuen wir uns, dass das Treffen in Stuttgart möglich ist. Wegen beschränkter Platzverhältnisse bitte -wenn möglich- nicht mehr als zwei Vertreter pro Organisation. Bitte schon vor dem 27.3. die Zeit nutzen und möglichst viel im eigenen Verband vorklären, Ideen für Redner und kulturelle Beiträge bitte mitbringen. Das ist der einzige Aufruf an Trägerorganisationen, der über diesen großen Verteiler versandt wird. Wer am 27.3. nicht kann und mit seiner Organisation am Trägerkreis teilnehmen will: bitte vorher bei der unten angegebenen Adresse melden.
Herzliche Grüße
Wolfram Scheffbuch
BBMN e.V.
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Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar e.V. (BBMN)
c/o Wolfram Scheffbuch
Oberdorfstr. 9
74366 Kirchheim am Neckar
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Es wird in Neckarwestheim am Samstag, 11. Juli eine groß angelegte Kundgebung gegen Atomenergie und gegen eine Laufzeitverlängerung von Neckarwestheim I geben. Es soll eine bunte Mischung aus Redebeiträgen, Musik, Kultur, Infoständen etc. sein.
Getragen wird das Projekt von einem breiten Bündnis aus
Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und Parteien. In Kürze wird sich ein Trägerkreis bilden, der das Projekt konkretisiert.
Nähere Informationen folgen über diesen Verteiler.
Herzliche Grüße
Wolfram Scheffbuch
BBMN e.V.
16.05.2009

München/Berlin (LiZ). Beim schwer angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler ist hierzulande jeder sechste von 28.000 Arbeitsplätzen bedroht. Der fränkische Familienkonzern müsse rasch 250 Millionen Euro an Personalkosten sparen, was umgerechnet 4500 Stellen bedeutet, hieß es am Mittwoch. Konzernchef Jürgen Geißinger will die Schließung eines der 25 Standorte "nicht ausschließen".
Weltweit sollen rund 8000 Stellen gestrichen werden. 4000 Arbeitsplätze wurden seit September 2008 bereits abgebaut. Die Eigner-Familie Schaeffler muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sich bei der Übernahmeschlacht um den Reifenhersteller Conti überhoben und dem Schaeffler-Konzern dadurch zusätzlich zu Folgen der Wirtschaftskrise eine Schuldenlast von zehn Milliarden Euro aufgehalst zu haben.
"Die Familie Schaeffler verhält sich asozial. Die Krisenlasten sollen auf die Beschäftigten abgewälzt werden", kritisiert der Fraktionsvize der LINKEN, Klaus Ernst, die Stellenabbaupläne des Maschinebauunternehmens aus Herzogenaurach. Ernst fordert ein Eingreifen der Politik zur Rettung von Arbeitsplätzen, nicht aber der Eigentümer, Maria-Elisabeth Schaeffler und ihres Sohnes Georg, sowie des Geschäftsführers Jürgen Geißinger. "Wer beim Staat um Steuermilliarden bettelt und damit Entlassungen und Sozialpläne finanzieren will, verhöhnt die Menschen", so Ernst.
Bund und Freistaat müssten jetzt Farbe bekennen. Ein Sanierungskonzept auf dem Rücken der Beschäftigten wäre seiner Ansicht nach eine Gefahr für den sozialen Frieden in der Region. "Staatshilfe darf es nur gegen Garantien für Jobs und Einkommen geben. Bevor Schaeffler einen Euro vom Bund erhält, muss der Konzern deshalb garantieren, dass es keine Massenentlassungen und Lohnsenkungen gibt. Es kann nicht sein, dass Frau Schaeffler als Ergebnis der Krise in Zukunft nur einen roten Schal zum Pelzmantel trägt, während tausende Beschäftigte ihrer Zukunft beraubt werden.

Bremen/Potsdam/ Rheine (LiZ). Mehr als 400 DGB- Veranstaltungen zum 1. Mai standen in diesem Jahr unter dem Motto „Arbeit für alle bei fairem Lohn“. Bis 13 Uhr beteiligten sich bundesweit insgesamt 484.000 Menschen an den Demonstrationen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die zentrale Kundgebung mit dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer fand in diesem Jahr in Bremen statt. Sommer forderte die Bundesregierung auf, "sofort mit der Regulierung des Banken- und Investmentsektors Ernst zu machen" und noch bis zur Wahl entsprechende Gesetze zu verabschieden. Dazu habe sie sich auf dem Londoner Gipfel verpflichtet, betonte er.
Es gehe darum, Spekulation einzudämmen und zu kontrollieren, Unternehmen nicht mehr an kurzfristigen Renditezielen auszurichten und den Finanzsektor zum Beispiel über eine Börsenumsatzsteuer an den Kosten der Krise zu beteiligen, betonte Sommer. Es müssten Regeln durchgesetzt werden, die verhinderten, dass so etwas wie die aktuelle Krise jemals wieder passiere. Dazu gehöre auch wesentlich mehr Mitbestimmung in Unternehmen und Betrieben.
Zur Finanzierung der Krisenlasten forderte Sommer, dass die Verursacher zahlen müssten – auch mit ihrem Privatvermögen. Im Einzelnen verlangte er eine Anhebung des Spitzensteuersatzes, eine deutliche Erhöhung der Erbschaftssteuer für wirklich Reiche und die volle Versteuerung von Kapitalerträgen anstelle der niedrigen Abgeltungssteuer. Unter Hinweis darauf, dass Hartz-IV-Empfänger erst ihr Vermögen einsetzen müssen, forderte er dieses Prinzip auch für die Reichen und Superreichen.
Sie müssten mit einer verzinsbaren Zwangsanleihe einen Lastenausgleichsfonds finanzieren, der in Schwierigkeiten geratene Unternehmen mit Bürgschaften und Beteiligungen über die Krise bringe. Wer dreistellige Milliardenbeträge für den Giftmüll der Banken aufbringe, müsse auch die Kraft haben, solche Summen für die Zukunft unseres Landes zu beschließen, appellierte Sommer an die Politik.
Der DGB-Chef erinnerte daran, dass bereits der Aufschwung an Millionen Menschen spurlos vorbei gegangen sei und dass Millionen "arm in die Krise gegangen" seien: "Jetzt sollen wir alle es ausbaden mit Einkommenseinbußen, Existenzangst und Entlassungen. Und natürlich sollen wir den ganzen Mist auch noch bezahlen (...) Aber wir lassen uns die Hirne nicht vernebeln. Das ist die Neuaufführung der alten Schmierenkomödie von der Sozialisierung der Verluste und der Privatisierung der Gewinne." Wenn es keinen gerechten, von den Menschen akzeptierten Ausweg aus der Krise gebe, "dann ist die soziale Marktwirtschaft, ja, dann ist auch unsere Demokratie bedroht", warnte Sommer.
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte auf ihrer 1. Mai-Tour durch Brandenburg, die Wirtschaftskrise werde sich schnell zu einer politischen Vertrauenskrise ausweiten, wenn Entlassungswellen nicht verhindert werden und die Politik die Opfer der Krise nicht besser absichert.
"Wir fordern Arbeitgeber und Politik auf, mit uns gemeinsam um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen. Die Bundesregierung muss jedoch auch dafür sorgen, den freien Fall bei Arbeitslosigkeit zu stoppen. Wenn unvorstellbare Summen zur Sanierung der Banken ausgegeben werden, ist es das Mindeste, dass den Opfern der Krise Hartz IV erspart wird. Angesichts der düsteren Prognosen für den Arbeitsmarkt fordern wir die Koalition auf, die Absicherung auch für Arbeitslose noch vor der Bundestagswahl zu verbessern. Es kann nicht sein, dass die einen noch dafür belohnt werden, dass sie Milliarden verzocken und die, die jahrzehntelang gearbeitet haben, im Regen stehen gelassen werden", so Buntenbach.
Deshalb müsse die Regierung auch rasch eine staatliche Defizithaftung für alle Sozialversicherungen einführen, die im zweiten Schritt zu einer gerechten und langfristig stabilen Bürgerversicherung ausgebaut werden sollten. "Wir können nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Bundesagentur oder die Krankenkassen Schuldenberge auftürmen, von denen sie nie wieder herunterkommen werden", unterstrich Buntenbach, "denn in der Folge drohen Kürzungen bei den Sozialleistungen". Die Menschen bräuchten gerade dann funktionierende Sozialsysteme, wenn die Not am größten sei.
Die Bundesregierung stehe in der Verantwortung, die Verunsicherung in der Bevölkerung zu stoppen und für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. "Wenn Angst zum Massenphänomen wird und das Ungerechtigkeitsempfinden in nackte Wut umschlägt, wäre der Vertrauensverlust in die Politik kaum wieder gut zu machen. Ein solcher Flurschaden für die Demokratie muss entschieden verhindert werden", so Buntenbach.
DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki forderte in seiner Rede zum 1. Mai in Rheine entschlossene Initiativen von Politik und Wirtschaft, um alles für den Erhalt der Arbeitsplätze in dieser Krise zu tun. "Während der Druck auf Arbeitsplätze und Einkommen wächst, kämpfen die Gewerkschaften hier, in Europa und weltweit dafür, dass die arbeitenden Menschen nicht zu Opfern einer Krise werden, die sie nicht verursacht haben", betonte Matecki und mahnte eine neue Wirtschaftsordnung an, die dem Wohl aller Menschen diene, statt Reiche noch reicher zu machen.
"Marktgläubigkeit, Deregulierung, Privatisierung und die Gier nach kurzfristigen Gewinnmaximierung haben diese Krise verursacht, unter der vor allem die ArbeitnehmerInnen leiden“, sagte Matecki. Das Ergebnis der neoliberalen Experimente sei ein extrem ausgedehnter Niedriglohnsektor, die krasse Zunahme prekärer Beschäftigung und in der Folge immer mehr Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen seien. „Um so wichtiger ist es, für faire Löhne und soziale Mindeststandards zu sorgen. Dazu zählen vor allem Mindestlöhne – und zwar auch für die ZeitarbeitnehmerInnen." Matecki forderte deshalb sowohl Unternehmen und ihre Verbände als auch die CDU/CSU-Fraktion auf, endlich ihren Widerstand gegen Existenz sichernde Mindestlöhne aufzugeben und weitere Branchen ins Entsendegesetz aufzunehmen.
Um aus der Krise herauszukommen, brauche es weltweit abgestimmte Maßnahmen – gemeinsame Regeln zur Bändigung des Finanzmarkts sowie kräftige und starke Konjunkturstützen. "Wir wollen Investitionen in Arbeit und keine Finanzierung der Arbeitslosigkeit", unterstrich Matecki. "Nur so haben die ArbeitnehmerInnen eine Perspektive und bekommt die Binnennachfrage den so dringend notwendigen Schub." Notwendig sei es daher, Hartz IV-Regelsätze zu erhöhen, Konsumschecks einzuführen und deutlich stärker in Bildung zu investieren.
Klar müsse sein, dass die Verursacher der Krise für die Kosten herangezogen werden, sagte Matecki: "Ein gestaltender Staat benötigt Handlungsspielräume und dafür Einnahmen. Deshalb wollen wir eine Finanztransaktionssteuer, höhere Einkommens-, Körperschafts- und Erbschaftssteuern sowie die Wiedereinführung der Vermögenssteuer." Völlig kontraproduktiv sei die Schuldenbremse: "Sie knebelt die öffentlichen Haushalte und ist nichts anderes als ein Angriff auf den Sozialstaat." Den aber bräuchten die Menschen gerade in Krisenzeiten besonders dringend.
"Arbeit für alle bei fairem Lohn - die Gewerkschaften werden auch künftig für bessere Arbeits- und Lebensbedigungen der ArbeitnehmerInnen kämpfen", sagte Matecki abschließend, "denn wir stehen für soziale Gerechtigkeit – nicht nur in Krisenzeiten."
21.04.2009
Präsident Obama kann doch keinen Wechsel herbei führen . Alles leere Worte. Alles bleibt beim Alten. In Afghanistan wird weiterhin Krieg geführt, härter und mit mehr Soldaten als je zuvor. Es werden weiter unschuldige Zivilisten ums Leben kommen. Guantanamo ist der Öffentlichkeit weiterhin unzugänglich. Die Folterknechte der US amerikanischen Armee werden nicht bestraft! Das ist auch eine Art Rassismus von dem schwarzen Häuptling der Amis. Man muss Serbe sein oder Afrikaner oder Asiate um vor das Haager Tribunal gezerrt zu werden, US-Amerikaner und deren Schergen dürfen sich sicher sein die schlimmsten Verbrechen begehen zu können ohne dafür belangt zu werden. Also Obama = heiße Luft.
VB
17.04.2009
Die Unterländer Milchbauern im BDM mobilisierten am 16.4.09 vor der größten Molkerei in Heilbronn über 200 „Milcherzeuger, Vertreter von Landhandel, Landtechnik, Lohnunternehmer, Banken und alle, deren Arbeitsplätze vom Erhalt der Milchproduktion in der Region abhängen“ (aus dem Aufruf). Trotz Regen dauerte die Kundgebung mit Mahnfeuer auf der gesperrten Straße vor der Molkerei über zwei Stunden. Neben betroffenen Milchbauern sprachen auch ein Vertreter der Molkerei Campina und auf Grund seiner beruflichen Kontakte, <st1:personname w:st="on">Johannes Müllerschön</st1:personname>. Müllerschön, gelernter Landmaschinenmechaniker, Betriebsratsvorsitzender von CNH Deutschland (Landmaschinensparte des Fiat Konzerns) und Mitglied im Branchenteam Landtechnik beim IGM Vorstand (siehe www.landtechnik.igmetall.de ) überbrachte zunächst die solidarischen Grüße der Beschäftigten der Landtechnik: „Beschäftigte der Landtechnik und Milchbauern haben ein ähnliches Problem – sie produzieren höchste Qualität und brauchen dafür ein faires und ausreichendes Einkommen“. In seiner Eigenschaft als „Freizeitpolitiker“ outete sich Müllerschön auf der Kundgebung als einer der beiden Kreissprecher der Partei DIE LINKE und ergänzte: „Zur Zeit werden vom Staat Milliardenbeträge an angeblich systemrelevante Banken bezahlt. Zugegeben, die Produktion von Milch ist nicht unbedingt systemrelevant. Sie ist mehr. Die Produktion von Milch ist relevant fürs Leben. Deshalb unterstützen wir Euch von DER LINKEN und hoffen, dass auf einem Krisengipfel Milch nicht nur warme Worte, sondern für Euch akzeptable Lösungen gefunden werden“. Zugegeben, unter dem Applaus waren auch einzelne Pfiffe zu hören, aber insgesamt wurde die Unterstützung durch DIE LINKE von den verbitterten Milchbauern eher positiv aufgefasst. In der Monopoltageszeitung Heilbronner Stimme wurde Müllerschöns Beitrag einfach ignoriert. (jom)
09.04.2009

Versteckte Preiserhöhungen durch Wegfall verbindlicher Mengen
Hamburg (LiZ). Ab dem 11. April 2009 entfallen fast alle verbindlichen Mengenvorgaben für Lebensmittel. Eine EU-Richtlinie wird in nationales Recht umgesetzt. Bestimmte Erzeugnisse in Fertigpackungen konnten bisher nur in den für sie festgelegten Füllmengen verkauft werden. Beispielsweise durfte Milch in den Füllmengenbereichen zwischen 0,5 und 1 Liter nur in Fertigpackungen mit 0,5 Liter, 0,75 Liter und 1 Liter Inhalt abgegeben werden. Solche festen Einheiten fallen nun für Milch und weitere Lebensmittel wie Wasser, Limonade, Fruchtsäfte, Zucker oder Schokolade weg. Nur bei Wein, Sekt und Spirituosen bleiben feste Nennfüllmengen erhalten
„Auch bei viel gekauften Lebensmitteln werden die Verbraucher künftig mit versteckten Preiserhöhungen hinters Licht geführt werden“, befürchtet Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Masche, geringere Füllmenge bei gleichem Preis, wird schon jetzt bei vielen Produkten angewendet, etwa bei Süßigkeiten, Säuglingsnahrung und Frühstückscerealien sowie bei Non-Food Artikeln.
So stellte die Verbraucherzentrale Hamburg jetzt fest: Bei Pampers Windeln wurde die Anzahl der Windeln in der Packung reduziert (10 Prozent Preiserhöhung) und beim Geschirrspülmittel Calgonit Power Powder das Gewicht verringert (20 Prozent Preiserhöhung).
Preiserhöhungen sind zwar nicht verboten, Mogelpackungen schon. Wer zuviel Luft in die Verpackung lässt, verstößt gegen gesetzliche Regelungen. Das muss von Fall zu Fall geprüft werden.
Der Trick macht auch nicht vor dem Obst- und Gemüsebereich in den Supermärkten halt. Die Verbraucherzentrale Hamburg fand abgepackte Paprika nicht wie üblich in 500g Gebinden, sondern in Plastikfolie mit 400g, Cocktail-Tomaten in 400g-Plastikschalen statt in den üblichen 500g-Verpackungen.
„Nur anhand des erhöhten Grundpreises können Verbraucher den Anbietern auf die Schliche kommen. Der Packungspreis ist letztendlich für Preisvergleiche uninteressant.“ sagt Armin Valet. Doch wird der Grundpreis vom Handel nur unzureichend ausgezeichnet. Die Verbraucherzentrale Hamburg stellt bei Supermarktbegehungen immer wieder fest, dass der Grundpreis fehlt, fehlerhaft oder unleserlich klein am Regal steht. Eine weitere Tücke für Verbraucher: Der Grundpreis wird gesetzlich nur für Gewichts- und Volumenangaben verlangt. Für Produkte, die pro Stück abgegeben werden, wie etwa Feuchttücher und Toilettenpapier ist der Grundpreis nicht vorgeschrieben.
Info
Die ausführliche Liste mit allen Produkten unter www.vzhh.de/
09.04.2009
Die UD CGT 67 (Gewerkschaft CGT Departement Elsass) prangert die begangenen Gewalttaten an und drückt ihre Solidarität mit der Einwohner des Viertels Port du Rhin während die Demonstration für den Frieden und gegen die NATO von Samstag, den 4. April 2009 in Straßburg aus. Aber die schwarze Szenerie der Rauchsäulen darf die Verantwortungen der Polizei nicht verbergen.
Die UD CGT 67 prangert das unverantwortliche Verhalten der Polizeiführung an, die nur das einzige Ziel hatte, den Zugang zum Stadtzentrum zu verhindern. Die Sicherheit der Einwohner des Armenviertels Port du Rhin und die pazifischen Demonstranten waren offensichtlich nicht der Kern des Anliegens des Polizei.
Man kann sich zu recht fragen, ob nicht alles absichtlich gemacht worden ist, damit die Demonstration in einem schlechten Licht erscheint.
Während den Verhandlungen, die regelmäßig und wochenlang, zwischen der Präfektur, der Polizei- und Gendarmerieführung und dem "collectif anti Otan" (die Anti Nato Bewegung) statt fanden war die einzige Sorge der Autoritäten den Zugang an der Demonstranten zum Stadtzentrum zu verhindern.
Es war abgemacht, dass der Zugang von Delegationen aus Deutschland, über die Europabrücke möglich sein würde. Nun aber wurde sie einseitig geschlossen, während es noch keine Gewalt im Port du Rhin gab.
Die Erlaubnis des Zugangs der Demonstranten auf den Versammlungsplatz im Jardin des Deux Rives wurde dann von der Polizeikräfte verzögert, und sogar für mehrere Tausende pazifischer Demonstranten verhindert .Die Polizeikräfte waren komischerweise abwesend im Viertel Port du Rhin und im Jardin des Deux Rives. Die Krawallmacher konnten dann völlig ungehindert anfangen in dem Viertel zu randalieren.
Warum sind die Polizeikräfte in dem Viertel Port du Rhin passiv geblieben, sie ließen das alte Zollgebäude abbrennen lassen haben, bevor sie zum Einsatz kamen?
Warum haben die Polizeikräfte das Ende des Demonstrationszuges angegriffen und haben Gasgranaten eingesetzt auf der Brücke von Anvers, als alles friedlich war?
Warum haben die Polizeikräfte die Demo vor der rue Coulaux blockiert, als ein Ausgang durch die rue de la Coopérative möglich war?
Die UD CGT 67 bekräftigt erneut, dass der Recht zu demonstrieren ist eine Grundfreiheit ist. Die Aufgabe der Polizeiführung war, nicht nur die Mächtigen der NATO und die Einwohner des Stadtzentrums zu beschützen, sondern auch den Demonstranten zu ermöglichen, friedlich zu protestieren und zugleich die Vierteln am Ortsrand zu schützen
Jacky Wagner CGT 67
Friedendemo in Straßburg
Alain Verreman unser Korrospondent in Straßburg
Monatelang hat die Straßburger Anti-Nato-Organisation, der Le Parti de Gauche angehört, mit der Polizei und den Behörden über die Gestaltung des friedlichen demokratischen Protestes verhandelt. Wegen der hartnäckigen Haltung der staatlichen Seite mussten wir einen schlechten Kompromiss für den Verlauf der Demo durch Hafenanlagen akzeptieren.
Vereinbart war, dass die Demonstranten ab elf Uhr frei zum Versammlungsplatz am Rhein durften. Im Radio konnte man hören, das sich die Staatschefs schon um Viertel nach zehn wieder im Konferenzzentrum getroffen hatten. Trotzdem hat die französische Polizei fast zwei Stunden lang tausende Leute daran gehindert durchzukommen. Zehntausend andere warteten viel weiter weg und konnten gar nicht zur Demo kommen.
Dann musste auf die deutschen Demonstranten gewartet werden, die auf dem anderen Rheinufer aufgehalten wurden. Trotz Vereinbarung ließ man sie nicht durch. Bis 12 Uhr 40 hatten nur wenige Demonstranten den Weg über Schleichwege zum Sammelplatz gefunden. Helfer der Partie de Gauche versorgen sie mit Getränken. Statt um eins ging die Demonstration gegen drei los. Diese zwei Stunden Wartezeit haben Hooligans ausgenutzt um Gebäude anzuzünden.
Hohe Flammen loderten … die Feuerwehr traf erst gegen vier ein, eine kleine Truppe aus Haguenau. Die Dutzenden anderen Feuerwehrwagen blieben auf dem Lingolsheimer Sportplatz -10 Minuten vom Stadtzentrum entfernt stehen. Mehr kamen nicht bis fünf Uhr.
Mit drei Helikoptern in der Luft konnten jedoch die Behörden genau sehen, was vor sich ging. „Unser Anliegen war die Menschen zu schützen“ erklärte am Montag der Präfekt, der die polizeilichen Kräfte führte. Warum wurden also immer wieder Gasgranaten von der Luft aus auf die friedlichen Demonstranten geworfen? Man fragt sich: welche Menschen sollten eigentlich geschützt werden? Die Friedlichen oder die Gewalttätigen ?
Die Frage, die sich viele anschließend stellten und noch stellen lautet: Warum wurde die ganze Demonstrantenmenge eingekesselt? Wieso fuhren Polizeiwagen durch die Menge? Ein Wunder, dass es keine Toten gab. Es wurde auch gefilmt, wie Polizisten Steine auf die Demonstranten warfen… Sind die Pazifisten die neuen Feinde Frankreichs? Wenn ja, dann bedeutet es, dass die NATO wohl die Partei des Krieges geworden ist …
Manche Franzosen meinen, diese Art und Weise mit Demonstranten umzugehen zeigt, wie sehr die Demokratie in der neoliberalistischen Welt zu leiden hat. Das Volk wird nicht mehr geschützt, sondern den Hooligans ausgeliefert, während die Obrigkeiten durch Zehntausende Sicherheitskräfte geschützt werden.
Die NATO soll überall in der Welt die Energiequellen sichern, damit die Großen, die multinationalen Firmen, die globalen Konzerne und die Finanzwelt noch mehr Profit ziehen.
„Lassen wir also das kleine Volk von Demos und Hooligans sprechen, so vergisst es über uns und die Ausbeutung der Welt zu diskutieren“. Da haben die Medien genug Stoff und Fotos zu zeigen. Auch so werden die demokratischen Debatten im Dunkeln gehalten.
Aber die Krise wächst und das Volk wird diese Methoden nicht mehr lange ertragen. Bald gibt es Europawahlen. Die Linke Front in Frankreich ruft auf :
Nieder mit dem zerstörenden Kapitalismus ! Nieder mit der NATO ! Ein anderes Europa ist möglich ! Eine friedliche Welt ist möglich !

Berlin/Frankfurt am Main/Paris/London (LiZ). Viele zehntausend Menschen haben am heutigen Samstag in Deutschland, Frankreich und Großbritannien gegen die ungerechte Politik ihrer Regierungen in der Weltwirtschafts- krise demonstriert. Insgesamt 55.000 folgten in Berlin und Frankfurt am Main dem Aufruf eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses von gewerkschaftlichen Gliederungen, Sozialprotest- und antikapitalistischen Gruppen, Attac, der Partei DIE LINKE, Migranten-Organisationen, Bündnis90/Die Grünen sowie umwelt-, entwicklungs- politischen und kirchlichen Gruppen. In Berlin nahmen 30.000 Menschen an der Demonstration teil, in Frankfurt am Main waren es 25.000. Die Proteste unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise! Für solidarische Gesellschaft" fanden im Vorfeld des G20-Gipfels am 2. April in London statt. Es handelte sich um die größte Demonstration in Deutschland seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Parallel gingen auch in zahlreichen anderen Ländern die Menschen auf die Straße; in London waren es 40.000, in Wien 20.000.
"Die Demonstrationen in Berlin und Frankfurt waren ein voller Erfolg. Damit ist klar, dass auch in Deutschland ein großer Teil der Bevölkerung für eine soziale Form der Krisenpolitik eintritt, die die Kosten der Krise nicht auf die ärmeren Bevölkerungsgruppen abwälzt", sagte Bernd Riexinger von Verdi Stuttgart. "Für uns sind die Demonstrationen der Beginn einer Protestwelle. Die Profiteure müssen zur Kasse gebeten werden."
Einhellig forderten die Redner und Rednerinnen auf den Kundgebungen, dass die Verursacher der Krise für die Kosten aufkommen, beispielsweise durch eine Millionärssteuer und eine Sonderabgabe auf hohe Vermögen. Sie forderten mehr Geld für Bildung, Umwelt- und Klimaschutz, öffentliche Infrastruktur und Gesundheit sowie einen sozialen Schutzschirm für Beschäftigte, Erwerbslose sowie Rentnerinnen und Rentner. Hartz IV müsse ebenso weg wie die weiteren Gesetze der Agenda 2010. Stattdessen seien ein armutsfester Mindestlohn und die existenzsichernde Erhöhung des Eckregelsatzes notwendig.
Einig ist sich das aufrufende Bündnis auch in seiner Forderung nach einer strengen Regulierung des weltweiten Finanzsystems. Steueroasen müssten geschlossen, Hedgefonds und andere spekulative "Instrumente" verboten werden. Der Versuch, die Krise auf die Menschen des globalen Südens abzuwälzen, die heute schon stark unter den Folgen der Krise leiden, sei ebenso zurückzuweisen wie ein weiterer Raubbau an der Natur und Belastung des Klimas.
"Egal ob in Frankreich, Deutschland, England, ob in den Parlamenten oder auf der Straße - gemeinsam müssen wir jetzt Druck machen für eine solidarische Gesellschaft. Mit der Krise bietet sich jetzt die Chance, einen neuen Weg einzuschlagen hin zu einer Wirtschaftsordnung, die den Menschen dient, nicht dem Profit", sagte Willi van Ooyen, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im hessischen Landtag und aktiv in der Ostermarsch-, Friedens- und Sozialforumsbewegung.
"Statt die Verluste zu sozialisieren, muss der Finanzsektor vergesellschaftet werden", forderte Christina Kaindl von der Berliner Gruppe Soziale Kämpfe. "Wir wollen eine demokratische Kontrolle der Wirtschaft und deren Ausrichtung an sozialen Bedürfnissen statt an Renditen. Die Dominanz der Profitlogik und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche muss beendet werden."
"Die Krise ist nicht vom Himmel gefallen oder das Ergebnis der Gier einiger Manager. Ursache der Krise ist die neoliberale Politik der Liberalisierung der Märkte, von Deregulierung und Privatisierung. Die Verantwortlichen sind in den Regierungen zu finden", sagte Alexis Passadakis von Attac. "Der Kapitalismus steckt in seiner gravierendsten Krise seit 1929. Es reicht deshalb nicht, die Fassade mit einigen neuen Regulierungsmaßnahmen der G20 neu zu tünchen. Das Weltwirtschaftssystem muss auf ein grundsätzlich anderes Fundament
gestellt werden."
Als beispielshafte Gegenwehr bezeichnete das Bündnis die millionenfach befolgten Generalstreiks in Frankreich. "Auch in Deutschland muss das politische Streikrecht für alle gelten. Ein in Etappen vorbereiteter Generalsstreik würde wesentlich zur Durchsetzung der sozialen und politischen Forderungen beitragen", betonte Bernd Riexinger von ver.di Stuttgart.
Mit Kritik reagierte das Bündnis auf das Vorgehen der Polizei in Berlin, die die dortige Abschlusskundgebung stark behindert habe. Polizisten seien immer wieder massiv auf den Platz vorgerückt und hätten so große Unruhe unter den friedlichen Kundgebungsteilnehmern
und eine aggressive Stimmung erzeugt.
Das bundesweite Bündnis ruft als nächsten Schritt zu den Demonstrationen gegen den Nato-Gipfel am 3. und 4. April in Strasbourg/ Baden-Baden auf. Aufgerufen wird auch zu den Demonstrationen und Kundgebungen am 1. Mai sowie der bundesweiten Demonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes in Berlin am 16. Mai. Auch die vom 15. bis 19. Juni geplanten Bildungsproteste sind ein wichtiger Teil der Protestbewegung.

Presseerklärung von Sahra Wagenknecht vom 19.03.09
Zum heutigen Generalstreik in Frankreich erklärt Sahra Wagenknecht, Europaabgeordnete und Mitglied des Parteivorstandes:
„Die Französinnen und Franzosen machen es uns vor: Um zu verhindern, dass die Krise auf die einfachen Leute abgewälzt wird, gehen sie heute auf die Straße und bestreiken die Betriebe. Sie kämpfen um Arbeitsplätze, höhere Löhne und Sozialleistungen und werden in diesem Streik von 78 Prozent der Bevölkerung unterstützt.
Viel wird nun davon abhängen, ob der Funke des Widerstands auf Deutschland und andere Länder übergreift. Es kann nicht sein, dass europaweit über eine Billion Euro in ein marodes Finanzsystem gepumpt wird, um die Renditen von Banken und Vermögensbesitzern zu sichern, während man für Mindestlöhne oder eine Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung keinen Cent lockermachen will. Allein die Hypo Real Estate hat bereits mehr als 100 Milliarden an staatlichen Hilfen verschlungen. Hätte man diese Summe an die Erwerbslosen in Deutschland verteilt, wäre jeder von ihnen jetzt um knapp 30.000 Euro reicher.
Die Forderung nach einer Anhebung des Arbeitslosengeldes II auf 500 Euro ist daher alles andere als überzogen – sie ist ein Gebot der Stunde, ebenso wie die Einführung eines Mindestlohn von zehn Euro die Stunde, die Verkürzung der Arbeitszeit und die Schaffung von einer Million Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst. Für diese Ziele gilt es nun gemeinsam zu streiten, dass die Verursacher der Krise zur Kasse gebeten werden.“

Die Bundestagskandidatin der Südwest-LINKEN Annette Groth begrüßt die Entscheidung der 27 EU-Regierungschefs, sich auf dem bevorstehenden G 20 Gipfel für eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte einzusetzen. Solch eine Kontrolle wird schon lange von der LINKEN gefordert und ist überfällig, so die Europaexpertin Groth. Allerdings steht die Kontrolle der Finanzmärkte im Widerspruch zu Artikel 63 des Vertrags von Lissabon, der „alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten sowie zwischen den Mitgliedsstaaten und dritten Ländern“ verbietet.
Angesichts der Milliardenhilfen für „Not leidende“ Banken und Unternehmen ist auch das Verbot staatlicher Beihilfen für Unternehmen, (Art. 107) ein Widerspruch, der bislang in der Öffentlichkeit nicht thematisiert wurde, so Groth. Der Vertrag legt die EU- Mitgliedsstaaten auf eine neoliberale Wirtschaftspolitik (Artikel 119) fest und zementiert den „Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb“. In der Öffentlichkeit wird von den Lissabon-Protagonisten immer die „soziale Marktwirtschaft“ in den Vordergrund gestellt. Verschwiegen wird, dass das Wort „sozial“ überhaupt nicht vor kommt. Die wirtschaftlichen Grundfreiheiten (Freiheit des Kapitals, der Waren und Dienstleistungen) dürfen nicht länger Vorrang vor den sozialen Grundrechten haben, fordert Groth.
Der Vertrag von Lissabon ist schon jetzt hinfällig und sollte auch aus vielen anderen Gründen nicht ratifiziert werden. Stattdessen fordert DIE LINKE eine Verfassung, die sich zur Wahrung der Menschenrechte und zu einem sozialen, ökologischen, demokratischen und friedlichen Europa bekennt. Angesichts der Finanz-, Wirtschafts- und Ökologiekrise ist eine radikale Veränderung unseres Wirtschaftssystems das Gebot der Stunde!
Eddy Groves, genannt „Fast Eddy", der schnellen Eddy - der Mann, der mit einer Kindergartenkette zum Millionär aufstieg. Sein geschätztes Privatvermögen von umgerechnet mehr als 130 Millionen Verdiente er mit der Kindergarten Kette ABC Learning. Das brachte ihn im Ranking der reichsten Australiern auf Platz 40. Das ist zwei Jahre her. Jetzt steht „fast Eddy“ Groves und sein Krippenimperium ABC Learning für eine der katastrophalsten Firmenpleiten.
Das Imperium wird noch durch Notsubvention der Regierung in am leben gehalten. Der größte börsennotierten Hortbetreiber, von dessen Untergang waren im November „down under“ über 100.000 Kinder in 1020 Kitas betroffen. Doch Ende März sponsert die Regierung Eddys Imperium nicht mehr,das heißt es wie in unserem gewinnorientiertem wirtschaftssytem üblich, wenn Objekte keinen Gewinn abwerfen, werden sie verkauft oder geschlossen. So auch 241 ABC Learning –Kitas.
Australien hat die neoliberale Vermarktung der Bildung vorgemacht und Kinderbetreuung stärker dem Markt überlassen als andere Länder. Nach der drohenden Pleite von ABC Learning steht die private Bildung auf dem Prüfstand. Eltern gehen auf die Barrikaden und fragen: Darf man die Erziehung und Ausbildung von Kindern dem freien Spiel des Marktes preisgeben? Eine Untersuchung sollte ursprünglich in diesen Wochen abgeschlossen sein. Der Bericht wird jetzt mitte des Jahres erwartet. Eine Totalumgestaltung der Bildungsbranche gilt als gescheitert.
Bereits zu Beginn der 90er-Jahre hatten sozialdemokratische Politiker begonnen, Staatsaufgaben zu privatisieren. Die gängige Lehrmeinung versprach, die Konkurrenz würde mehr Vielfalt und sinkende Preise hervorbringen. Premierminister John Howards Regierung finanzierte nicht mehr staatliche Kindertagesstätten, Eltern bekamen Geld um ihre Kinder auf private Kitas zu schicken.
Die Austrailian Service Union (Dienstleistungsgewerkschaft) fand heraus, dass in Australien heute rund 70 Prozent aller Krippen private Unternehmen sind. Viele gingen an die Börse beschafften sich Kapital und expandierten.
Wie im Kapitalismus üblich, gab es einen Konzentrationsprosess. „Fast Eddy besaß mehr als 2200 Kitas in Australien, Neuseeland, den USA und England. In Australien hatte ABC Learning ca. 30% Prozent des Kuchens. Jetzt mussten die Eltern eine Lektion in Sachen Kapitalismus lernen. Die Preise kletterten zwischen 2001 und 2006 um 65 Prozent, während die Löhne nur um 17 % angehoben wurden. Viele Australier mussten für einen Krippenplatz mehr als 100 australische Dollar (50 Euro) am Tag bezahlen. Die Qualität sank dramatisch. Bereits 2005 erkannten australische gravierende Mängel in ABC Learning Kitas. Das Essen wurde zur Bedrohung der Gesundheit der Kinder. Was uns schon aus den europäischen Privatisierungen von Staatbetrieben bekannt ist, traf auch die Aussis. Mitarbeiter bekamen bloß Mindestlöhne (sowas gibt’s in Deutschland nicht), Belegschaften würden ausgedünnt und die Folge war wie in vielen privaten Altersheimen bei uns, es gibt keine Zeit mehr die Kinder (Kunden) zu betreuen.
Unicef sieht Australiens Kinderbetreuungssystem an die drittletzte Stelle der entwickelten Welt. "Kinderbetreuung in Australien ist nicht mehr Grundversorgung, sondern eine Industrie, die staatliche Mittel in die Taschen von Aktionären stopft", sagte die Abgeordnete Sarah Hanson-Young.
CFK Childcare Centres ein Konkurrent im den Kampf um das Geld der Eltern ist auch pleite. Jetzt sind die staatlichen Plätze bereits eingestampft und die privaten hat die Gier der Aktionäre gefressen. Das kommt bei Privatisierung staatlicher Aufgaben heraus. Für das freie Spiel der Marktkräfte ist Kinderbetreuung nicht mehr als eine bloße Ware. Genau Gesundheit, Mobilität, Sicherheit, Bildung oder ähnliches. Die Privaten verschwinden genau so schnell wie „Fast Eddy“ wenn der Zucker weg ist und die Daseinsvorsorge zur echten Aufgabe wird.
13.03.2009
Ein Hartz IV Empfänger aus dem Landkreis Heilbronn wehrte sich erfolgreich gegen die Beschneidung seines eh schon zu dürftigen Regelsatzes! Als er wegen einer lebensbedrohenden Krankheit einen Termin bei der ARGE Heilbronn nicht wahrnehmen konnte haben ihm die Schergen der AGENDA 2010 rechtswidrig 30% seiner Beihilfe einbehalten. Von den kärglichen 347 € wurden ihm weit über hundert Euro abgezogen. Zur Disziplinierung wie es zynisch im Bescheid hieß. Dies war ein glatter Rechtsbruch! Mit um die 230 € ein Monat zu überleben ist auch mit Aldi Preisen nicht möglich! Viel zu viele Hartz IV Empfänger haben aufgegeben und nehmen die Rechtsbrüche der ARGE widerspruchslos hin! Darauf wird spekuliert… Doch bei Xaver S. (Name geändert) ging es den ARGE Mitarbeitern wie den Bänkern! Es kam alles anders. Die ARGE musste nachzahlen. Solchen Beamten und Angestellten sollte man das Handwerk legen. Diese Handlungsweise müsste mit Gefängnis bestraft werden.
Hartz IV Empfänger wehrt euch! Laßt euch bei H.A:I. beraten, die Chancen stehen gut, über 50% der Bescheide sind falsch
Ansprechpartner H.A.I. Alois Muth, Tel.: 07131 – 96 28 96

Die Grundlagen der Überwachung
510€ Einmalzahlung, 2,1 Prozent im Februar und 2,1 Prozent im Mai.
Reden wir mal Fraktur: Dieser Tarifabschluß ist mehr als eine Blamage für die IGM.
Warum also?
Der Arbeitgeberverband hatte alle Trümpfe in der Hand.
Nicht nur das hübsche Medienmärchen von der viel zu hohen Forderung in einer drohenden Rezession, das zwischenzeitlich ¾ der Bevölkerung glaubt. Sondern hauptsächlich die Möglichkeit die ganzen Streiks ins Leere laufen zu lassen, in dem man sich geplante Freischichten einfach von der Gewerkschaft als Streik bezahlen lassen würde.
Wieder einmal zeigt sich, daß selbst starke Gewerkschaften viel zu schwach sind gegen das Konglomerat der Finanzgiganten.
Das Spiel nach unten wird in dem irrsinnigen Zeitgeist-Glauben weiter betrieben, daß Löhne nichts weiter als Kosten seien, und Mitarbeiter nichts als Kostenfaktoren.
Die Schaltstellen der Macht sind ganz offensichtlich mit den allerdümmsten Bauern besetzt.
kh
Mit über 70 Teilnehmern wurden selbst die Optimisten bei den Linken überrascht.Nach der Begrüßung durch Florian Vollert sorgte der Vortrag von Uli Maurer über die Finanzkrise für volle Aufmerksamkeit. Uli Maurer gelang es detailiert und verständlich die Problematik darzustellen, wie auch die anschließende Diskussion zeigte.
Sozial-Krise – Ursachen, Folgen, was tun?
Offenes Gespräch mit attac, H.A.I., die LINKE und Piratenpartei findet großes Interesse und wird fortgesetzt
Heilbronn - Auf großes Interesse stieß ein öffentliches Gespräch zur... mehr
Die Kolumne des LINKE-Stadtrats Hasso Ehinger behandelt die Auseinandersetzung mit OB Himmelsbach um Netzrechte und die neue Gemeinschaftsschule. mehr
Die Kolumne des LINKE-Stadtrats Hasso Ehinger behandelt die Auseinandersetzung mit OB Himmelsbach um Netzrechte und die neue Gemeinschaftsschule. mehr
Bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung des Stadtverbandes
der Linken Heilbronn stand die Bewegung für ein Verkehrs-Sozialticket
im Mittelpunkt. Damit soll ermöglicht werden, dass auch Menschen,
die an der Armutsschwelle... mehr
Die Heilbronner Stimme verweigert den Abdruck des Leserbriefs von Hasso Ehinger, im steht nur eine Ergänzung der Berichterstattung zu, wenn die Zeitung einen Fehler korrigieren muss. Ergänzungen zur Berichterstattung werden nicht... mehr
Stadtrat Hasso Ehinger stellt einen Änderunsgantrag zu einer Entscheidung des Gemeinderats städtische Dächer nur noch an eine ZEAG-Tochter für die Nutzung von Solaranlagen zu vergeben. Eine anders lautender Beschluss im Jahr 2010... mehr
Am 5. Mai begann die Kampagne der Linken in Baden-Württemberg zu besseren Kitas mit einer Auftaktveranstaltung in Stuttgart. Moderiert wurde die Fachtagung von der Heilbronnerin Elke Ehinger, die als Sprecherin der LAG Bildung... mehr
In Heilbronn rufen Attac und LINKE zu den Krisenprotesten in Frankfurt vom 17.-19. Mai auf. Im Frankfurter Bankenviertel soll gegen die Macht der Banken und Finanzmärkte protestiert werden.
Am 19. Mai gibt es in Frankfurt... mehr
Eine Welle von Warnstreiks zeigt auch im Unterland die Kampfbereitschaft der Belegschaften in der Metallbranche. Nachdem die Arbeitgeberseite ein lächerliches Angebot gemacht hat, zeigt die IG Metall mit welcher Kraft sie für... mehr
Bei der 1. Mai-Demo und der anschließenden Kundgebung des DGB in Heilbronn forderten zwischen 800 und 1000 Teilnehmer mehr soziale Gerechtigkeit.
DIE LINKE verteilte Flyer und trug Transparente, einen eigenen Infostand wie in... mehr