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Meldungen & Presse

26. Februar 2018 Meldung, KV Heilbronn

Russland vor den Präsidentschaftswahlen - Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Clubs Heilbronn

Das aktuelle Buch des Russlandkenners Reinhard Lauterbach.

 

Der Rosa-Luxemburg-Club in Heilbronn bietet in regelmäßigen Abständen interessante Veranstaltungen zur Geschichte oder zu internationalen Beziehungen an. Am vergangenen Donnerstag (22.2.) ging es um die innenpolitische Situation in Russland vor der Präsidentschaftswahl. Der Ausgang der Wahl scheint ja festzustehen, Wladimir Putin hat die besten Chancen, wieder mit hoher Mehrheit Präsident der Russischen Föderation zu werden. In den hiesigen Medien wird das überwiegend mit Manipulation und Kleinhalten der Konkurrenz erklärt. Doch was steckt hinter der Popularität Putins?

Heinz Deininger vom Rosa-Luxembrug-Club lud den Osteuropakorrespondenten Reinhard Lauterbach ins Heilbronner K3 ein. Leider kamen nur wenige Gäste, was allerdings die Möglichkeit zur lebhaften Diskussion bot. Lauterbach erklärte die hohe Zustimmung für Putin u.a in den Erlebnissen vieler Russen in den brutalen 90er Jahren, als unter Boris Jelzin Arbeitslosigkeit und Armut Massenphänomene wurden und die russische Infrastruktur vor dem Ausverkauf stand. Mit Putin kam eine Zeit der sozialen Stabilität und auch des stabilen Wirtschaftswachstums. Dazu gehört ebenfalls die neue Bedeutung auf internationalem Parkett, die bei vielen Menschen in Russland zum Selbstwertgefühl beiträgt. Putins gute Umfragewerte haben mit der Pflege des russischen Patriotismus zu tun, aber ebenso mit der Eindämmung der wilden Privatisiererei unter Jelzin in den 90er Jahren. Russland lebt stark vom Verkauf von Naturressourcen (Öl, Gas), was zu einem schwer änderbaren System von Oligarchen geführt hat. Diese werden von Putin in Ruhe gelassen, solange sie sich nicht in die Politik einmischen.

Die Opposition hat in Russland wenig Chancen, die im Westen hofierten Kandidaten haben weniger als 2% der Umfragewerte. Die stärkste Oppositionspartei ist die KP, die mit 10% gehandelt wird. Außenpolitisch schätzt Lauterbach Russland generell und auch im Nahen Osten als Stabilitätsfaktor ein. Dabei sieht er, dass auch diese Politik den eigenen geostrategischen Interessen folgt.